Wichtig bei durchtanzten Nächten: ausreichend Wasser trinken! © GettyImages

Wirkung unbekannt

Obwohl gerade bei sogenannten Partydrogen völlig unklar ist, woraus sie bestehen, greifen Jugendliche oft ohne Bedenken zu. Stefan Pöchacker, Intensivmediziner und Toxikologe, über Wirkung und Gefahren der vermeintlich harmlosen Mittel.

Neue Psychoaktive Substanzen, kurz NPS, geben Stefan Pöchacker und seinem Team im Wilhelminenspital regelmäßig Rätsel auf. "Fünf bis zehn neue Substanzen tauchen jeden Monat auf. Dazu gibt es Hunderte bekannte Mischungen. Alles, was der chemische Zoo hergibt, kann in den Tabletten enthalten sein", sagt der Experte. Erschwerend kommt dazu, dass die Dosis nicht einzuschätzen ist oder die Drogen nicht nachweisbar sind. K.-o.-Tropfen hat der Köper nach wenigen Stunden rückstandsfrei abgebaut.

Gleichung mit vielen Unbekannten

Und nicht nur die Medizinerinnen und Mediziner können die neuen sogenannten Partydrogen nicht einschätzen. Wer in einem Club eine Tablette kauft, weiß weder über die Inhaltsstoffe noch über die enthaltene Dosis Bescheid. Pöchacker: "Zwei optisch identische Tabletten können völlig unterschiedlich stark wirken, das ist ein völliger Blindflug. Nicht einmal die Verkäuferin oder der Verkäufer weiß genau, was er da unter die Leute bringt." In dieser Gleichung mit vielen Unbekannten hat Stefan Pöchacker die schwierige Aufgabe, die meist jugendlichen Patientinnen und Patienten richtig zu behandeln. Alkohol verstärkt die Wirkung noch weiter, ein gefährlicher Cocktail.

"Grundsätzlich können wir nur die Symptome behandeln, den Atem kontrollieren, den Kreislauf stabilisieren und ein Koma verhindern. Der Körper muss die Substanzen selber abbauen", erklärt der Intensivmediziner. Jedes Wochenende landen ein bis zwei Jugendliche mit lebensbedrohlichen Problemen in seiner Abteilung. Je nach Art der eingenommenen Substanz sind sie total überdreht und oft auch aggressiv oder bereits im Koma.

Nie das Glas aus den Augen lassen!

Sehr oft ist Liquid Ecstasy schuld an diesem Zustand. "Das sogenannte GHB ist das, was wir alle als K.-o.-Tropfen kennen. Ich rate also unbedingt dazu, das Getränk immer im Auge zu behalten. Und man sollte bedenken: Wenn ich meine neue Bekanntschaft an der Bar bitte, kurz auf mein Glas aufzupassen, ist sie oder er vielleicht die- beziehungsweiese derjenige, die oder der die K.-o.-Tropfen hineintut", rät der Toxikologe zur Vorsicht. Der Vater zweier Teenager weiß auch, dass Eltern mit Verboten nicht zum Ziel kommen. "Viel wichtiger ist, über das Thema offen zu sprechen. Wenn Jugendliche Drogen ausprobieren wollen, werden sie das tun. Rund 30 Prozent der 15-Jährigen haben zum Beispiel Erfahrung mit Cannabis. Mit den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen passiert das Experimentieren aber mit weniger Risiko."

In der Gruppe sollte es immer eine Person geben, die keine Drogen nimmt und ein Handy mit der Notrufnummer 144 der Rettung zur Hand hat. Idealerweise sollten alle Jugendlichen einen Erste-Hilfe-Kurs belegen und zumindest wissen, wie die stabile Seitenlage funktioniert. "Wenn jemand ohnmächtig wird oder sich sonst irgendwie gefährlich verhält, unbedingt Hilfe holen. Lieber ein Mal zu viel im Krankenhaus als ein Mal zu wenig!"

Die betroffene Person nicht alleine lassen!

Auf der Website von checkit! sind außerdem tagesaktuell die gefährlichen Substanzen aufgelistet, die gerade im Umlauf sind. Pöchacker: "Als Konsumentin oder Konsument kann man unmöglich unterscheiden, ob die Tabletten in einem Labor oder in der Hinterhof-Garage hergestellt wurden. Es ist schon eigenartig: Jeder Beipackzettel von Aspirin & Co wird genauestens studiert, hier verlässt man sich aber auf die Info einer ahnungslosen Dealerin oder eines ahnungslosen Dealers."

Größtes Problem: Alkohol

Neben den schwerwiegenden Folgen von Partydrogen ist Alkohol, auch in Kombination mit den illegalen Substanzen, ein Problem: Viele Jugendliche landen mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Der Grund ist oft der sehr rasche Konsum von besonders starken Getränken. Während bei Wein und Bier bei entsprechender Menge eine Art Narkose eintritt, die vom Weitertrinken abhält, fällt das beim Schnapstrinken aus. "Der Körper überspringt das Einschlafen und schlittert direkt in die Atemlähmung." Nur wenn diese Jugendlichen rechtzeitig im Spital sind, überleben sie das.

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