Mitten in Wien und doch abgeschieden: der Sophiengarten, eine Grätzloase im dritten Wiener Gemeindebezirk. © PID/Christian Fürthner
Im Sophiengarten wird nicht nur gegartelt, sondern auch geplaudert. © PID/Christian Fürthner
Paradeiser stehen kurz vor der Ernte. © PID/Christian Fürthner
Feste wie das Sommerfest werden im Sophiengarten gerne gefeiert. © PID/Christian Fürthner
Auch Beerenraritäten werden im Sophiengarten angepflanzt. © PID/Christian Fürthner
Beim Sommerfest herrschte im Sophiengarten reges Treiben. © PID/Christian Fürthner
Die Pflanzen in den Hochbeeten im hinteren Bereich des Gartens gedeihen prächtig. © PID/Christian Fürthner
Auch zwei Bienenstöcke gibt es im Sophiengarten. © PID/Christian Fürthner
Das Areal an der Erdberger Lände war zuletzt völlig verwildert. © PID/Christian Fürthner
Julia Hofbauer und Clemens Kauffmann, Obleute des Vereins, der sich um den Sophiengarten kümmert, beim Sommerfest © PID/Christian Fürthner

Ein Garten als Ruhepol in der Stadt

Der Sophiengarten in Wien-Erdberg ist mehr als ein Gemeinschaftsgarten: Er ist eine Grätzloase. Neben garteln lässt es sich hier nämlich feiern, aber auch entspannen. CLUB WIEN stellt in einer kleinen Serie einige der schönsten Grätzloasen Wiens vor.

Die Erdberger Lände im dritten Wiener Gemeindebezirk ist eine der wichtigsten Verkehrsadern der Bundeshauptstadt. Die dreispurige Straße am Donaukanal ist dabei stets dicht befahren. Dass sich hier an der Sepp-Jahn-Promenade eine von Wiens Grätzloasen befindet, ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich: Es ist der Sophiengarten. Der Name geht auf die unweit gelegene Rotundenbrücke zurück, die früher "Sophienbrücke" genannt wurde. Seit 2017 wird dort angepflanzt, gehegt, gepflegt und selbstverständlich auch geerntet und gegessen.

Mitten an der Erdberger Lände gelegen, lädt der Sophiengarten nicht nur zum Garteln, sondern auch zum Verweilen ein. © PID/Christian Fürthner

Clemens Kauffmann, Obmann des Vereins, der jenes Grundstück pachtet, auf dem sich der Sophiengarten befindet, hat das bis vor Kurzem noch brach liegende Grundstück eher zufällig entdeckt: "Ich wohne gleich um die Ecke und bin irgendwann vorbeigegangen. Da war das alles schon zugewuchert. Es war vor langer Zeit einmal ein Spielplatz, war lange Zeit ungenützt und mittlerweile wirklich verwildert." Julia Hofbauer, Obmannstellvertreterin, ergänzt: "Der Spielplatz war auch nicht mehr als solcher erkennbar. Die Spielgeräte waren schon offiziell entfernt worden, dann war das nur noch ein eingezäuntes Areal."

Alles im Kollektiv

Die Idee, aus dem verwilderten Spielplatz einen Gemeinschaftsgarten zu machen, war geboren, um Genehmigung wurde angesucht. Da der Bereich bereits umzäunt war und sich auf dem Gelände zudem Wasseranschlüsse befanden, entstanden für den Bezirk kaum Unkosten. Dementsprechend rasch ging alles vonstatten: Zwischen informeller Zusage, offiziellem Beschluss und Unterzeichnen des Pachtvertrags vergingen nur drei Monate.

Julia Hofbauer und Clemens Kauffmann, Obleute des Vereins, der sich um den Sophiengarten kümmert, inmitten ihres Reichs © PID/Christian Fürthner

Was den Sophiengarten dabei von anderen Gemeinschaftsgärten unterscheidet, ist sein freies und offenes Konzept. Der Garten besteht aus zwei Teilen: "Der vordere Teil ist ein gänzlich öffentlicher Bereich. Hier kann jeder jederzeit hinein, um zu garteln und sich aufzuhalten", erläutert Julia Hofbauer. "Der zweite Teil ist lediglich durch eine kleine Tür abgetrennt. Da sind hauptsächlich die Vereinsmitglieder am Garteln. Aber er ist insofern offen, dass wir keine Wartelisten haben, keine eigenen Beete für einzelne Personen." Denn im Sophiengarten wird alles kollektiv gemacht: Alle Beete werden von allen betreut, alle Beete stehen allen zum Ernten zur Verfügung.

Sicherheit für Bienen

Dass es überhaupt eine Tür zum zweiten Teil gibt, hat in erster Linie Sicherheitsgründe, wie Clemens Kauffmann erklärt: "Wenn man hinten etwas ansetzt, will man es in ein paar Monaten auch ernten können. Das ist im öffentlichen Bereich nicht immer garantiert." Aber auch einen tierischen Grund gibt es für die Abgrenzung: "Hinten haben wir einen Imker mit zwei Stöcken, den Bereich können wir nicht öffentlich zugänglich machen. Mit den Bienen funktioniert das nicht. Der vordere Teil ist die Einladung, der hintere Teil ist für alle offen, die möchten. Man muss davor nur auf uns zugehen."

Auch Bienen gibt es dank eines Imkers im Sophiengarten. © PID/Christian Fürthner

Mit dem öffentlichen Teil hat man auch die Kriterien für eine Grätzloase erfüllt: Abgesehen davon, dass der Sophiengarten frei zugänglich ist, findet er vor allem in der Nachbarschaft Anklang und fördert somit den Zusammenhalt im Grätzl. "Dadurch, dass er öffentlich ist, soll es auch ein Raum sein, wo den Bürgerinnen und Bürgern klar ist, den können sie selbst gestalten, vielleicht auch anders, als es in einem typischen öffentlichen Park der Fall ist", so Clemens Kauffmann.

Feste mit Vorbildfunktion

Im Gemeinschaftsgarten gilt es also nicht nur, dem Gärtnern zu frönen, hier sollen auch Feste gefeiert oder eben nur gemütlich zusammengesessen werden. "Es wird regelmäßig gefeiert", freut sich Clemens Kauffmann. "Vor allem die Feste, die wir mit der Grätzloase machen, haben ein gewisses Nachahmungspotenzial. Dieses Jahr melden sich wahnsinnig viele Leute, ob sie hier etwa ihr Geburtstagsfest feiern können. Wir sagen dann: Ja, klar, kommt vorbei. Und wenn ihr etwas braucht, meldet euch bei uns - sei es Musik, Licht oder Heurigenbänke."

Wer sich selbst ein Bild vom Sophiengarten machen will, kann das jederzeit tun. Nach dem Sommerfest Anfang August bietet sich bald die nächste Gelegenheit: mit dem sommerlichen Herbstfest am Sonntag, dem 2. September, ab 18 Uhr.

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