23.JUNI 2020 
Lifestyle
Schatten und Wiese sind für Ihren Hund wesentlich gesünder als Sonne und Asphalt. Eine kleine Erfrischung sollte beim Spaziergang dabei sein. © TOW/Christian Houdek

So kommt auch Ihr Hund gesund durch den Sommer

Die hohen Sommertemperaturen belasten nicht nur uns Menschen. Auch Hunde können darunter leiden. CLUB WIEN hat bei der Tierschutzombudsstelle Wien nachgefragt, worauf man beim Gassigehen achten sollte und inwieweit Hunde sporttauglich sind.

Allzu oft vergessen Hundehalterinnen und Hundehalter darauf, dass ihre vierbeinigen Freunde nicht alles mitmachen können. Gerade in den letzten Wochen wurde eifrig debattiert, ob man den Hund beim Radfahren mitnehmen sollte. Die Antwort lautet: nein. Laut Straßenverkehrsordnung ist es verboten, einen Hund an der Leine oder angehängt am Rad mitzuführen. Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien: „Aus Tierschutzsicht ist das Mitlaufen eines Hundes am Rad extrem heikel. Es gibt nur ganz wenige Hunde, für die diese Art der Bewegung geeignet sind. Das Problem ist jedoch, dass die Halterinnen und Halter das Verhalten ihres Tiers nicht immer richtig deuten. Ein Hund möchte seinem Menschen in der Regel gefallen und macht daher oft erst einmal alles mit, was Frauerl oder Herrl vorgeben.“ Hunde können nicht sagen, wenn es ihnen zu viel wird. Gerade beim Radfahren kann es also zu einer lebensbedrohlichen Überforderung kommen.

Eine Alternative dazu sind Transportkörbe, die es erlauben, den Hund auf einen Radausflug mitzunehmen. „Spezielle Hundetransportkörbe können für kleinere Hunde eine gute Möglichkeit sein, gemeinsam mit dem Rad ans Ausflugsziel zu gelangen. Das Tier muss jedoch zunächst langsam an das ruhige Sitzen im Korb gewöhnt werden. Wichtig ist zudem, dass der Hund im Korb gesichert wird, damit er nicht während der Fahrt hinaushüpfen kann, wenn er etwas Spannendes in der Landschaft entdeckt“, sagt Persy.

Joggen nur mit viel Rücksicht

Auch Joggen ist nicht immer optimal. Nicht jeder Hund ist dafür geeignet. Nur ausgewachsene und gesunde Hunde sollten überhaupt joggen. Und auch dann gibt es viele Faktoren zu beachten. „Die Laufstrecke sollte möglichst nicht über Asphalt oder steinigen Untergrund führen, da dies sehr belastend für die Pfotenballen und Gelenke des Hunds ist. Die Routen sollten auch nicht zu lang sein. Mehrere Pausen, in denen der Hund die Gegend erkunden kann, sollten zur gemeinsamen Joggingrunde unbedingt dazugehören“, sagt Persy.

Auch in Sachen Zubehör gibt es viele Missverständnisse. Von Flexileinen, Haltis oder Sicherungen am Halsband rät Persy ab. Ein gut sitzendes Brustgeschirr sowie speziell für das Joggen entworfene Leinen, die man im gut sortierten Fachhandel finden kann, sind besser. Ein gut trainierter Hund kann übrigens durchaus ohne Leine mitlaufen. In Wien muss dann aber ein passender Maulkorb angebracht sein, mit dem der Hund gut hecheln und Wasser aufnehmen kann.

Ganz wichtig: Hunde sollten nach der Fütterung grundsätzlich ein bis zwei Stunden Pause haben, bevor sie sportlichen Aktivitäten nachgehen, da sonst die Gefahr einer lebensbedrohlichen Magendrehung besteht.

Hohe Temperaturen sind ein Problem

Im Sommer kann aber schon der ganz normale Spaziergang eine Herausforderung sein. „Die sommerliche Hitze stellt für alle Hunde eine große Belastung dar. Besonders in der Stadt wird der Gang auf dem aufgeheizten Asphalt für die empfindlichen Hundepfoten zur Tortur. Daher sollten die größeren Spazierrunden im Sommer unbedingt in die frühen Morgen- und späteren Abendstunden gelegt werden und wenn möglich nicht auf asphaltierten Straßen stattfinden“, sagt Persy. Wasser muss immer mit dabei sein. „Dafür gibt es faltbare Reisenäpfe oder portable Hundewasserflaschen mit integrierter Schüssel.“ Auch die zahlreichen Trinkbrunnen der Stadt sind gut geeignet, den Vierbeiner zu versorgen.

Wandern und Schwimmen

Und wie sieht es beim Wandern aus? „Eine gemeinsame Wanderung kann Hund und Halterin oder Halter großen Spaß bereiten, wenn diese flexibel an den tierischen Begleiter angepasst wird. Das Wichtigste ist, dass Strecke und Geschwindigkeit von vornherein auf den Hund abgestimmt werden“, sagt Persy. Wichtig ist: Was wir beim Wandern brauchen, braucht der Hund auch. Wasser, Snacks und bei empfindlichen Tieren auch Sonnenschutz sollten immer im Rucksack sein.

Gegen Schwimmen spricht nichts, vorausgesetzt man achtet darauf, dass der Hund nicht in einem stark aufgeheizten Zustand in Wasser springt. Besser ist, zuerst die Pfoten und Beine ins Wasser zu geben, um etwas abzukühlen. Hunde schwimmen meist gerne und auch für die Gelenke ist die Bewegung im Wasser sehr angenehm. Einigen fällt das aufgrund der Rasseprädisposition leichter als anderen. Es gibt aber auch Hunderassen, etwa kurznasige Hunde oder Hunde mit sehr schwerem Körperbau, die ungern schwimmen. Besonders bei Hunden mit eingeschränkter Mobilität ist eine Hundeschwimmweste sinnvoll, um den Hund zu sichern und ihm auch ein entspanntes Schwimmerlebnis zu ermöglichen“, sagt Persy.

Eine Eiscreme für den Wauwau

Kurznasige Hunde, etwa Mops oder Bulldogge, sind generell schlecht für Sport geeignet. „Diese Hunde haben rassebedingt ohnehin eine eingeschränkte Luftzufuhr und können ihren Körper selbst durch starkes Hecheln nicht genug kühlen“, sagt Persy. „Auch Rassen mit ständiger Unterwolle und einer sehr geringen Körper-Fell-Ratio, wie zum Beispiel der Zwergspitz, haben Probleme mit der Regulierung ihrer Körpertemperatur und sind bei solchen Sportarten stark gefährdet, einen Hitzschlag zu erleiden.“

Den Hunden im Sommer Erleichterung und Freude zu verschaffen, ist aber keine Hexerei. „Im Sommer ist Hunden wie auch uns Menschen Abkühlung am liebsten. Entspannte Waldspaziergänge unter dem schattigen Grün und Ausflüge an den Badeteich oder einen kleinen Bach sind toll für Hund und Mensch“, sagt Persy. Und auch Hunde mögen Eiscreme. „Nach dem Spaziergang freuen sich Hunde über Hundeeis. Dieses kann man zum Beispiel selbst machen, indem man Joghurt oder Topfen mit Banane, Käse oder Leckerlis mischt, in einen Kong füllt und diesen im Tiefkühlschrank friert.“