Schärfe ist eigentlich kein Geschmack, sondern ein Schmerzreiz. © GettyImages

Aua, scharf

Chilipulver, Chilisalz und Chiliöl: Scharf ist in - und sogar gesund. Aber nicht jeder Mensch verträgt die scharfen Schoten gleich gut.

Während der eine scharfe Chilis pur zur Jause knabbert, kommt der andere schon bei einem Hauch Schärfe im Thai Food ins Schwitzen. So geht es auch Ines Holzer, Diätologin im Otto-Wagner-Spital. Während ihr Partner gar nicht genug von der Schärfe bekommen kann, setzt sie lieber auf eine zarte scharfe Note. "Im indischen oder thailändischen Essen ist eine gewisse Schärfe sehr passend. Wenn ich selber koche, reicht aber meist Pfeffer", erzählt sie.

Gesunde Chilis

Aus beruflicher Sicht kann die Diätologin der Chili aber nur positive Seiten abgewinnen. "Das für die Schärfe verantwortliche Capsaicin wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und antioxidativ. Es hilft dem Körper also, freie Radikale einzufangen." Außerdem erhöht der Konsum von scharfen Gerichten die Körpertemperatur, was wiederum die Kalorienverbrennung ankurbelt. "Das kann im Rahmen einer Ernährungsumstellung eine Maßnahme sein, um das Körpergewicht zu kontrollieren", sagt Ines Holzer. Bei Schärfe bleibt außerdem der gefürchtete Heißhunger aus, der bei Fett und Zucker auftreten kann.

Milch statt Wasser

Wie empfindlich ein Mensch auf Schärfe reagiert, ist sehr unterschiedlich. Die gute Nachricht lautet: "Jede und jeder kann sich daran gewöhnen. Am besten vorsichtig mit scharfen Lebensmitteln wie Zwiebeln, Knoblauch und Pfeffer anfangen und sich dann langsam zu den Chilis steigern." Wenn es doch einmal zu viel ist, nicht zum Wasserglas greifen! Besser ein Glas Milch trinken. Milchprodukte helfen, die Schärfe im Mund zu lindern, weil Capsaicin fett- und nicht wasserlöslich ist. Übrigens: Schärfe ist an sich kein richtiger Geschmack, sondern tatsächlich ein Schmerz. Die Nervenenden, die normalerweise Wärmeimpulse wahrnehmen, werden gereizt. Übrigens auch in den Augen oder der Nase genauso wie im Mund. "Angeblich soll es auch helfen, eine Kaffeebohne zu kauen. Das habe ich selbst aber noch nicht ausprobiert", sagt Holzer.

Wie scharf ist scharf?

Die Schärfe einer Chili hängt vom Capsaicingehalt ab. Während Gemüsepaprika kein Capsaicin enthält, also null Scoville-Einheiten SCU aufweist, hat die Jalapeño einen Wert von 2.500 bis 8.000 SCU. Die meiste Schärfe ist in den dünnen, weißen Innenhäutchen enthalten. Die Kerne sind übrigens nicht scharf. Die Scoville-Skala wurde 1912 vom Pharmakologen Wilbur L. Scoville entwickelt. Er ließ Testpersonen eine immer weiter verdünnte Lösung verkosten und bat sie zu sagen, ob sie Schärfe feststellen konnten oder nicht. Zum Vergleich: Eine Pfefferoni weist 100 bis 500 SCU auf, Tabasco 2.500 bis 5.000 SCU und reines Capsaicin würde zwischen 15 und 16 Millionen Scoville liegen.

Vorteilspartner CLUB WIEN

Video: Erlebnis für die Sinne

Erfahren Sie mehr 31098

WINDOBONA Wien

Mit der CLUB WIEN-Vorteilskarte erhalten Sie 10 Prozent Ermäßigung auf ein Flugpaket fly4two oder fly4friends.

Erfahren Sie mehr 43474

Kunsthalle Wien

Hier hat zeitgenössiche Kunst ein Zuhause. CLUB WIEN-Mitglieder erhalten 25 Prozent Ermäßigung auf Ausstellungstickets.

Erfahren Sie mehr 43744

Mit BLAGUSS um die Welt

Bei Buchung in einem Wiener BLAGUSS-Reisebüro ersparen sich CLUB WIEN-Mitglieder die Buchungsgebühr.

Alle Vorteilspartner