Mit Hunden lässt es sich in der Regel unkompliziert verreisen. Einige Dinge sollte man allerdings bereits im Vorfeld beachten. © iStockphoto

Urlaub mit Hund, Katz' und Co

Auch Haustierhalterinnen und -halter fahren gerne auf Urlaub. Was aber tun mit den tierischen Lieblingen? Mit auf die Reise nehmen oder doch in Obhut geben? CLUB WIEN hat in Erfahrung gebracht, was für die Vierbeiner am besten geeignet ist.

Wochen, manchmal Monate, bevor es auf die ersehnte Urlaubsreise geht, gilt es, Vorkehrungen zu treffen: Flug, Unterkunft und etwaige Aktivitäten vor Ort wollen gebucht, Gepäck und Reiseapotheke zusammengestellt, Zeitungsabos vorübergehend abbestellt werden. Freundinnen und Freunde, Bekannte, Verwandte werden gebeten, sich um Pflanzen und das Leeren des Briefkastens zu kümmern. Auch wer ein Haustier beherbergt, muss sich Gedanken machen, ob man seinen Liebling mitnimmt oder in Obhut gibt. Bleibt das Tier daheim, sollte man sich rechtzeitig darum bemühen, wer sich um darum kümmert oder wo man es unterbringt.

Füttern und Spazierengehen üben

Mit Ausnahme von Hunden empfiehlt Eva Persy von der Tierschutzombudsstelle Wien, Haustiere prinzipiell zu Hause zu lassen und nicht in den Urlaub mitzunehmen. Mehr noch: Bevor sich Herrchen und Frauchen endgültig in die Ferien verabschieden, sollten Füttern und Betreuen mit der jeweils dafür verantwortlichen Person geübt werden, rät Persy: "Wenn sich jemand um meine Katze kümmern soll, könnte man das diese Person beispielsweise über ein Wochenende machen lassen, bevor man länger auf Urlaub fährt. Jemand kann noch so willig sein, so gut zuhören und sich alles aufschreiben. Wenn er oder sie dann tatsächlich alleine in der Wohnung ist, dann tauchen vielleicht doch noch Fragen auf." Diese können dann leicht beantwortet werden, was im Ernstfall oft nicht mehr möglich ist.

Manche überlegen womöglich, ihren Liebling für die Dauer des Urlaubs in einem sogenannten Tierhotel unterzubringen. Dieses sollte man sich Persy zufolge davor unbedingt genau anschauen: "Wenn das Angebot von Platz, Rückzug sowie Futter und Wasser bei Kleintieren wie Meerschweinchen und Kaninchen passt und zudem keine potenziellen Feinde im näheren Umfeld untergebracht werden, dann geht das in Ordnung. Bei Hunden und Katzen wäre ich eher vorsichtig", erklärt die Wiener Tierschutzombudsfrau. "Ich habe selbst einen Hund und ein Jahr gesucht, bis ich jemanden gefunden habe, bei dem ich gewusst habe, da kann ich mich entspannen. Das haben wir auch geübt, zuerst mit Spaziergängen, da diese Sitterin selbst zwei Hunde hat. Das Tier bleibt zunächst nur einmal über Nacht. Dann wird der Aufenthalt Stück für Stück weiter ausgebaut."

Die Wahl des Transportmittels

Mit Hunden lässt es sich prinzipiell gut und unkompliziert verreisen. Wichtig ist dabei die Wahl des Transportmittels. Von Flugreisen rät Persy dringend ab, es sei denn, man übersiedelt und der Ortswechsel ist permanent. Zugreisen sind hingegen meist unproblematisch, man muss sich allerdings im Klaren sein, dass auch für Hunde eine Fahrkarte besorgt werden muss. Diesbezüglich gibt es freilich von Land zu Land Unterschiede: Mal gibt es eine Pauschale, mal wird nach der gefahrenen Kilometeranzahl verrechnet.

Ist man mit dem Auto unterwegs, sollte der Hund nach der jeweiligen Ländervorschrift untergebracht sein. Empfehlenswert ist in jedem Fall ein massiver, fest eingebauter Käfig aus Aluminium. "Denn wenn ich auf der Autobahn einen Unfall habe, halten das Plastikkonstruktionen nicht aus", sagt Eva Persy und ergänzt: "Gurte, mit denen man den Hund am Brustgeschirr anschnallen kann, werden zwar im Fachhandel angeboten, bergen aber für das Tier ein hohes Verletzungsrisiko."

Hundeverbot am Strand

Vor der Reise sollten sich Hundehalterinnen und -halter im jeweiligen Hotel erkundigen, ob Hunde dort überhaupt erwünscht sind. Nur weil kein dezidiertes Hundeverbot herrscht, bedeutet das nicht, dass die Unterkunft tatsächlich hundefreundlich ist. "Hundefreundlich heißt für mich, dass ich nicht schief angesehen werde, wenn ich mit meinem Hund am Gang unterwegs bin", erzählt Eva Persy. "Hundefreundlich heißt auch, dass damit gerechnet werden muss, dass Hundehaare im Zimmer verteilt sind. Wichtig ist außerdem, dass man Bescheid gibt, wenn man den Hund im Zimmer lässt, damit es keine Zwischenfälle gibt, wenn das Reinigungspersonal das Zimmer betritt."

Auch bei der Wahl der Destination an sich ist Vorsicht geboten. Mit einem Hund etwa ans Meer zu fahren, kann sich schwierig gestalten. "Meist gibt es Verbote, die es den Tieren untersagen, sich am Strand aufzuhalten. Den Hund mitzunehmen und dann den ganzen Tag im Hotelzimmer zu lassen, würde ich nicht machen." Hunde sind übrigens sehr hitzeempfindlich, Kälte macht ihnen wiederum weniger aus.

Gepäck für Vierbeiner

Vor der Abreise empfiehlt sich außerdem ein Besuch bei einer Tierärztin oder einem Tierarzt, so Persy: "Die Länder haben unterschiedliche Impfvorschriften und Veterinärmedizinerinnen und -mediziner wissen, welche Impfungen jeweils durchgeführt werden müssen. Außerdem gibt es für Hunde den EU-Heimtierausweis. Darin sind die durchgeführten Impfungen und die jeweilige Chip-Nummer eingetragen. Den müssen Hundebesitzerinnen und -besitzer dabei haben und auf Verlangen vorweisen können."

Ist man schließlich unterwegs, sollte man nicht nur für sich selbst, sondern auch für den geliebten Vierbeiner gepackt haben. "Verreist man im Sommer, ist es besonders wichtig, ständig Wasser anbieten zu können. Viele Hunde haben außerdem besondere Bedürfnisse, was das Futter anbelangt, oder brauchen Medikamente." Nicht zuletzt deshalb sollte neben einem Erste-Hilfe-Set für Hunde auch auf Wasser- und Futternapf nicht vergessen werden. Mit dabei haben sollte man zudem eine eigene Decke, etwa fürs Sofa im Hotelzimmer. 

Unvorhergesehene Situationen

Neben dem EU-Heimtierausweis sollte auch ein Maulkorb im Gepäck sein. "Oft gibt es im Sommerurlaub Situationen, bei denen ein Maulkorb vorgeschrieben ist, etwa bei einer Fahrt mit der Seilbahn oder bei einem Besuch bei einer Tierärztin oder einem Tierarzt an Ort und Stelle", verrät Eva Persy.

Trifft man letztendlich die entsprechenden Vorkehrungen, bleiben vom Sommerurlaub für Hund, Katz', Frauchen und Herrchen nur schöne Erinnerungen. Mensch und Tier sollen sich schließlich auch auf den nächsten Urlaub freuen können.