Am unerfüllten Kinderwunsch kann auch schlechte Spermienqualität schuld sein. © GettyImages

Wenn kein Baby kommt …

Unerfüllter Kinderwunsch ist kein Frauenthema. Wenn's mit dem Schwangerwerden nicht klappt, liegt das rein statistisch an Männern und Frauen gleichermaßen. Experte Christian Egarter über Fruchtbarkeit, Spermienqualität und schädliche Umwelteinflüsse.

Bei rund einem Drittel der Paare mit unerfülltem Kinderwunsch ist die eingeschränkte Samenqualität des Mannes der Grund. Bei einem weiteren Drittel liegen die Ursachen bei der Frau, ein weiteres Drittel bringt gemeinsam schlechte Fruchtbarkeitswerte mit. Während Frauen bei ihrer Gynäkologin oder ihrem Gynäkologen die Ursachen abklären lassen sollten, sind Männer bei der Urologin oder beim Urologen richtig.
Dort wird zuerst ein Spermiogramm erstellt. "Der Samen des Mannes wird dabei auf Spermien-Anzahl, Beweglichkeit der Spermien und die Morphologie, also ihre normale Form, untersucht", erklärt Christian Egarter, Abteilungsleiter der Klinischen Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin am AKH Wien. Dort ist auch die Kinderwunsch-Ambulanz angesiedelt, die Paare mit unerfülltem Kinderwunsch betreut.

Wann zur Untersuchung?

Je nach Alter der Frau sollte nach rund einem halben Jahr (ab 35 Jahren) beziehungsweise einem Jahr (bei jüngeren Frauen) nach Beginn der aktiven Babyplanung eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden. "Je älter eine Frau ist, umso dringender ist die Untersuchung", sagt der Experte. Denn während die Spermienqualität bei Männern erst ab dem 40. Lebensjahr langsam schlechter wird, beginnt dieser Prozess bei Frauen bereits deutlich früher und schreitet schnell voran. Die Wahrscheinlichkeit, mit 45 Jahren auf natürlichem Wege schwanger zu werden, liegt bei nur zwei bis fünf Prozent. Mit 40 Jahren bei zehn bis 15 Prozent. Außerdem ist eine finanzielle Unterstützung einer künstlichen Befruchtung in Österreich nur bis zum 40. Lebensjahr der Frau möglich.

Christian Egarter
Christian Egarter leitet die Klinischen Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin am AKH Wien.

Spermienqualität verbessern

Ergibt das Spermiogramm eine schlechte Samenqualität, kann mit Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln nachgeholfen werden. "Der Erfolg dieser Maßnahme ist aber überschaubar. Darum setzen wir bei schlechter Spermienqualität eher auf eine In-vitro-Fertilisation, also künstliche Befruchtung. Zuvor wird aus dem Ejakulat ein Spermium herausgesucht, das gute Voraussetzungen mitbringt." Die Spermieninjektion im Rahmen einer künstlichen Befruchtung ist nur eine Möglichkeit, Paaren ihren unerfüllten Kinderwunsch zu erfüllen. Ist die Samenqualität leicht eingeschränkt, kann schon eine Insemination helfen. Dabei wird der Samen, der durch Masturbation gewonnen wird, gewaschen und aufbereitet und dann künstlich in die Gebärmutter eingebracht. Sind Krampfadern im Hoden für die schlechte Samenqualität verantwortlich, kann eine kleine Operation Abhilfe schaffen. Was Männer selbst tun können, um ihre Spermienqualität zu verbessern? Egarter: "Nicht rauchen und sich gesund ernähren verbessert die Spermienqualität. Und auch wenn Sport gut ist, zu viel davon verschlechtert die Spermienqualität. Von langen Radtouren, Saunabesuchen und Hitze ist abzuraten." Regelmäßiger Geschlechtsverkehr erhöht die Produktion. Eine Befruchtung ist aber nur an wenigen Tagen im Monat kurz vor und während des Eisprungs der Frau möglich. "Die drei Tage vor dem Eisprung raten wir bei bestehendem Kinderwunsch aber zu Enthaltsamkeit. So lange braucht der Körper des Mannes, um wieder eine ausreichende Menge an Spermien zu erzeugen."

Infos:

Kinderwunsch-Ambulanz im AKH Wien: 9., Währinger Gürtel 18-20, Leitstelle 8C, Telefonische Terminvereinbarung 01 404 00-23440, Montag bis Donnerstag 9 bis 12 Uhr, Ambulanzzeiten Montag bis Freitag 8 bis 13 Uhr
Kinderwunsch-Ambulanz im Krankenhaus Hietzing: 13., Wolkersbergenstraße 1, Pavillon 2, Telefon 01 801 10-2645, Montag von 10 bis 12 Uhr, nach Vereinbarung Montag bis Freitag von 8 bis 11 Uhr

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