Stadtrat Jürgen Czernohorszky stand CLUB WIEN Rede und Antwort. © Bohmann/Andrew Rinkhy

 

"Beste Chancen für alle Kinder" - Interview mit Stadtrat Jürgen Czernohorszky

CLUB WIEN sprach mit Stadtrat Jürgen Czernohorszky darüber, was er als Stadtrat für Bildung, Jugend, Integration und Personal umsetzen will.

CLUB WIEN: Herr Stadtrat, was sehen Sie als Ihre größten Herausforderungen für die Zukunft?

Jürgen Czernohorszky: Gute Politik ist dafür verantwortlich, dass alle Bürgerinnen und Bürger ein glückliches, erfülltes Leben führen können. Als Bildungsstadtrat trage ich Sorge, dass kein Kind zurückbleibt. Ich will sicherstellen, dass sie ideale Lernbedingungen vorfinden, Freude am Lernen und Neugier entwickeln können.

CLUB WIEN: Bildung wird in Österreich vererbt. Was tut die Politik, damit alle Kinder gleiche Chancen haben?

Czernohorszky: Bildungs- und Lebenschancen dürfen nicht vom Geldbörsel der Eltern abhängig sein. Wir haben die Gratis-Nachhilfe eingeführt und ausgebaut. Die Hälfte aller Schulen ist ganztägig, wo die Kinder auch am Nachmittag gefördert werden. Mir ist wichtig, dass das Kind im Mittelpunkt steht und dass alle im Bildungsbereich Tätigen zum Wohle des Kindes zusammenarbeiten. Leider werden die Rahmenbedingungen durch die Kürzungen der Bundesregierung immer schwieriger. So haben wir zwar 1.300 Schülerinnen und Schüler mehr, aber 120 Dienstposten im Schulbereich weniger.

CLUB WIEN: Welche Projekte sind für 2019 geplant?

Czernohorszky: 2019 starten die Summer City Camps. Wiener Kinder sollen Abenteuer, Spaß, Sport erleben und Lernangebote nützen. Neun Wochen Ferien sind für Eltern ein Spagat. Wir wollen sie unterstützen.

CLUB WIEN: Wien hat ein ambitioniertes Schulbauprogramm. Wird es fortgeführt?

Czernohorszky: Unsere Kinder haben das Recht auf schöne Schulen mit viel Freiraum, bester Ausstattung und flexiblen Räumen, die moderne Lernkonzepte ermöglichen. 2019 eröffnen wir 100 neue Klassen und den siebten Bildungscampus. Wir haben aus den ersten Campusbauten gelernt und auch Bildungsgrätzl eingerichtet. In diesen arbeiten Bildungsinstitutionen zusammen und führen gemeinsam Projekte durch.

 

CLUB WIEN: Im Februar startet die "Werkstadt Junges Wien". Worum geht's dabei?

Czernohorszky: In Wien leben 360.000 Kinder und Jugendliche. Wir wollen sie in Workshops fragen, was diese Stadt besser machen kann. Es wird Wiens größtes Teilhabeprojekt.

CLUB WIEN: Was sind Ihre dringlichsten Anliegen in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit?

Czernohorszky: Wiens Jugendarbeit ist einzigartig - bei der Professionalität wie auch der Intensität. Wir investieren heuer über 33 Millionen Euro. Kinder und Jugendliche brauchen Raum, wo sie sich aufhalten und entfalten können. Die Jugendarbeit ist ein zentraler Beitrag für Demokratie und sozialen Frieden. Es geht darum, Kinder und Jugendliche stark zu machen, sich eine Meinung zu bilden und diese selbstbewusst zu vertreten.

CLUB WIEN: Welche Maßnahmen zur Integration setzt die Stadt?

Czernohorszky: Integration heißt, dass die Menschen möglichst rasch auf eigenen Beinen stehen. Dass sie Zugang zu Bildung, Sprachkursen, Arbeit und Teilhabe in der Stadt haben. Integration funktioniert nicht, indem man die Gesellschaft spaltet. In Wien wird es weiter Sprachförderung und Brücken in den Arbeitsmarkt geben.

CLUB WIEN: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Czernohorszky: Alle, die in Wien politisch tätig sind, sollen für und nicht gegen die Stadt arbeiten. Für die Wienerinnen und Wiener wünsche ich mir ein Leben in einer solidarischen, starken Stadtgemeinschaft, in der das Gemeinsame im Mittelpunkt steht.