Nur ein kurzer Stich, dann hat's Maria auch schon überstanden. © Bohmann/Bubu Dujmic

Ein Tropfen Blut genügt

Ergänzend zum neuen Mutter-Kind-Zentrum im Kaiser-Franz-Josef-Spital gibt es im Haus ein Labor speziell für Kinder: ohne Wartezeiten und mit Spezialgeräten, die mit besonders kleinen Blutmengen auskommen.

Zusammen mit ihrer Mama kommt die zweijährige Maria zur Blutabnahme. Sie schaut ein wenig verschreckt, die letzten Tage waren nicht leicht für sie. Das Mädchen hatte eine Lungenentzündung und hohes Fieber. Zum Glück geht's ihr schon etwas besser. Klarheit sollen die Entzündungsparameter und das Blutbild geben. Die biomedizinische Analytikerin Barbara Kurzböck bittet die kleine Patientin ins Untersuchungszimmer. Jetzt heißt es tapfer sein.

Barbara Kurzböck arbeitet seit 30 Jahren als biomedizinische Analytikerin. © Bohmann/Bubu Dujmic

Wenig Blut, viele Ergebnisse

Im Unterschied zu Erwachsenen haben Kinder viel weniger Blut. Während Erwachsene bis zu sechs Liter Blut aufweisen, haben Neugeborene nur etwa einen Viertelliter, Frühgeborene noch weniger. Oft müssen ganz kleine Blutmengen, manchmal nur ein Tropfen, für mehrere Untersuchungen reichen. Möglich wird dies durch spezielle Geräte, die mit sehr wenig Blut arbeiten können. 50 bis 100 Kinder werden jeden Tag im Labor untersucht. Analysiert werden neben Blutproben auch Urin- und Schweißproben.

Im Kinderlabor sind schon kleinste Blutmengen ausreichend. © Bohmann/Bubu Dujmic

Laborchefin Manuela Födinger, die das Labor im Kaiser-Franz-Josef-Spital mitgeplant hat, erklärt: "Neben den speziell für Kinderproben geeigneten Geräten kommt es aber vor allem auf die hohe Kompetenz des Laborpersonals an. Im Kinderlabor kommt es zum Beispiel einfach nicht vor, dass ein zweites Mal gestochen werden muss. Das Personal weiß genau, wie man Blut abnimmt, und vor allem auch, wie viel Blut für die Untersuchungen notwendig ist, und verwendet dafür speziell für die Kleinen entwickelte Blutabnahmesysteme."


Manuela Födinger hat das Kinderlabor mitgeplant. Kurze Wartezeiten waren ihr besonders wichtig. © Bohmann/Bubu Dujmic

Tapferer Zwilling

Maria bekommt zur Belohnung ein gelbes Pflaster, passend zu ihrem Pyjama, auf den kleinen Einstich geklebt. Als Nächster ist Yusuf dran. Er ist der Zartere von einem Zwillingspärchen und hatte Schwierigkeiten beim Atmen.

Baby Yusuf ist erst drei Wochen alt – die Blutabnahme erträgt er tapfer. © Bohmann/Bubu Dujmic

Darum kommt er mit seinen Eltern in die Baby-Care-Ambulanz. Nach der ärztlichen Untersuchung in der Ambulanz ist meist eine Laboruntersuchung nötig. Die Kinderärztin oder der Kinderarzt schickt das Kind ins Labor. Die Blutabnahme und Analyse dauern insgesamt nur fünf bis sechs Minuten. Dann geht's noch einmal in die Ambulanz, um die Befunde zu besprechen. Bei einem drei Wochen alten Baby wird Blut an der Ferse abgenommen. Yusuf erschrickt zwar, er erträgt den Pikser aber sehr tapfer.

Entspanntes Umfeld

"Wir haben im Kinderlabor ein Umfeld geschaffen, das Kinder nicht erschreckt. Es gibt extrem kurze Wartezeiten und wir lenken die Kleinen mit Büchern oder Stofftieren ab", sagt Barbara Kurzböck.

Mit Stofftieren und Bilderbüchern können sich die Kinder bei der Blutabnahme ablenken. © Bohmann/Bubu Dujmic

Je entspannter die Kinder sind, umso ruhiger sind auch die Eltern. Födinger sagt: "Wenn das Kind krank ist, sind auch die Eltern belastet. Darum versuchen wir für alle eine angenehme Atmosphäre zu schaffen und die Laborbefunde so rasch wie möglich zu übermitteln."

Analyse auf Knopfdruck

Barbara Kurzböck arbeitet seit 30 Jahren in diesem Beruf und hat viel Routine. Trotzdem kommt es manchmal vor, dass ein Kind davonläuft oder sich in der hintersten Ecke unterm Schreibtisch versteckt. "Der Kontakt mit den Patientinnen und Patienten macht den Beruf so schön und gleichzeitig auch so anstrengend", sagt sie. Nur im Labor zu sitzen, wäre ihr eindeutig zu langweilig. Gehört aber dazu.

Mit einem Blick durchs Mikroskop können Ergebnisse noch einmal bestätigt werden. © Bohmann/Bubu Dujmic

Denn auch wenn die verschiedenen Hightech-Geräte auf Knopfdruck analysieren und Ergebnisse ausspucken, müssen die Labormitarbeiterinnen Barbara Kurzböck und Joanna Strasser die Geräte und Ergebnisse kontrollieren. "Früher war händisches Mikroskopieren ein wichtiger Teil der Arbeit, das passiert heutzutage aber immer seltener, da das teilweise auch schon Automaten können", sagt Joanna Strasser. 

Labormitarbeiterin Joanna Strasser kontrolliert die Bluttests. © Bohmann/Bubu Dujmic

Was ist "normal"?

Eine Herausforderung bei der Kinderdiagnostik sind die Normalwerte. Manuela Födinger erklärt: "Kinder sind nicht einfach kleine Erwachsene, sie sind ganz anders. Manche Werte, die bei Kindern völlig normal sind, wären bei Erwachsenen Anzeichen für eine schwere Krankheit." Grund dafür sind die noch unreifen Organe, wie Leber und Lunge zum Beispiel, und das Wachstum. Was also für Kinder in einem bestimmten Alter "normal" ist, ist weltweit ein Thema. Darum ist eine Arbeitsgruppe im Labor auch wissenschaftlich aktiv. "Wir sammeln Daten auch aus der Welt der Wissenschaft, um Referenzwerte für Babys und Kinder zu haben."

Video: Per Rohr ins Labor

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