Japanische Miso Suppe wirkt bei einem Kater wahre Wunder. © Getty Images

Aua, mein Kopf!

Nach einer feucht-fröhlichen Nacht dröhnt der Kopf? Viel Wasser, frische Luft und ein deftiges Frühstück helfen dabei, durch den Tag zu kommen. Vom Reparaturseidl aber lieber die Finger lassen - rät die Diätologin Friederike Ruggaber.

Rund um die Weihnachtsfeiertage und Silvester lauert die Versuchung hinter jeder Ecke: hier ein Punsch, dort ein Gläschen nach Feierabend, Firmen-Weihnachtsfeier, Festessen mit der Familie, große Silvesterparty. Damit der Körper diesen Alkohol-Marathon übersteht, gilt: zu jedem Drink ein Glas Wasser nehmen, vorher auf jeden Fall etwas essen und allzu zuckerhaltige Getränke lieber meiden. Punsch und Co gelangen durch den hohen Zuckergehalt und die Wärme besonders schnell ins Blut. Auch Prosecco und Sekt sorgen durch die Kohlensäure rasch für einen Schwips. "Langsam trinken und rechtzeitig aufhören beziehungsweise nicht-alkoholische Getränke bevorzugen ist aber auf jeden Fall der beste Ratschlag", sagt die Diätologin Friederike Ruggaber aus dem Donauspital.

Der Körper sagt: Stopp!

Wie stark Alkohol wirkt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. "Faktoren wie Gewicht, Fettgehalt und die Gewohnheit spielen da eine große Rolle", erklärt Expertin Ruggaber. Auf jeden Fall senkt Alkohol den Blutzuckerspiegel, was zu Heißhunger führt. Das Blut zirkuliert vermehrt in den äußeren Körperschichten - uns wird warm und wir bekommen rote Wangen und Ohren. Das ist vor allem im Winter gefährlich, weil das Kälteempfinden verschwindet. Einschlafen im Freien kann tödlich sein. Alkoholische Getränke wirken auch stark entwässernd, dabei werden auch Mineralstoffe aus dem Körper ausgeschieden. Darum ist das zusätzliche Glas Wasser oder Saft sinnvoll. Die Magenschleimhaut wird gereizt, das kann zu Übelkeit und Erbrechen führen. Und schließlich leiden auch der Gleichgewichtssinn und die Reaktionsfähigkeit. Das Auto (und auch das Fahrrad) also auf jeden Fall stehen lassen. Die Diätologin rät: "Pro Stunde werden nur 0,1 bis 0,2 Promille Alkohol über die Leber abgebaut. Nach einer langen Nacht mit einigen Gläsern Bier oder Wein ist also der Alkoholgehalt im Blut auch am nächsten Morgen noch zu hoch, um sich hinters Steuer zu setzen." Beispiel: Bis der Alkohol eines großen Biers abgebaut ist, braucht es zwei bis drei Stunden.

Endlich schlafen ...

Wenn die Augenlider schwer werden und die Party sich langsam dem Ende zuneigt, lockt das warme Bett. "Aber der Alkohol bringt unseren Gleichgewichtssinn durcheinander. Einschlafen kann zum Problem werden, wenn sich das ganze Zimmer dreht", sagt Ruggaber. Was da hilft? "Leider gar nichts. Augen zu und durch." Vorbeugend am Heimweg noch beim Würstelstand stehen bleiben sorgt dafür, dass wenigstens die letzten Getränke langsamer ins Blut gelangen. Einen Versuch ist es wert. Gut schlafen wird man nach einer durchzechten Nacht aber trotzdem nicht. "Alkohol verhindert, dass wir träumen. Fehlt die REM-Phase, fühlen wir uns am nächsten Morgen unausgeschlafen und erledigt. Dazu kommt, dass man in der Nacht öfter aufwacht und aufs WC muss." Also nicht die besten Voraussetzungen, um fit in den Tag zu starten.

Kater zum Frühstück

Wenn dann am Morgen der Schädel brummt und die Energie am Nullpunkt ist, ist guter Rat teuer. Friederike Ruggaber meint: "Das Wichtigste ist, die verlorene Flüssigkeit wieder auszugleichen. Das ist nämlich die Hauptursache für Kopfschmerzen." Dazu eignen sich Kräutertees oder gespritzte Säfte. Auch Koffein hilft gegen Kopfschmerzen - kann aber auch den Magen belasten. Ein paar Tropfen Pfefferminzöl an den Schläfen und den Kopf mit einem Eisbeutel kühlen können gut tun. Der Körper verlangt außerdem nach Mineralstoffen - das heißt nach salzigen Nahrungsmitteln, Tomatensaft mit Salz, Rollmops, Spiegeleier mit Speck. Ein Spaziergang an der frischen Luft hilft, den Kopf wieder klar zu bekommen. "Sport ist aber nicht empfehlenswert, weil das den ohnehin geschwächten Körper weiter strapaziert. Da macht der Kreislauf möglicherweise nicht mit." Ein klares Wort hat die Diätologin auch zum oft praktizierten Reparaturseidl: "Finger weg. Kurzfristig kann ein kleines Bier die Beschwerden zwar mildern. Der Kater verschiebt sich aber nur nach hinten."

Wann wird Genuss zur Sucht?

Wer regelmäßig trinkt, sollte ein kritisches Auge auf seinen Konsum werfen. Das Wiener Suchtmittelmonitoring untersucht im Abstand von zwei Jahren die aktuellen Trends zu den Themen Alkohol, Tabak, Psychopharmaka und illegale Suchtmittel. Die aktuelle Studie aus dem Jahr 2015 zeigt, dass vor allem Alkohol für Suchtprobleme verantwortlich ist. Gut zwei Drittel der Wienerinnen und Wiener trinken zumindest zwei bis drei Mal pro Woche Alkohol. Jeder Vierte konsumiert Alkohol in gesundheitsschädlichen Mengen. Rund zehn Prozent der Österreicherinnen und Österreicher erkranken im Laufe des Lebens an Alkoholismus. Das Regionale Kompetenzzentrum berät und erstellt bei Bedarf einen individuellen Maßnahmenplan.

Katerrezepte

Ingwertee
Eine daumengroße Menge frischen (oder 1 Gramm getrockneten) Ingwer hacken, mit einem Viertel Liter kochendem Wasser übergießen und fünf Minuten ziehen lassen. Abseien und mit etwas Honig süßen. Hilft gegen Übelkeit!

Smoothie
Eine halbe Banane, einen halben Apfel, 150 Milliliter Orangensaft, 100 Milliliter Karottensaft mit einem Schuss Zitronensaft und Olivenöl und etwas Ingwer mixen. Wer mag, kann noch Mineralwasser und Eiswürfeln hinzugeben.

Japanische Miso-Suppe
Zutaten:
1 Liter Wasser 200 Gramm geschnittenes Gemüse (zum Beispiel Broccoli, Karotten Zucchini, Sellerie ...)
200 Gramm Räuchertofu
2 Frühlingszwiebel
4 Esslöffel Misopaste
2 Esslöffel Sesamöl
1 Esslöffel Sojasauce
Zubereitung: Räuchertofuwürfel im Sesamöl anbraten und Gemüse dazugeben. Zehn Minuten dünsten und dann mit Wasser aufgießen. Frühlingszwiebel hinzufügen und den Topf vom Herd nehmen. Die Misopaste in etwas Suppe auflösen und mit der Misosuppe vermischen, nicht mehr aufkochen. Mit Sojasauce abschmecken.

Virgin Mary
6 Teile Tomatensaft
1 Teil Worcestershire-Sauce
1 Teil Zitronensaft
3 Spritzer Tabasco
1 Teelöffel Meerrettich
1 Prise Selleriesalz
1 Prise gemahlener schwarzer Pfeffer
Zutaten vermischen und mit Selleriestäbchen und Zitronenspalte dekorieren.

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