Das Tote Meer ist für seinen hohen Salzgehalt bekannt und enthält wertvolle Mineralien. © Hans Kruse Israel Travel

Sehnsucht nach dem Jungbrunnen

Ob Urlaub am Meer, Entspannung in der Salzgrotte oder Floating im Pool: Salz gibt nicht nur unserem Essen Würze, sondern auch unserem Leben. Die Freizeitindustrie nutzt diesen Effekt.

Sonne, Salz und Meer: Mehr Wellness geht nicht. Diese Idylle suchte schon zu Anfang des vorigen Jahrhunderts die vornehme europäische Gesellschaft in den Seebädern der Riviera. Sie schätzte die gesunde Seeluft. Vor allem wegen ihrer heilenden Kräfte. Menschen mit chronischem Husten oder Asthmageplagte fuhren zur Kur ins Seebad und atmeten auf.

Das Geheimnis lag im Salz. Durch die Brandung gelangen die Aerosole, winzige Teilchen aus Jod und Salz in die Luft. Sie regen in den Atemwegen den Abtransport von Schleim an. Das ist wie "Dauerinhalation". Nur weit angenehmer. Da niemand mit Handtuch auf dem Kopf über einen Topf mit heißem Salzwasser hängen muss.

Maritime Apotheke

Die therapeutische Kraft des Meerwassers und seiner Inhaltsstoffe hat schon Hippokrates beschrieben. Zum Beispiel empfahl er es, um Wunden möglichst ohne Infektionen zum Abheilen zu bringen. Zu ähnlichen Erkenntnissen kam im 18. Jahrhundert der englische Arzt Richard Russell. Mit unternehmerischem Gespür entwickelte er die Thalasso-Kur, inspiriert vom griechischen Thalassa (Meer). Sie setzt bei der Behandlung von Beschwerden auf Meerwasser, Meeresluft, Sonne, Algen, Schlick und Sand.

Im Toten Meer geht man nicht unter. Schmerzvoll sind Salzwasser-Spritzer ins Auge. © Tamar Grinberg Israel Travel

Auch Kleopatra glaubte an die positive Wirkung von Salzwasser. Zwar ist vor allem überliefert, dass die ägyptische Königin gerne in Milch badete, doch ließ sie sich für ihre Bäder auch Salz aus dem Toten Meer bringen. Der vom Jordan gespeiste Wüstensee liegt rund 400 Meter unter dem Meeresspiegel. Und ist der tiefste Punkt der Erdoberfläche. Da er keinen Abfluss hat und die Verdunstung enorm hoch ist, erfolgte eine ungewöhnlich starke Anreicherung des Wassers mit Salzen und Mineralien. Heute suchen unzählige Menschen, die an Schuppenflechte oder Neurodermitis leiden, Linderung im Toten Meer. Badende sollten jedoch nicht länger als 30 Minuten pro Tag im Wasser verweilen.

Meer bei Kreta
Wenn die Sonne auf die Meeresoberfläche scheint, verdunstet Wasser, das Salz bleibt. © Alexis Wiklund

Seine wertvollen Salze nutzt längst auch die Beauty- und Gesundheitsindustrie von Israel und Jordanien. Zum Beispiel für Cremen, Peelings und Badesalz. Sie exportiert auch das exklusive Heilmittel in alle Welt. Damit wird für viele ein Traum wahr und die eigene Badewanne zum Jungbrunnen für die Haut.

Stille im Floating-Pool

Der Salzgehalt in den Ozeanen liegt bei durchschnittlich 3,5 Prozent. Das entspricht drei Esslöffeln Salz pro Liter Ozean-Wasser. Im Toten Meer ist der Salzgehalt neun Mal höher. Er beträgt rund 30 Prozent. Das ermöglicht einen natürlichen Floating-Effekt, Badende können im Toten Meer nicht untergehen.

Floating room in der Therme Wien. © Therme Wien

Das einzigartige Gefühl der Schwerelosigkeit lässt sich kopieren. Das nutzen heute Salzgrotten in Day Spas und Thermen mit einer fast gesättigten Salzsole. Ähnlich wie im Toten Meer schwebt der Körper gleichsam im warmen Wasser. Dazu kommt im Floating-Pool eine Stille, die kaum irgendwo in einer Großstadt zu finden ist. Die Abwesenheit von Umweltgeräuschen hilft bei der tiefen Entspannung oder um einen meditativen Zustand zu erleben.

O sole mio

Eine weitere Besonderheit vieler Thermen ist das Gradierwerk. Mithilfe der herabrieselnden Sole wird die Luft der nahen Umgebung mit Salz angereichert. Das bietet mehr als eine Brise Seeluft. Jeder Atemzug liefert wertvolle Mineralien und Spurenelemente. Fast wie ein Tag am Meer. Nur mitten in der Stadt.
Meersalz oder Steinsalz? Salz stammt aus der Erdkruste. Wind, Sonne und Wasser setzten es aus dem Gestein frei. Regen spült es über Flüsse ins Meer. Und das seit Millionen Jahren.

Die Meeresbrandung des Ozeans erfüllt die Luft mit Salz. © Alexis Wiklund

Würde man das ganze Salz der Weltmeere über das Festland verteilen, würde es 150 Meter hoch liegen. Salz lagert auch am ehemaligen (ausgetrockneten) Meeresboden. Der kann heute durchaus Hunderte Meter über dem Meeresspiegel liegen wie etwa im Salzkammergut. Salz ist Salz. Und doch wieder nicht.

Die Geschichte der Entstehung hinterlässt Spuren. Meersalz oder Steinsalz, was ist besser? Das ist wahrscheinlich Glaubenssache. Die einen schwören auf "Himalaya-Salz" und "Blaues Salz", andere auf "Fleur de Sel" und andere Meersalze. Fest steht: Das Salz gibt nicht nur unserem Essen Würze, sondern auch unserem Leben.

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