Franzi (links) und Nina schreiben eine Geschichte über einen Regentropfen, der auf die Erde fällt. © Bohmann/Bubu Dujmic

Wasser schmeckt!

Wie viele Tropfen Wasser passen auf ein 5-Cent-Stück? Wie lange kann der Körper ohne Flüssigkeit auskommen? Die Kinder aus der 4a der Volksschule Bischoffgasse wissen Bescheid – in der Wasserschule geht’s um mehr als ums gesunde Trinken.

Wasser ist ein wertvolles Gut. Denn es gibt viele Länder, in denen das Wasser aus der Leitung lange nicht so sauber ist wie bei uns. Und oft auch gar nicht direkt aus der Leitung getrunken werden kann. Bei den Quizfragen, die die Schülerinnen und Schüler der 4a beantworten sollen, geht es aber auch um Geografie und Allgemeinwissen.

Drei Tage kann der Mensch ohne Wasser überleben. Das erfahren die Kinder in der Wasserschule aus den Lernunterlagen. © Bohmann/Bubu Dujmic

Wussten Sie, dass 72 Prozent der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt sind? Und dass man sieben Badewannen voll Wasser braucht, um ein Kilo Brot herzustellen? Melika kann fast alle Fragen richtig beantworten. Und sie weiß: Ein Liter Wasser am Tag hält ihren Kinder-Körper fit. Erwachsene brauchen das Doppelte. 

Knifflig: Kann es stimmen, dass in China das Wasser besonders sauber ist? Lehrerin Johanna Lobinger bespricht mit Melika die Quizfragen. © Bohmann/Bubu Dujmic

"Am Vormittag trinkt jedes Kind in der Schule eine Flasche Wasser. Und der zweite halbe Liter ist dann am Nachmittag zu Hause dran", sagt die Zehnjährige. Nach dem Quiz geht’s weiter zur nächsten Station, bei der die Kinder mit Wasser experimentieren können. "Die unterschiedlichen Stationen haben den Vorteil, dass jedes Kind in seinem Tempo arbeiten kann", erklärt Lehrerin Johanna Lobinger. Sie betreut die Klasse seit rund einem Jahr. "Die Kinder sind sehr wissbegierig. Und auch das Thema Wasser interessiert sie. Dass es in der Schule ausschließlich Wasser zu trinken gibt, finden sie gut. Und auch die Eltern unterstützen das Projekt, indem sie ihren Kindern keine gesüßten Getränke mit in die Schule geben."

Jedes Kind hat eine eigene Wasserflasche, die am Vormittag ausgetrunken werden sollte. © Bohmann/Bubu Dujmic

Wienweites Projekt "Wasserschulen"

Untersuchungen zeigen: Jüngere Kinder trinken oft zu wenig, ältere trinken zu süß. Ein Viertel aller Schülerinnen und Schüler trinkt während der Schulzeit wenig oder gar nichts! Sie vergessen schlicht darauf. "Früher hatten wir kleine Becher an den Plätzen stehen. Aber die waren natürlich ständig leer. Und statt sie in den Pausen nachzufüllen, gehen die Kinder lieber spielen. Auch klar", erinnert sich Johanna Lobinger. Ohne Trinken wird aber das Lernen mühsam. Flüssigkeitsmangel macht müde und unkonzentriert, auch Kopfweh ist eine häufige Folge. Wenn Eltern früher Getränke mit in die Schule gegeben haben, waren die oft gesüßt – so steigt das Risiko für Karies und Übergewicht. Beim wienweiten Projekt "Wassertrinken in Volksschulen" entwickeln die Schülerinnen und Schüler für die Klasse "Trinkrituale", die sie ans Wassertrinken erinnern. Trinkflaschen von Wiener Wasser erleichtern in der Klasse und auch im Sportunterricht das Trinken.

Aus bunten Wassertropfen lassen sich auch tolle Kunstwerke fabrizieren. Elisabeth und Omran zeigen, wie’s geht. © Bohmann/Bubu Dujmic

Elisabeth und Omran tropfen bunt gefärbtes Wasser auf Schablonen. Dann legen sie vorsichtig ein Taschentuch auf die Schablone und lassen das bunt gefärbte Tuch dann auf ihrem Schreibtisch trocknen. Danach ist das Experiment mit dem 5-Cent-Stück dran. Omran schafft es, 31 Wassertropfen auf der Münze zu platzieren – der Rekord liegt bei 42 Tropfen!

Inzwischen schreiben Nina und Franzi eine kurze Geschichte über einen Regentropfen, der auf die Erde fällt. Franzi erfindet Flora Tropf, die bei ihrer Reise eine Ente und viele andere Tiere kennenlernt. Die zwei Mädchen mögen die Projekttage rund ums Thema Wasser. Und sie wissen: "Wasser ist viel gesünder als Saft. Und es schmeckt gut. Saft gibt es bei uns nur ganz selten, zum Beispiel bei einer Geburtstagsparty", sagt Nina.

Kiki (links) und Sarah erfahren beim Experiment, dass eine Gurke mehr Wasser enthält als eine Orange. © Bohmann/Bubu Dujmic

Kiki und Sarah schauen sich an, was es bei Station D zu entdecken gibt. Ihre Lehrerin Frau Lobinger hat vor dem Unterricht verschiedene Obst- und Gemüsesorten püriert. Und jetzt überprüfen die Kinder, aus welchem Püree am meisten Wasser durch einen Filter tropft. Spannend: Gurken haben eindeutig einen höheren Wassergehalt (96 Prozent) als Orangen (84 Prozent)! Der menschliche Körper besteht übrigens zu 50 bis 60 Prozent aus Wasser, bei Babys sind es sogar 70 Prozent. 

Was schmeckt besser: Wasser mit künstlichem Aroma oder selbst gemachtes Zitronenwasser? © Bohmann/Bubu Dujmic

Die Geschmacksknospen sind bei Pawel, Kevin und Ali gefragt. Die Buben kosten verschiedene Wassersorten und wollen herausfinden, welche ihnen am besten schmeckt. Beim Stamperl mit Mineralwasser verzieht Pawel den Mund: "Viel zu viel Kohlensäure", sagt er. Ali findet, dass das Mineralwasser mit Erdbeer und Zitronengras am besten schmeckt. Dann liest er, was im aromatisierten Wasser noch so alles enthalten ist. "Da ist ja Zucker drin, das ist nicht gut", weiß der Bub. Und tatsächlich: Gesund und geschmacklich top sind die selbst gemachten Krüge mit Leitungswasser und Zitrone oder ein paar Blättchen Minze. 

Beim Wassertrinken ist Lehrerin Johanna Lobinger ein gutes Vorbild. © Bohmann/Bubu Dujmic

Das Projekt "Wassertrinken in Volksschulen" startete mit dem Schuljahr 2016/17 und dauert zwei Schuljahre. Die Umsetzung erfolgt bezirksweise, bisher sind bereits Volksschulen aus 15 Bezirken mit rund 34.000 Schülerinnen und Schülern dabei. Gefördert wird das Projekt von der Wiener Gesundheitsförderung, gutessen consulting setzt das Projekt in den Schulen um. Ernährungs-Expertin Veronika Mayr sagt: "Nicht immer ist die Getränkewahl unserer Kinder auch die gesündeste Wahl. Darum sollen die Kinder im Rahmen des Projektes davon überzeugt werden, das gesunde Wasser zuckerhaltigen Limonaden, Verdünnungssäften und gesüßten Tees vorzuziehen. Kinder sind noch sehr lernfähig und profitieren ein Leben lang von Ernährungs- und Trinkgewohnheiten, die sie in jungen Jahren erlernen, daher ist es wichtig, so früh wie möglich anzusetzen."

Die besten Tipps der Expertin auf einen Blick

  • Einen Becher oder eine Flasche mit Wasser gut sichtbar aufstellen und bei jedem Vorbeigehen zugreifen.
  • Kindern wasserhaltige Obst- und Gemüsesorten wie Melone oder Gurke anbieten.
  • Klare Gemüsesuppe ist eine feine Vorspeise und liefert Flüssigkeit und Mineralstoffe.
  • Zu jeder Mahlzeit Wasser anbieten.
  • Leitungswasser kann man zwischendurch mit einem Spritzer Zitrone oder ein paar Blättchen Minze aufpeppen.
  • Auch ungesüßte Früchtetees sind eine gute Alternative.

Vorteilspartner CLUB WIEN

Video: Erlebnis für die Sinne

Erfahren Sie mehr 31098

WINDOBONA Wien

Mit der CLUB WIEN-Vorteilskarte erhalten Sie 10 Prozent Ermäßigung auf ein Flugpaket fly4two oder fly4friends.

Erfahren Sie mehr 43474

Kunsthalle Wien

Hier hat zeitgenössiche Kunst ein Zuhause. CLUB WIEN-Mitglieder erhalten 25 Prozent Ermäßigung auf Ausstellungstickets.

Erfahren Sie mehr 43744

Mit BLAGUSS um die Welt

Bei Buchung in einem Wiener BLAGUSS-Reisebüro ersparen sich CLUB WIEN-Mitglieder die Buchungsgebühr.

Alle Vorteilspartner