Die Party Zipation ist ein Parklet im 18. Wiener Gemeindebezirk mit Spiel- und Vorlesestunden, Kinderbücherschrank, Kleidertauschbörsen und vielem mehr. © Daniel Auer

Grätzloasen für ganz Wien

Öffentlicher Raum, der kreativ genutzt wird und dabei das Zusammenleben im Grätzl fördert: Das sind Wiener Grätzloasen. Das können Sitzmöglichkeiten in Parkspuren, selbst gebaute Straßenmöbel oder Gemeinschaftsgärten sein. CLUB WIEN gibt einen Überblick.

Gemeinschaftsgärten, in denen Feste gefeiert werden. Große Verkehrsinseln, auf denen Führungen mit Kopfhörern veranstaltet werden. Selbst gebaute Straßenmöbel. Ein langer Tisch mitten durch eine Gasse für ein gemeinsames Abendessen. All das sind Grätzloasen. Die meisten sind unterschiedlich gestaltete, bunte und begrünte Parkspuren, sogenannte Parklets. So verschieden sie sein mögen, gemein haben sie stets ein Schild mit der Aufschrift "Grätzloase – Nimm Platz & erlebe deine Stadt".

Liebevoll und individuell gestaltet

"Am besten sind die Grätzloasen-Parklets aber an der liebevollen und individuellen Gestaltung erkennbar", erklärt Andrea Binder-Zehetner vom Verein Lokale Agenda 21 in Wien. Dieser ist für die Umsetzung des Aktionsprogramms "Grätzloase" verantwortlich. "Sie sind ein bunter Blickfang in den grauen Straßenschluchten. Oftmals laden die Initiatorinnen und Initiatoren zu gemeinsamen, kostenlosen Aktivitäten ein: frühstücken, brunchen, Backgammon spielen, gemeinsam singen, mit Ton basteln."

Unterm Strich geht es darum, in den jeweiligen Grätzln neue öffentliche Freiräume zu schaffen und bestehende kreativ zu nutzen. Stadtbewohnerinnen und -bewohner sollen so zu Stadtgestalterinnen und -gestaltern werden. Die Nachbarschaft soll eingebunden werden, Mitmachen steht ganz oben auf der Prioritätenliste. Auf diese Art und Weise soll ein wichtiger Beitrag zum sozialen Zusammenhalt im Grätzl geleistet werden.

Bis zu 4.000 Euro pro Aktion

Ins Leben gerufen wurde die Initiative 2015. Während die Lokale Agenda 21 für die Abwicklung verantwortlich zeichnet, steuert die Stadt Wien die Finanzierung bei. Wer einen positiven Bescheid auf den gestellten Antrag bekommt, erhält in mehrerlei Hinsicht Unterstützung, so Binder-Zehetner: "Wir helfen finanziell mit bis zu 4.000 Euro pro Aktion. In den meisten Fällen wird aber deutlich weniger Geld benötigt." Auch bei der Entwicklung der Ideen wird den Initiatorinnen und Initiatoren geholfen. "Im Zuge der Umsetzung ist die wichtigste Hilfe, sie bei der Einholung der notwendigen Genehmigungen zu unterstützen. Außerdem werden Fachkräfte für den Bau von Parklets vermittelt, falls nicht so viel entsprechende Kompetenz vorhanden ist", erläutert Andrea Binder-Zehetner.

Zusätzlich werden sämtliche Grätzloasen auf der eigenen Website sowie auf Facebook und Instagram beworben. Über die Wintermonate wiederum werden die Parklets und Straßenmöbel für die Initiativen eingelagert. Trotzdem: "Hauptpersonen bei der Umsetzung von Grätzloasen-Aktionen sind im gesamten Verlauf die Initiatorinnen und Initiatoren." Wer eine zündende Idee hat, kann diese direkt auf www.grätzloase.at einreichen. Dort finden sich neben allen Infos auch Beispiele von bisherigen Aktionen.