Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen: Vizebürgermeisterin Kathrin Gaàl, Bürgermeister Michael Ludwig und Gemeinderätin Bettina Emmerling. © PID/Christian Jobst

 

Kein Platz für Gewalt

Rund zehn Millionen Euro investiert die Stadt Wien und baut das schon bisher dichte Gewaltschutznetz weiter aus. Außerdem wird in Vorsorge investiert, damit Frauen sicher leben können.

Diee Corona-Krise hat Frauen intensiv betroffen: Sie haben besonders oft ihren Job – zum Beispiel in der Gastronomie, im Dienstleistungsbereich oder im Handel – verloren, waren als Leistungsträgerinnen in den Spitälern, Supermärkten und Apotheken intensiv im Einsatz und trugen sehr oft die Hauptlast bei der Kinderbetreuung und beim Homeschooling. Zusätzlich haben finanzielle Probleme und beengte Wohnverhältnisse zu mehr Gewalt in den Familien geführt. „Frauen, die von Gewalt betroffen sind, brauchen schnell und unbürokratisch Hilfe. Darum verdoppeln wir die Mittel für die Gewaltschutzvereine – um Frauen noch besser unterstützen zu können“, so Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál. Und: „Da geht es um Akuthilfe und um niederschwellige Angebote, um Frauen zu helfen, einer Gewaltspirale zu entkommen“, so Gaál.

10 Mio. Euro für Gewaltschutz

Mit einem Maßnahmenpaket für Gewaltschutz unterstützt die Stadt Wien Frauen noch stärker und baut das ohnehin schon dichte Gewaltschutznetz weiter aus. Allein 2022 investiert die Stadt Wien insgesamt zehn Millionen Euro in den Gewaltschutz. Das ist eine Erhöhung von rund drei Millionen Euro. „Wir sagen als Stadt klar: In unserer Stadt ist kein Platz für Gewalt gegen Frauen! Wir haben in Wien ein dichtes Gewaltschutznetz, das jetzt durch ein neues, zusätzliches Maßnahmenpaket für Gewaltschutz noch engmaschiger wird. Wir investieren mit dem neuen Maßnahmenpaket in Gewaltschutz und -prävention“, so Bürger- meister Michael Ludwig.

Geld für Vereine

Die Wiener Gewaltschutz- vereine können 2022 mit einer Verdoppelung ihrer Mittel rechnen. Das zusätzliche Geld fließt damit niederschwellig und nachhaltig in die Beratung und Betreuung von Gewaltopfern, in Projekte zur Vorbeugung, in Prozessbegleitungen oder Workshops. Kommendes Jahr
sind dafür insgesamt zwei Millionen Euro (statt bisher eine Million Euro) eingeplant.

Übergriffe verhindern

„Gewaltschutz muss auf mehreren Ebenen ansetzen. Ein wichtiger Eckpfeiler ist die zusätzliche Investition in Täter- und Präventionsarbeit, um Gewalttaten im besten Fall verhindern zu können“, ergänzt Bürgermeister Ludwig. 150.000 Euro statt bisher 50.000 Euro fließen daher in die Täter- und Präventionsarbeit. Anti-Gewalt-Trainings sollen ausgebaut werden und auch Männern zugänglich sein, die nicht gerichtlich zugewiesen werden, sondern freiwillig teilnehmen möchten. Früher ansetzen – und nicht erst wenn’s schon passiert ist – kann Gewalt gegenüber Frauen langfristig verhindern. Wichtig ist außerdem die Gewaltprävention in der Jugendarbeit – zum Beispiel mit einem Gewaltschutz-Schwerpunkt in den Schulen im Rahmen des Respekt-Programms. „Wir müssen Muster durchbrechen und den jungen Menschen dabei helfen“, so Gemeinderätin Bettina Emmerling. Auch die Wiener Kinder- und Jugendhilfe, die während Corona gefordert war, wird ausgebaut. Mit deren Ausbau werden sogar elf Millionen Euro investiert.

5. Wiener Frauenhaus

Arbeit, Ausbildung – und gleichzeitig vielleicht schon Mutter sein: Junge Frauen brauchen besondere Unter- stützung in Krisen. Es geht auch darum, ihnen beim Schritt in die Selbstständigkeit zu helfen. Darum wird ein Frauenhaus speziell für Mädchen und junge Frauen eingerichtet. In dem Frauenhaus wird es 14 Plätze geben. Insgesamt wird es ab 2022 fünf Wiener Frauenhäuser mit insgesamt 225 Plätzen geben.

 

Schutz für Frauen

„Holen Sie Hilfe und rufen Sie an! Gewalt gegen Frauen ist niemals zu dulden und hat in unserer Stadt keinen Platz“, stellt Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál klar. „Frauen, die Schutz brauchen, bietet Wien ein engmaschiges Auffangnetz.“ Rund um die Uhr finden Frauen, die Gewalt erleiden oder Gewalt wahrnehmen, Hilfe bei der Polizei, beim 24-Stunden Frauennotruf und in den Wiener Frauen- häusern. Weiters gibt es Unterstützung und Beratung beim Stadt Wien Frauenzentrum. Dort stehen fünf Tage die Woche Expertinnen für Hilfe bei juristischen, psychologischen, sozialen und finanziellen Problemen den Frauen in Not zur Seite. Das Angebot ist kostenlos und kann vertraulich, auf Wunsch auch anonym, wahrgenommen werden. Die Beratungen erfolgen durch geschulte Mitarbeiterinnen entweder mit Termin persönlich oder online und telefonisch.