Die Mädls des WAC sind absolut fit. © Bohmann

Hockey: Den Ball flach halten

Anstoß, Schuss und Tor! Na ja, ganz so einfach geht's beim Hockey nicht. Technik, Kondition und Geschick muss man schon mitbringen. Wir haben uns einen Schläger geschnappt und getestet, wie viel man davon wirklich braucht.

Schon kurz nachdem wir die Sporthalle betreten und uns ein Bild vom Geschehen gemacht haben, können wir sagen: Jede Menge! Da schwingen Schläger, da rollen Bälle. Die Mädels der Bundesligamannschaft des WAC sind absolut fit. Das merken wir auch gleich in der Aufwärmphase.

Zuerst werden einige Runden durch die Halle gelaufen. Das erhöht den Puls und stimmt auf die anschließenden Übungen ein. In einer Reihe aufgestellt, heißt es jetzt. Verschiedene Schrittfolgen von einer Seite zur anderen wärmen die Beinmuskeln auf. Ein paar Strecksprünge bringen die Sprunggelenke in Schwung. Und zehn Sit-ups später sind wir auch schon bereit für ein kleines Spiel. Doch stopp! Gut aufgewärmt zu sein, reicht bei Weitem nicht. Deshalb gibt's für uns von Co-Trainer Armin eine kleine Einführung.

Drehen und wenden

Als Erstes zeigt er uns, wie man den Schläger richtig hält. Die linke Hand umfasst ihn oben, mit der rechten greift man weiter hinunter, hält den Schläger aber eher locker. Denn man muss ihn ja flexibel drehen und wenden können. Der Schläger ist einen Meter lang und besitzt am unteren Ende eine Krümmung. Er hat eine runde und eine flache Seite. "Der Ball darf aber nur mit der flachen Seite gespielt werden", erklärt Armin. Deshalb muss man den Schläger oft drehen und wenden. Wie beim Tennis spielt man entweder Vor- oder Rückhand. Allerdings nicht in der Luft, sondern am Boden.  

Das probieren wir doch gleich mal aus. Armin ist so nett und stellt uns ein paar Hütchen auf. "Im Slalom den Ball um die Hütchen führen", bekommen wir die Anweisung. Dabei sollen wir den Schläger immer wenden und den Ball nicht zu weit spielen. Klingt um einiges einfacher, als es ist. Beim ersten Versuch lernen wir gleich mal die rechte Hallenhälfte näher kennen, in die der Ball verschwunden ist. Spätestens jetzt wissen wir, warum auch Kondition so wichtig beim Hockey ist.

Stop and go

Beim Hockey geht es sowohl um die Leistung der einzelnen Spielerinnen und Spieler als auch um das gesamte Teamplay. Nur wenn die gemeinsam erarbeiteten Spielzüge funktionieren, kann ein erfolgreiches Match zustande kommen. Deshalb steht jetzt eine Übung für die ganze Mannschaft auf dem Programm. Jeweils zwei Spielerinnen stellen sich gegenüber auf. Dann wird der Ball zwischen den Hütchen hin- und hergepasst. Aber einfach draufhauen ist nicht! Tut man das, heißt es wie im Film: "Lauf Forrest, lauf!" Der Ball bewegt sich dann nämlich irgendwo hin, nur nicht zur Gegenspielerin. Deshalb ganz wichtig: Zuerst den Ball stoppen.

Das macht man mit einer eleganten Drehung des Schlägers, sodass die Krümmung den Ball ein bisschen einharkt. Kommt er zum Stehen, kann man Schwung holen und ihn zurückspielen.

Voller Körpereinsatz

Beim Hockey geht es ganz schön zur Sache. Das kann schon einmal richtig wehtun, wenn man eins mit dem Schläger übergezogen bekommt. Damit genau das nicht passiert, gibt es klare Regeln. "Hockey ist ein No-Contact-Sport", erklärt uns Armin. Berührt werden dürfen nur der Schläger und mit diesem der Ball. Durch diese Regeln wird ein Großteil der potenziellen Gefahrenquellen beseitigt. Einzig die Torfrau oder der Tormann wehrt mit vollem Körpereinsatz alles ab, was geht. Selbst wenn's ein unabsichtlich ausgekommener Handschuh ist.  

The Playground

Beim Hallenhockey ist ein Feld genauso groß wie ein Handballfeld. Dieses ist durch zehn Zentimeter hohe Banden an den Seiten begrenzt. Vor dem Tor befindet sich ein markierter Schusskreis. Nur innerhalb dieses Kreises darf auf das Tor geschossen werden. Und welch ein Zufall, wir stehen gerade im Kreis, haben einen Schläger in der Hand und einen Ball vor uns. Torhüterin Stella macht sich bereit. Armin gibt noch letzte Tipps: "Am besten ein bisschen in die Knie gehen und vor dem Schlagen des Balls einen Schritt nach vorne machen." Das bekommen wir hin. Und nach den ersten etwas zaghafteren Versuchen landet der Ball dann auch beinahe im Tor, wenn …

… ja wenn die Torhüterin ihren Job nicht so gut machen würde. Da sind wir als Anfängerinnen und Anfänger leider chancenlos. Aber das ist natürlich ganz gut so. Schließlich spielen die Mädels in der ersten Bundesliga. Sie verfügen aber trotz des Mannschaftsdurchschnittsalters von circa 17 Jahren über einiges an Spielerfahrung.

Unser Fazit: Wer Hockey auf Bundesliganiveau spielen möchte, muss früh damit anfangen. Am besten in einer der Kinder- und Jugendmannschaften des Wiener Athletiksport Clubs, WAC. Für alle erst später Hockey-Begeisterten ist aber natürlich nicht Endstation. In Wien gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Schläger auch hobbymäßig zu schwingen.