Im Schwerpunkt der Digitalisierung sieht die Stadt Wien ihre Zukunft und den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. © Wiener Stadtwerke/Michele Pauty

 

Jobmotor Wien

50.000 zusätzliche Beschäftigte bis 2020. Wiens gezielte Strategie gegen Arbeitslosigkeit wirkt. Damit das auch so bleibt, setzt die Stadt jetzt den neuen Schwerpunkt Digitalisierung. Wie das aussehen wird? CLUB WIEN verrät es.

Ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit und Rekordbeschäftigung: So lässt sich die Entwicklung auf dem Wiener Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr zusammenfassen. 848.530 Wienerinnen und Wiener gehen derzeit einem Job nach. Das ist ein historischer Höchststand in der Zweiten Republik. Doch wie kam es dazu?

Maßnahmen wirken

Die Gründe dafür sind die gute Konjunktur und die gezielte Arbeitsmarktpolitik. Mitverantwortlich sind auch die Wiener Ausbildungsgarantie zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit und die Weiterbildungsförderungen für Wienerinnen und Wiener mit niedriger Qualifikation. Bei den 20- bis 24-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit um 9,7 Prozent, bei den 25- bis 29-Jährigen um 7,3 Prozent gesunken.

Mehr Absatz im Osten

Wien profitiert auch vom starken Wachstum in Osteuropa. Die Absatzmärkte in Polen, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn haben sich vergrößert und schaffen eine gute Voraussetzung, dass Wien auch weiterhin der Job-Motor Österreichs bleibt. Weiterhin hohe Exporte gab es 2018 in die USA und China.

Arbeitsplätze schaffen

Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke will aber mehr. "Wir müssen alles daran setzen, die Arbeitslosigkeit weiter zu senken", kündigt er an. Schon bei seinem Amtsantritt im Mai 2018 hatte er ein klares Ziel vor Augen: Bis 2020 soll es 50.000 zusätzliche Beschäftigte geben. Die erste Etappe ist geschafft: 2018 hatten 19.590 mehr Wienerinnen und Wiener einen Job als 2017. "Unser Ziel haben wir daher bereits im ersten Jahr zu 39 Prozent erreicht", stellt der Stadtrat fest.

Gute Prognosen

Schaut man sich die Wirtschaftsprognosen an, stehen die Chancen auf zusätzliche Arbeitsplätze ganz gut. Das Wachstum 2019 wird ein Plus von rund 1,8 Prozent bringen. Das ist nicht so hoch wie 2018 (2,5 Prozent), aber hoch genug, um die Arbeitslosigkeit weiterhin zu senken.

Arbeitslose integrieren

Damit sich das bei abflauender Wirtschaft fortsetzt, muss die Stadt entsprechende Maßnahmen ergreifen. Eine der Herausforderung ist die Wiedereingliederung von älteren Arbeitslosen und Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt. Bisher funktionierte das ganz gut über die "Aktion 20.000". Betroffene Menschen hatten dadurch die Chance auf einen geförderten Arbeitsplatz in sozialen Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen und Gemeinden. Der vorzeitige Stopp des Projekts durch die Bundesregierung verhinderte, dass in Wien 6.906 Langzeitarbeitslose über 50 Jahre eine ­Beschäftigung bekommen.

Digitale Qualifikation

Eine weitere Herausforderung ist der Umbruch der ­Arbeitswelt durch die Digi­talisierung. "Dafür brauchen wir maßgeschneiderte Qualifizierungsangebote und den Ausbau der Infrastruktur", kündigt Peter Hanke an. Eines der neuen Förderangebote ist der "Digi-Winner", mit dem auch ältere Arbeitnehmerinnen und -nehmer wertvolle digitale Kompetenzen für die berufliche Zukunft erwerben können.