Der Heizungscheck dauert nicht lange und kann viel Geld sparen. © Getty Images

 

So ist Heizen effektiver und billiger

Wenn es draußen kalt wird, werden die Heizungen angedreht. Allzu oft bleibt aber der Heizungscheck aus. Der sorgt aber nicht nur für angenehme Wärme, er kann auch Kosten sparen. CLUB WIEN hat bei DIE UMWELTBERATUNG Tipps eingeholt.

Wenn es im Eigenheim nicht so richtig warm wird oder die Heizkosten explodieren, kann das am fehlenden Heizungscheck liegen. In vielen Haushalten wird der leider nicht regelmäßig durchgeführt. Dabei ist das überhaupt keine Hexerei und ganz einfach zu bewerkstelligen, wie Sabine Vogel von DIE UMWELTBERATUNG bestätigt.

"Die Grundfunktionen kann man rasch und einfach selbst überprüfen, zum Beispiel ob der Thermostat funktioniert und ob der Druck passt", sagt Vogel. Gasthermen etwa werden meist über den Raumthermostat gesteuert. Die Temperatur sollte 21 bis 22 Grad betragen. Bei der Überprüfung sollte man auf die Raumtemperatur achten, die zum Sommerende mitunter noch höher ist. Die Gastherme sollte sich einschalten, wenn auf eine höhere Temperatur als die momentane Raumtemperatur eingestellt wird.

Jährliche Wartung ist wichtig

Und auch wenn man selbst viel machen kann: Heizkessel oder Therme sollten ein Mal im Jahr von einem Installationsbetrieb gecheckt werden. "Der Service durch den Installateur ist gesetzlich aus Sicherheitsgründen vorgeschrieben, damit alles gefahrlos funktioniert. Außerdem ist dieser Service wichtig, damit das Gerät effizient arbeitet", sagt Vogel. Kommen Mieterinnen und Mieter dieser Verpflichtung nach, werden Reparaturkosten von Vermieterinnen und Vermietern übernommen. Andernfalls wäre es möglich, dass die Kosten auf Mieterinnen und Mieter abgewälzt werden.

Als Nächstes überprüft man den Druck. Viele Wohnungen in Wien haben eine Gaskombitherme. Im Sommer wird die auf den Sommerbetrieb gesetzt, der Druck kann sinken. Dann liegt die Anzeige unterhalb des grünen Bereichs. Um den wieder zu erhöhen, müssen Sie nur Wasser nachfüllen. Dafür gibt es ein spezielles Ventil. Ist der Druck zu hoch, liegt er überhalb des grünen Bereichs, dementsprechend muss Wasser abgelassen werden. Das machen Sie idealerweise direkt am Heizkörperentlüftungsventil. Achtung: Becher unterstellen, damit nichts auf den Boden tropft.

Entlüften Sie selbst

Ein weiterer Klassiker: Der Heizkörper gluckert und gurgelt und wird nicht gleichmäßig warm. In dem Fall ist Luft drinnen. Auch dafür liefert DIE UMWELTBERATUNG eine ganz einfache Lösung:

  1. Drehen Sie den Temperaturregler an Ihrem Heizkörper so weit wie möglich auf und warten Sie, bis der Heizkörper heiß ist.
  2. Stecken Sie den Schlüssel ins Entlüftungsventil, um es zu öffnen.
  3. Lassen Sie jetzt die Luft aus dem Heizkörper, bis nur mehr Wasser herausrinnt. Das Wasser fangen Sie mit einem kleinen Gefäß auf.
  4. Schließen Sie das Entlüftungsventil wieder und drehen Sie den Temperaturregler zurück. Bei Gasthermen: Kontrollieren Sie den Wasserdruck an Ihrer Therme. Ist der Druck unterhalb des grünen Bereichs, müssen Sie über den Zulauf entsprechend Wasser nachfüllen.

Niedrigere Kosten garantiert

Der Heizungscheck spart Ihnen bare Münze. Bis zu zehn Prozent kann die Ersparnis betragen. "Verschmutzungen im Brennraum führen zu einer schlechteren Verbrennung und Wärmebereitstellung, dadurch erhöht sich der Verbrauch des Energieträgers. Ist der Systemdruck zu hoch oder zu niedrig, kann die Wärme durch die Heizkörper nicht zu 100 Prozent abgegeben werden und der Energieverbrauch steigt. Das ist vergleichbar mit dem Fahrradfahren, das anstrengender wird, je weniger Luft in den Reifen ist", sagt Vogel.

Vogel empfiehlt außerdem, die Temperaturwahl an den Tagesrhythmus anzupassen. Nachts reichen 18 Grad. Ist man wach und zu Hause, sind 21 Grad mehr als genug. "Mit Thermostatventilen lässt sich die Temperatur in den Räumen je nach Nutzung regeln. Zum Beispiel sind für das Schlafzimmer und Vorzimmer 18 Grad geeignet. Im Badezimmer sollte es etwas wärmer sein, während der Körperpflege 22 bis 24 Grad, danach wieder auf 18 bis 20 Grad zurückdrehen. Und unbedingt die Türen zu den kühleren Räumen geschlossen halten, damit die Wärme in den wärmeren Räumen bleibt", sagt Vogel.

Mehr bei DIE UMWELTBERATUNG

Noch ein häufiger Fehler ist das totale Abdrehen der Heizung. Kühlt die Wohnung zu stark ab, braucht es mehr Energie zum Wiedererwärmen, als man sich durch das Abschalten erspart hat. Und: lüften, lüften, lüften. "Wer mehrmals täglich wenige Minuten querlüftet, verliert dabei viel weniger Wärme als bei länger gekippten Fenstern", sagt Vogel.

Tipps zum Heizen bietet DIE UMWELTBERATUNG im Infoblatt "Richtig heizen".