Die Grätzloase "Urban Oasis" befindet sich in der Burggasse 98 und lädt zum Relaxen und Genießen ein. © PID/Christian Fürthner

Urban Oasis: Die Freiheit, selbst mitzugestalten

In der Burggasse 98 vereinen sich Kunst und Umgebung. Sowohl außen als auch innen dient das Kunsthaus jungen KünstlerInnen als Plattform, ihr Umfeld frei zu gestalten. 2018 erweiterte die Burggasse ihren Kreativraum um eine Grätzloase, die Urban Oasis.

Kaum zu übersehen und oft bestaunt: Das Kunsthaus in der Burggasse 98 wurde im Jahr 2014 komplett neu bemalt. Das Besondere, die Außenfassade, ist von den Street-Art-Künstlern der Wiener Irga-Irga Crew (bestehend aus den Künstlern Knarf, Mafia/Tabak und Freshmax) im Auftrag des Eigentümers, Niklas Worisch, gestaltet worden. Seitdem hat sich das über 150 Jahre alte Gebäude zu einem Treffpunkt für junge Künstlerinnen und Künstler sowie Designerinnen und Designer entwickelt. Die Burggasse 98 vereint Galerie, Film-Cutting-Studio, Fine Art Store, offene Werkstatt, Piercing-Studio und seit diesem Jahr auch eine Grätzloase. CLUB WIEN besuchte Niklas Worisch in der Burggasse und hat mit ihm über freie Kunstgestaltung und die neue Grätzloase gesprochen.

2014 startete die Umgestaltung der Hausfassade in der Burggasse 98. © PID/Christian Fürthner

Ein Ort, an dem Ideen zur Realität werden

"Wir wollen mit dem Haus ein Exempel statuieren und zeigen, dass wir alle unser Umfeld mitgestalten können. Zum Wohle von uns selbst und auch zum Wohle von unseren Mitmenschen", erklärt Worisch. Freien Raum schaffen für freie Gestaltung, ist das Ziel der Burggasse 98 und der kreative Raum wächst. So wurden in den letzten Jahren der Innenhof und das gesamte Erdgeschoß generalsaniert. "Kurz nach der Bemalung ist das Farbengeschäft Somogyi - Color Store Vienna eingezogen, gleich nebenan die Oxymoron Gallery und seit Kurzem gibt es das Piercing-Studio Schmuckes Maedchen", erzählt Worisch. Das gesamte Kunsthaus dient mittlerweile sowohl als Galerie als auch als Eventlocation und bietet Raum für Meetings, Networking und Ausstellungen. "Unsere nächste Veranstaltung ist im Oktober im Zuge der Vienna Design Week. Wir, hier in der Burggasse, sind neben dem MQ und dem Sophienspital eine von drei Hauptstationen. Es geht vorwiegend um digitale Kunst. Im Erdgeschoß haben wir Ausstellungen zu Augmented Reality, im Keller dreht sich alles um Virtual Reality und im hinteren Raum sind Designobjekte, die in Verbindung mit digitalen Medien entstanden sind", so der Eigentümer.

Dass Niklas Worisch, der selbst Kommunikationsdesign in Eindhoven studiert hat, die Burggasse 98 frei nach seinen und den Vorstellungen vieler Künstlerinnen und Künstler gestalten kann, verdankt er auch seiner Familie. "Das Gebäude gehört meiner Mutter, meiner Schwester und mir. Die beiden unterstützen mich sehr bei der Gestaltung. Dafür bin ich wirklich dankbar. Auch für die vielen Helferinnen und Helfer, die mich bei unseren Veranstaltungen und Projekten unterstützen. Wir suchen auch gerade nach Förderungen, um noch größere Projekte umsetzen zu können. Es ist toll, dass es von der Stadt Wien Projekte wie die Grätzloase gibt, die uns ermöglicht, den öffentlichen Raum mitzugestalten, um neue Räume für unsere Mitmenschen zu erschaffen", so Worisch.

Die Grätzloase wurde im Frühjahr zum ersten Mal in der Burggasse 98 aufgestellt. Seitdem wird die unkonventionelle Oase gerne und häufig genutzt. © PID/Christian Fürthner

Burggasse 98 meets Grätzloase

Dass ein Haus, in dem jeder freie Platz für Kunst- und Designprojekte genutzt wird, auch seine Straßenseite nutzen will, ist nachvollziehbar. Die Idee zur eigenen Grätzloase entstand beim Spaziergang durch den 7. Bezirk. "Mir ist aufgefallen, dass es plötzlich immer mehr kreative Schanigärten in Wien gibt. Irgendwann habe ich ein Schild entdeckt, auf dem Grätzloase stand. Ich habe mich dann im Internet schlau gemacht und war von der Idee, ein Parklet für den öffentlichen Raum zu schaffen, sofort angetan", erzählt der Eigentümer. Nach einem Gespräch mit der Betreiberin der Grätzloase des Dock 7 schickte Worisch sein Konzept an die Lokale Agenda 21. Die Grätzloase trägt den Namen Urban Oasis, quasi eine Oase zum Relaxen mitten in der Stadt.

Grundkonzept der Urban Oasis besteht aus Gerüsten und Holzbauten. © PID/Christian Fürthner

Ein Segel mitten in Wien

Auf die Frage, was das Besondere an seiner Grätzloase sei, antwortet Worisch: "Sie spiegelt das Haus und das kreative Schaffen rundherum wider. Ich wollte keinen Standard-Schanigarten machen, sondern so etwas wie eine Kunstinstallation aufbauen. Es soll komisch sein, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und Neugierde wecken, sodass sich die vorbeikommenden Leute denken: 'Was ist das? Das schaut cool aus, hier bleiben wir.'"

Das Konzept für die Grätzloase hat Niklas Worisch nach dem Stil von Gerüstbauten selbst entworfen. Die Tischlerei MachWerk Wien hat ihn bei der Holzarbeit, also bei der Grundstruktur unterstützt. Bemalt wurde die Grätzloase von dem Künstler Knarf, der auch den Großteil der Hausfassade gestaltet hat. On top hängt ein großes Segel. Es dient als Sonnenschutz und stammt von einem alten Segelboot. Mit Karabinern und Segelknoten ist es am Gerüst der Oase befestigt. Sitzmöglichkeiten bieten die aus Ziegel und Holzplatten zusammengebundenen Möbel. Inspiriert wurde er dabei von dem holländischen Designerkollektiv "droog design" und ihren aus alten Materialien neu gestalteten Stühlen "rag chair". "Die in der Grätzloase verwendeten Materialien sollen ein urbanes Gefühl transportieren", so der Kommunikationsdesigner.

Die Oxymoron Gallery befindet sich im Kunsthaus Burggasse 98, direkt vor der Grätzloase. Schauen Sie vorbei!

Die Grätzloase, als Meeting Point für alle

Die Grätzloase 'Urban Oasis' dient als Begegnungszone, um seine Nachbarin oder seinen Nachbarn besser kennenzulernen, neue Menschen zu treffen und auch Neugierde auf das Kunstprojekt 'Burggasse 98' zu wecken. "Ich finde es super, dass die Stadt Wien solche Veränderungen zulässt. Vielmehr, dass sogar unterstützt wird, innerstädtisch den öffentlichen Raum zum Wohle der Einwohnerinnen und Einwohner sowie Besucherinnen und Besucher zu verändern. Ich habe sehr viel Zuversicht und Motivation, dass in Wien noch einiges passieren wird, und würde mich auch gerne mit meinem kreativen Netzwerk und unseren Ideen miteinbringen."

Man spürt die Begeisterung von Niklas Worisch, wenn er von seinen Projekten und Ideen erzählt. Sein Ziel: gemeinsam den öffentlichen Raum künstlerisch gestalten und die Stadt noch weiter erblühen lassen. "Mein Haus verstehe ich dabei als kleine Spielwiese, auf der ich ausprobieren kann, wie wir Menschen und ihre Qualitäten verbinden und fördern können, um so mehr Raum für Kreativität, Kunst und Kultur zu schaffen." Worisch ist bereits auf der Suche nach neuen Locations, denn zukünftig sollen weitere Projekte folgen, die der freien Gestaltung keine Grenzen setzen.

Vorteilspartner CLUB WIEN

Unser Theater

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten zwei Euro Ermäßigung.

Erfahren Sie mehr 31163

foodora Lieferservice

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten bei der ersten Bestellung 5 Euro Rabatt.

Erfahren Sie mehr 44035

Biohof N°5

Die Weingärten am Biohof N°5 werden in liebevoller Handarbeit kultiviert und auch per Hand gelesen. CLUB WIEN Mitglieder erhalten 10% Rabatt beim Weinkauf ab Hof.

Erfahren Sie mehr 45077

Liliputbahn

Eisenbahn macht Spaß! Seit 1928... CLUB WIEN-Mitglieder erhalten 0,50 Euro Ermäßigung auf die Fahrt und eine kleine Süßigkeit von Manner.

Alle Vorteilspartner