Die Passform des Schuhs darf auch von Hobbyläuferinnen und Hobbyläufern nicht unterschätzt werden. Wichtig sind eine gute Dämpfung und die richtige Größe. © iStockphoto

Auf den richtigen Schuh kommt es an

Nicht nur der Prinz bei Aschenputtel musste sich Gedanken um den passenden Schuh machen. Auch beim Laufen, dem Volkssport Nummer eins, ist das vonnöten. Physiotherapeutin Ulrike Loidolt über Gefahren, Verletzungen und häufige Fehler.

CLUB WIEN: Was sind die häufigsten Beschwerden von Läuferinnen und Läufern? Woher kommen die Beschwerden und wie kann ihnen entgegengewirkt werden?

Ulrike Loidolt: Das Spektrum der Beschwerden ist relativ groß, doch es handelt sich zum größten Teil um Probleme der Beine. Muskulär sind es wohl die Wadenmuskulatur sowie die damit zusammenhängende Achillessehne und der sich am äußeren Oberschenkel befindliche Tractus iliotibialis, die Läuferinnen und Läufer oft in der Ausübung ihres Sports behindern.

Im Bereich der Gelenke sind häufig die Knie- und Sprunggelenke schmerzgeplagt. Meist handelt es sich aber um eine Kombination mehrerer Symptome, die zu einem gesamten Beschwerdebild führen. Das sogenannte "Runners Knee" ist eine der am häufigsten auftretenden Verletzungen, die aber bei jeder und jedem eine andere Ursache haben kann.

Neben den Problematiken in den Beinen sind aber auch Beschwerden im Wirbelsäulenbereich ein Hinderungsgrund zu laufen. Die meisten Beschwerden entstehen jedoch durch Fehlhaltungen oder Fehlbelastungen. Um diesen entgegenzuwirken, hilft ein Besuch bei der Orthopädin oder dem Orthopäden beziehungsweise bei der Physiotherapeutin oder beim Physiotherapeuten. Diese können bei einer Analyse der Statik (Haltung) und der Bewegung eventuelle Probleme feststellen. Viele Probleme können physiotherapeutisch behandelt und gelöst werden.

Einige dieser Fehlstellungen oder -haltungen lassen sich mit dem individuell ausgewählten Sportschuh kompensieren. Im Fachhandel findet man sehr gut geschultes Personal, das dann durch eine zusätzliche Laufanalyse den idealen Laufschuh auswählt. Der Laufstil kann aber auch Verursacher körperlicher Beschwerden sein. In Wien gibt es bereits bei vielen Sportorganisationen die Möglichkeit, einige Einheiten bei Lauftrainerinnen oder -trainern zu nehmen, die jede Läuferin beziehungsweise jeden Läufer hier eingehend schulen. Denn auch Laufen will gelernt sein!

Gibt es aus physiotherapeutischer Sicht so etwas wie schlechten Laufstil, falsche Atmung oder Technik?

Läuft man selbst auf beliebten Laufstrecken, auf denen viele andere Sportlerinnen und Sportler unterwegs sind, entdeckt man die unterschiedlichsten Laufstile. Häufig kann man aus physiotherapeutischer Sicht schon hier die ersten Analysen aufstellen.

Natürlich gibt es ein ideales Laufbild beziehungsweise eine optimale dynamische Laufbewegung, die die verschiedensten körperlichen Strukturen auf gesunde Weise belasten. Doch jeder Mensch hat seinen eigenen Laufstil, in manchen Fällen kann er aber zu körperlichen Beschwerden führen. Gerade dann ist es unbedingt notwendig, diesen zu korrigieren, um Schlimmeres zu verhindern. Das geht nur nicht alleine, sondern spätestens hier sollte eine Sportphysiotherapeutin oder ein Sportphysiotherapeut zu Rate gezogen werden.

Die Atmung kann das Laufen ebenso stark beeinflussen. Generell kann man aber nur sagen, dass man seinem persönlichen intuitiven Atemrhythmus folgen sollte. Bei einem optimalen, individuellen Trainingsaufbau sollte die Atmung keine Probleme darstellen. Atemlosigkeit ist nämlich meist eine Folge einer Überbelastung beziehungsweise Folge des Trainings im anaeroben Bereich, das nur über kurze Strecken stattfinden sollte.  

Wann sollten Läuferinnen und Läufer unbedingt eine medizinische Expertin oder einen medizinischen Experten aufsuchen beziehungsweise welche "Wehwehchen" können "einfach" daheim behandelt werden?

Bei immer wieder auftretenden körperlichen Beschwerden beziehungsweise akuten Schmerzen sollte sobald als möglich eine Ärztin oder ein Arzt beziehungsweise eine Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeut aufgesucht werden. Ein Ignorieren könnte zu einer Chronifizierung führen, die im schlimmsten Fall zum Ende der Ausübung des Laufsports führen kann.

Es ist sehr schwierig zu sagen, welche Verletzungen zu Hause behandelt werden können, denn dies ist von vielen Aspekten abhängig. Eine erfahrene Läuferin beziehungsweise ein erfahrener Läufer kennt ihre beziehungsweise seine Symptome meist sehr gut und kann dementsprechend darauf reagieren. Anfängerinnen und Anfänger sollten sich jedenfalls von einer Trainerin oder einem Trainer beraten lassen oder medizinische Fachkräfte konsultieren.

Blasen an den Füßen kann man jedoch sehr gut selbst behandeln!

Viele sind bei der Wahl der Laufstrecke pragmatisch und beginnen "direkt" vor der Haustüre. Ist Laufen auf Asphalt auf Dauer schädlich?

Auf Asphalt laufen muss nicht zwingend auf Dauer schädlich sein. Auch hier gilt wieder der Tipp: "Augen auf beim Schuhkauf!" Für das Laufen auf Asphalt müssen die Schuhe sehr gut gedämpft sein. Ein Vorteil des Laufens auf Asphalt wäre, dass man auf diesem Untergrund nicht so leicht umkippen und prinzipiell schnellere Läufe absolvieren kann.

Zum Abschluss: Laufen Sie selbst gerne oder ziehen Sie andere Sportarten vor?

Ich habe mich eine Zeit lang im Laufsport probiert, aber mir fehlte der spezielle Kick, den ich im Sport brauche. Doch Ausdauersport ist mir im Allgemeinen trotzdem sehr wichtig und so habe ich eine Alternative für mich gefunden. Seit vielen Jahren schon ist "Rope Skipping" ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Diese Sportart bietet mir die Herausforderungen, die ich im Sport suche, und ist gleichzeitig ein perfektes Ausdauertraining. Aber wenn ich einmal nicht mehr springen kann, finde ich vielleicht meinen Weg zum Laufen wieder!

Wenn es grünt und blüht lockt ein Lauf im Freien. Wir haben uns die schönsten Laufstrecken in Wien bereits in der kälteren Jahreszeit angesehen. © Stadt Wien/Bohmann Verlag

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