Bei Schneefall muss die Eisfläche mit Wasser übergossen werden, sonst entsteht Schaumeis und die Fläche ist nicht befahrbar. © PID/Christian Fürthner

Wenn Eislaufträume wahr werden

Ganz schön eisig war es am Wiener Rathausplatz, als im Jänner aus dem Kleinen Eistraum der Wiener Eistraum wurde. Der technische Leiter, Thomas Karaba, kümmerte sich vor Ort um einen reibungslosen Umbau.

Zum 23. Mal findet heuer der Wiener Eistraum statt. Vor dem Rathaus werden auf einer Fläche von knapp 8.000 Quadratmetern Eislaufbahnen, zwei Eislaufflächen und eine Eisstockbahn aufgebaut. Dieses Jahr verändert sich die Eislauffläche ein wenig, denn die beliebten Wege wurden um 200 Meter verlängert. Der Umbau vom Kleinen Eistraum zum Wiener Eistraum innerhalb nur weniger Tage ist eine organisatorische und technische Herausforderung. CLUB WIEN war bei den Umbauarbeiten vor Ort und begleitete Thomas Karaba, den technischen Leiter des Wiener Eistraums, bei seiner Arbeit.

Auf Besichtigungstour mit Thomas Karaba

"Bitte immer schauen, wohin man steigt, da wir uns hier auf einer Baustelle befinden." Thomas Karaba empfängt uns am rechten Seiteneingang des Wiener Eistraums. Es hat die ganze Nacht hindurch geschneit und die Baustelle ist von einer weißen Schneedecke überzogen. Jeder Schritt ist mit Vorsicht zu machen, denn es herrscht Rutschgefahr. Das eisige Wetter hat den Umbauarbeiten gleich zu Beginn einige Steine in den Weg gelegt. So musste bereits in der Nacht mit den ersten Tätigkeiten begonnen werden, um aufgrund des anhaltenden Schneefalls keine Verzögerungen zu riskieren.

Es ist 14 Uhr und der Schneefall lässt langsam nach. Am Wiener Rathausplatz schaufeln Bauarbeiter den Schnee von den Eisflächen und den Holzböden. Bevor der Umbau weitergehen kann, muss zuerst der Schnee weggeräumt werden. Gemeinsam mit dem technischen Leiter des Wiener Eistraums geht es zu einer Besichtigungstour auf die Baustelle.

Das Gießen der Eislaufbahnen

Auf der großen Eislauffläche direkt vor dem Rathaus stehen zwei Arbeiter mit Wasserschläuchen in den Händen. Sie gießen die Eisfläche. "Bei Schneefall muss zuerst der Schnee von der Eisfläche geschaufelt werden, sonst entsteht Schaumeis, vergleichbar mit Styropor, und die Eislaufbahn ist nicht mehr befahrbar", erklärt Herr Karaba. Durch das Abschaufeln und das anschließende Begießen mit Wasser wird die Eisfläche wieder eben. Die  Bodenkühlung bringt das Wasser zum Gefrieren. Doch wie wird eigentlich eine künstliche Eisfläche erzeugt? "Mithilfe von Kühlschläuchen, ähnlich einer Fußbodenheizung, wird eine Eisschicht erzeugt. Die Fläche wird entsprechend präpariert, um den Boden permanent gefroren zu halten. Wir gefrieren den Boden auf ungefähr minus acht Grad Celsius. Außer es ist draußen kälter, aber das kommt nur selten vor", so Thomas Karaba.

Für die Eislaufbahn wird eine Bodenkühlung aus vernetzten Rohren installiert. Diese ist an eine Wasserpumpe und diese wiederum an die Kältemaschine angeschlossen. Die Wasserpumpe sorgt dafür, dass die Flüssigkeit ständig durch die Rohrnetze der Eisbahn zirkuliert. Die Kältemaschine senkt nach und nach die Temperatur des Wassers auf minus acht bis minus zehn Grad Celsius. Anschließend wird mit einem Wasserschlauch die erste Wasserschicht über den Rohrleitungen der Kältedecke aufgesprüht. Das Wasser kristallisiert sofort. Dieser Prozess wird mehrmals wiederholt und so entsteht die Eisschicht.

Kulinarische Vielfalt

Die nächste Station auf der Besichtigungstour ist der Gastronomiebereich. Der Wiener Eistraum ist besonders für seine kulinarische Vielfalt bekannt. Die Umbauarbeiten für diesen Bereich mussten aufgrund des Schneefalls bereits in der Nacht des 13. Jänners starten.

"Vor der Eröffnung des Wiener Eistraums werden die rund 180 Gastronomie-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter vor Ort von mir genau eingeschult. Ich zeige ihnen, wo alles ist und worum es am Wiener Eistraum geht", erzählt Saša Asanović, Leiter des Gastronomiebereichs. "Für uns ist wichtig, dass die Gäste an erster Stelle stehen. Es ist eine Menge Arbeit, die noch dazu aufgrund des Wetters unter erschwerten Bedingungen stattfinden wird. Man muss darauf achten, dass von der ersten bis zur letzten Sekunde alle Gäste auch wirklich so betreut werden, wie sie es verdienen, und zwar perfekt." Auch dieses Jahr wird es einen experimentellen Innovationsstand geben. "Unsere kulinarischen Highlights bestehen aus Austern, Wiener Schnecken und Champagner. Darüber hinaus gibt es viele Köstlichkeiten: von Käsespätzle und Krapfen über Bratwürste bis hin zum berühmten Wiener Kaiserschmarren. Ein vielseitiges und tolles Angebot, damit für jeden Gast etwas dabei ist." Inmitten des Rathausplatzes befindet sich eine große Almhütte, die auf zwei Stockwerken barrierefrei für Besucherinnen und Besucher auch mit Schlittschuhen begehbar ist.

Von Stand zu Stand mit Schlittschuhen

Auf einer Fläche von mehr als 5.500 Quadratmetern wurde ein Holzboden ausgelegt, damit die Besucherinnen und Besucher den gesamten Gastronomiebereich mit ihren Schlittschuhen leicht erreichen können. "Das ist das Besondere: Egal wohin man am Eistraum will, man kann dort mit den Schlittschuhen hinfahren oder -gehen", erklärt Saša Asanović.  

Probieren Sie es aus!

Der Weg führt weiter zur großen Eislauffläche an der anderen Parkseite des Wiener Eistraums. Vier mit Schneeschaufeln ausgerüstete Arbeiter befreien Bahn für Bahn die Eislauffläche von Schnee. Auf der linken Seite der Eislaufbahn befindet sich die Eisstockbahn, die tagsüber Übungs- und Trainingsfläche ist. Sie ist bereits zur Gänze fertiggestellt. Von Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr und an Wochenenden sogar ganztags steht diese Eislauffläche für Kinder und Eislauf-Anfängerinnen und -Anfänger kostenlos für erste Eislaufversuche zur Verfügung. Außerdem können Kinder hier die kostenlosen Eislaufhilfen "Pinguine" benützen. Ab 17 Uhr wird die Fläche zur Eisstockbahn.

Hier geht's zum Schlittschuhverleih

Wir treffen Luka Janitschek aus dem Schlittschuhverleih. Die Schlittschuhe werden im Zuge der Umbauarbeiten ebenfalls übersiedelt. Das heißt, rund 2.000 Schlittschuhe werden mit einem Kran von ihrem alten Standort am Kleinen Eistraum zum neuen Standort übersiedelt. Danach befindet sich der Schlittschuhverleih inmitten des Rathausplatzes beim Eingangsbereich zur Eisfläche. "Wir haben Schalenschuhe, Lederschuhe zum Schnüren oder Eishockeyschuhe. Es kommt ganz auf Geschmack und Bedürfnisse an, worin man sich am wohlsten fühlt. Großteils verleihen wir aber Schalenschuhe", erzählt Herr Janitschek. Was die Größen betrifft, so gibt es Schlittschuhe in Schuhgröße 23 bis 52, Doppelkufen in Schuhgröße 22 bis 25 und 300 kostenlose Schutzhelme. "Zu 90 Prozent passt die Schuhgröße auch bei den Schlittschuhen. Wenn man zwischen zwei Größen tendiert, würde ich die größere empfehlen." All jenen, die beim Eislaufen noch nicht ganz sicher sind, empfiehlt Herr Janitschek, auf jeden Fall einen Helm zu tragen.

Der Kleine Eistraum

Der Wiener Eistraum ist durch zwei Wege mit dem Kleinen Eistraum verbunden. "Der Holzboden für die Verbindungswege ist schon gemacht. Die Eislauffläche wird noch mit einer Bodenkühlung versehen und anschließend vereist", erklärt Thomas Karaba auf dem Weg vom großen zum kleinen Eistraum. Am Eingang des Kleinen Eistraums befinden sich der Kassenbereich und der Infocontainer. Sie wurden doppelt gebaut und werden nicht übersiedelt. "Wir schalten einfach die Beleuchtung 'Kassa' und 'Info' aus und stellen Schließfächer davor. So vergrößern wir den Garderobenbereich", so Herr Karaba. Der Eingangsbereich samt neuen Kassen und Infocontainer des Wiener Eistraums befindet sich ab 19. Januar an der Eisfläche.

Die Erkundungstour endet am Kassenbereich des Kleinen Eistraums. Es ist kurz vor 16 Uhr. Die Beleuchtung am Rathausplatz schaltet sich ein und lässt den Kleinen Eistraum in bunten Lichtern erstrahlen. Mittlerweile hat es auch wieder etwas zu schneien begonnen. Trotzdem werden die Schlangen vor den Kassen nicht kürzer. Begeisterte Schlittschuhfans bereiten sich auf ihre letzten Bahnen am Kleinen Eistraum vor, bevor dieser um 22 Uhr seine Pforten schließt und der Wiener Eistraum am 19. Januar in voller Pracht eröffnet.

Die Eröffnung des großen Wiener Eistraums

Das Gratis-Eislaufen am ersten Tag des großen Wiener Eistraums ist für viele Wienerinnen und Wiener bereits Tradition. Auch dieses Jahr können Eislaufbegeisterte am 19. Jänner von 17 bis 22 Uhr die Eislaufbahnen gratis nutzen. Zusätzlich gibt es heuer zum Start ein besonderes Highlight: Mitten am Rathausplatz wird Starkoch Andi Wojta (bekannt aus Andi & Alex) unter der professionellen Assistenz von Bürgermeister Michael Häupl und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny die Gäste mit Kostproben selbstgemachter Eispalatschinken verwöhnen.

Exklusiv für Mitglieder

Gewinnspiel
Bild zum Gewinnspiel

18. Jänner 2018 - 12. Februar 2018

Wir verlosen: 3 x 2 Eintrittskarten für den Wiener Eistraum.

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