22.APRIL 2021 
Fortschritt
Die COVID-Trainingsapp spart Zeit und erhöht die Sicherheit in Krankenhäusern. © ovos media GmbH

Innovate4Vienna: COVID-Trainingsapp

Einige Wiener Unternehmen sind der Pandemie mit Einfallsreichtum begegnet und wurden dabei von der Wirtschaftsagentur Wien im Rahmen von „Innovate4Vienna“ unterstützt. Ein Beispiel: Die COVID-Trainingsapp.

Die Pandemie stellt die Welt vor ungeahnte Herausforderungen. Gerade Krankenhäuser müssen nach wie vor Übermenschliches vollbringen. Die Wiener Digitalagentur ovos fasste letzten Sommer den Entschluss, einen Beitrag im Kampf gegen Corona zu leisten. Die Idee: eine COVID-Trainingsapp. „Da Corona ein gänzlich neues Problem war, gab es auch keinerlei digitale Schulungsangebote. Das heißt, Ärztinnen und Ärzte mussten Schulungsarbeit leisten. Das stellt klarerweise eine erhebliche Zusatzbelastung dar. Unser Ansatz: Wenn das digital ausgelagert werden kann, wird das Personal entlastet“, sagt Jörg Hofstätter, Geschäftsführer von ovos.

Aus einer Idee wird Realität

Die App sollte mit spielerischen Mitteln und lehrreichen Szenarios wichtige Inhalte darstellen. In Zusammenarbeit mit Profis aus Game-Design, Virologie und Medizin wurde eine multiplattformfähige Anwendung gestaltet. Das heißt, die App funktioniert sowohl für iOS und Android als auch im Web. Die größte Herausforderung war dabei nicht unbedingt der technologische Aspekt. „Hygienemaßnahmen werden in Krankenhäusern teilweise sehr individuell gehandhabt. Ein Beispiel von vielen wäre, dass unterschiedliche Häuser unterschiedliche Schutzmasken verwenden. Wir mussten also ein Basisgerüst entwickeln, dass für die einzelnen Anwenderinnen und Anwender adaptiert werden kann“, sagt Hofstätter. Die hausspezifischen Inhalte können von den einzelnen Gesundheitseinrichtungen mithilfe eines niederschwelligen Redaktionssystems einfach angepasst werden.

Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der App war die Förderung der Wirtschaftsagentur Wien im Rahmen der Förderschiene „Innovate4Vienna“. Jörg Hofstätter: „Ohne diese Unterstützung wäre es nicht möglich gewesen, das Projekt umzusetzen. Höchstens als Hobbyprojekt. Der technologische Aufwand, aber vor allem auch der Austausch mit Expertinnen und Experten in dieser Dimension wären undenkbar gewesen.“

Spielerisch und doch effizient lernen

Dem Team gelang, eine App mit zeitgemäßer Lerntechnologie zu entwickeln. In Modulen wird effizient geschult. Möglich machen das punktgenau entwickelte Themenbereiche, die einzeln vermittelt werden können. Neben allgemeinen Infos zu Corona stehen dabei vor allem Hygienemaßnahmen, Kontaktmanagement, aber auch psychologische Hilfestellungen im Mittelpunkt. So wird beispielsweise der richtige Umgang mit den diversen Schutzmasken anhand von Videos gelehrt. „Wir haben das Lernangebot so konzipiert, dass es auf unsere Zielgruppen zugeschnitten ist. Das wären Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Assistenzberufe und auch externe Krankenhausmitarbeiterinnen und -mitarbeiter“, sagt Hofstätter.

Ein wichtiger Punkt ist, dass die App nicht nur zeitsparend und praxisorientiert ist, sondern auch großflächig eingesetzt werden kann. Die medizinische Universität Wien setzt die App bereits im Training ein und vermeldet sehr positives Feedback. Viele Krankenhäuser evaluieren einen Einsatz, aber auch außerhalb tun sich Möglichkeiten auf. Quer durch den Pflegesektor ist ein Einsatz mehr als sinnvoll, da gerade auf kleinerer Ebene keine Lernprogramme existieren, etwa in vielen Pflegeeinheiten.

So wie sich das Virus im vergangenen Jahr verändert hat und ständig neue Herausforderungen präsentiert, verändert sich auch die App. „Wir konnten uns anfangs überhaupt nicht vorstellen, wie schnell sich alles entwickeln wird. Von medizinischen Fortschritten bis hin zu den Impfungen ist die Regelmäßigkeit, mit der Updates durchgeführt werden müssen, auf einem ganz neuen Level. Das ist auch für uns völlig neu“, so Hofstätter.

Die App ist ein Musterbeispiel dafür, wie Wiener Unternehmen mit viel Kreativität einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen die Pandemie leisten. Das Angebot spart dem Personal nicht nur jede Menge Zeit, es hilft auch, eine bessere Einhaltung der Hygienevorschriften zu erzielen. Und so wird dem Ausfall von dringend nötigen Kräften vorgebeugt. Eine Idee macht einen Unterschied, auch dank der Förderung der Stadt Wien.