Viel Schlaf und Flüssigkeit sind bei einem grippalen Infekt die besten Heilmittel. © Getty Images

Schneller gesund mit Hausmitteln?

Der Volksmund sagt: Ohne Medikamente dauert eine Grippe sieben Tage, mit Medikamenten eine Woche. Aber er rät auch zu Essigpatscherln und Hühnersuppe. Wir fragen einen Arzt, was er von natürlichen Hausmitteln hält.

 

In der kalten Jahreszeit fliegen nicht nur bunte Blätter durch die Luft, sondern in warmen Räumen auch jede Menge Viren. Sie und nicht etwa die Zugluft oder die nassen Füße lösen eine Erkältung oder gar eine Grippe aus. Im Unterschied zu einem unangenehmen, aber harmlosen grippalen Infekt mit Schnupfen, Husten und Niesen ist eine Grippe eine ernsthafte Krankheit, die bei Komplikationen sogar zum Tod führen kann. Darum sollte man sich impfen lassen, wenn man bereits älter ist, mit vielen Menschen Kontakt hat oder ganz einfach sich und seine Familie schützen will. Vor einem grippalen Infekt schützt die Impfung nicht. Sie verhindert aber meist recht zuverlässig die Ansteckung mit den aktuellen, saisonalen Grippeviren. Wer zum Beispiel in einem Gesundheitsberuf arbeitet, mit Kindern oder alten Menschen zu tun hat, sollte sich impfen lassen. "Auch innerhalb der Familie kommt es leicht zu einer Ansteckung. Darum sollten alle geimpft werden, um die Großeltern zu schützen", rät Peter Fasching, Leiter der 5. Medizinischen Abteilung im Wilhelminenspital. Je mehr Menschen immun gegen die Ansteckung sind, umso besser kann die Ausbreitung verhindert werden. Der sogenannte "Herdenschutz" tritt in Kraft.

Schnupfen oder Grippe?

Zur Unterscheidung: Ein grippaler Infekt, ausgelöst zum Beispiel durch Rhino- oder Parvoviren, beginnt meist langsam mit Frösteln, Halsschmerzen, Schnupfen und Müdigkeit. Er kann, muss aber nicht, mit leichtem Fieber einhergehen. Die echte Grippe beginnt oft sehr plötzlich mit hohem Fieber und Gliederschmerzen. "Das gesamte System ist mit dem Influenzavirus infiziert, der ganze Körper zeigt ein massives Krankheitsbild", sagt Peter Fasching. "Zum Glück kommt ein gesunder, junger Körper mit einer Grippe-Infektion meist gut zurecht. Es kann aber vor allem bei älteren, geschwächten Menschen zu Komplikationen wie einer Herzmuskelreizung oder einer Lungenentzündung kommen." In beiden Fällen ist es schwer möglich, die Viren mit Medikamenten zu bekämpfen. So wirkt der Grippe-Impfstoff Tamiflu nur dann gut, wenn er innerhalb der ersten Tage einer Infektion eingenommen wird. Wohl können aber die Symptome gemildert werden. Das Wichtigste ist: Genug Schlaf und ausreichend Flüssigkeit wie Tee und Wasser, das macht den Körper fit fürs Bekämpfen der Angreifer. Neben Medikamenten aus der Apotheke gibt es auch Hausmittel, die gute Dienste leisten.

Suppenzeit

Schon Oma setzte auf Hühnersuppe, wenn ein Familienmitglied kränkelte. Neben der angenehmen Wärme, die beim Bekämpfen einer Infektion mithilft, soll vor allem der Eiweißstoff Cystein für die gesundheitsförderliche Wirkung verantwortlich sein. Der Mediziner sieht die tatsächliche Wirkung kritisch: "Ich mag Hühnersuppe", schmunzelt er. "Und wenn's gut tut, ist Hühnersuppe bei einer Verkühlung sicher eine gute Idee." Eine schmackhafte Frühlingszwiebelsuppe mit Ingwer, viel Suppengrün und Wurzelgemüse ist eine vegetarische Alternative: Frühlingszwiebeln in etwas Öl anschwitzen, Karotten, Petersilienwurzel und Sellerie zugeben und mit Wasser ablöschen. Danach Ingwer in Scheiben schneiden und mitkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ingwer hilft bei der Verdauung und gegen Übelkeit. Was Kräuter und andere Lebensmittel sonst noch auf dem Kasten haben, ist im Lexikon von "die umweltberatung" nachzulesen.

Abwarten und Tee trinken

Tee hilft nicht nur Dehydrierung vorzubeugen, sondern auch bei Halsschmerzen. Er befeuchtet die trockenen Schleimhäute, was den Hustenreiz lindert. Besonders geeignet sind Salbei- und Pfefferminztee. Diese sollen kühlend wirken und lindern die Schwellung. "Bei einer Infektion hat man oft einen unangenehmen Geschmack im Mund. Die frische Minze kann dagegen helfen", sagt Fasching. Spürt man nur erste Anzeichen für eine Halsentzündung wie ein leichtes Kratzen, schafft Linden- und Holunderblütentee Abhilfe. Holunderblütentee wirkt entzündungshemmend und fiebersenkend, während Lindenblütentee krampflösend und schmerzlindernd ist. Fasching sagt: "Als Schulmediziner kann ich nur vertreten, wozu es aussagekräftige Studien gibt. Zur Wirkung von Kräutern und diversen anderen Hausmitteln kenne ich aber keine."

Honig gegen Halsschmerzen

Auch zu Honig und Zwiebeln schweigt die Wissenschaft. Aber: Sie sollen in Kombination gegen Halsschmerzen und Husten helfen. Die Knolle wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und antiviral. Die geschälten Zwiebeln werden circa drei Zentimeter eingeschnitten und mit Honig bedeckt, dann mindestens zwei Stunden ziehen lassen. Der Saft, der sich um die Zwiebel bildet, lindert den Hustenreiz. Bei trockenem Husten hilft Birnenmus mit Honig. Birne wirkt befeuchtend und kühlend. Zum Mus einen gehäuften Esslöffel Honig geben und einkochen lassen. Löffelweise drei bis vier Mal täglich einnehmen. Dieses Hausmittel schmeckt sogar Kindern. Salbeimilch kombiniert die antibakterielle Wirkung von Salbei und Honig mit der wohltuenden Wärme der Milch. Salbei mit der Milch kurz aufkochen und ziehen lassen. Dann mit einem Löffel Honig süßen.

Raus aus dem Fiebertraum

Bei erhöhter Temperatur helfen die gefürchteten Essigpatscherl. Dafür Essig und Wasser zu gleichen Teilen mischen. Socken eintunken, auswringen und dann der Patientin oder dem Patienten anziehen. Unbedingt noch in ein weiteres Paar Socken schlüpfen und bei hohem, steigendem Fieber alle zwei Stunden wechseln. Dazu Mediziner Fasching: "Kann man probieren. Medizinisch sehe ich aber keinen Grund, wie Essigpatschen die Symptome lindern sollten."

Durchatmen und durchschlafen

Ob laufende oder verstopfte Nase: Beides ist ziemlich unangenehm. Um die Atemwege wieder frei zu bekommen, empfiehlt sich Inhalieren. Dazu Meersalz in heißem Wasser auflösen, Kopf über die Schüssel halten und ein Handtuch darüber legen. Acht bis zehn Minuten den Dampf tief einatmen. Das Inhalieren wirkt auf die Bronchien und die Atemwege. Es ist schleimlösend, vermindert den Druck in den Nebenhöhlen und befeuchtet die Atemwege. Besonders effektiv ist das vor dem Schlafengehen. Eine Duftlampe im Schlafzimmer kann den ruhigen Schlaf unterstützen. Duftlampen sorgen für eine höhere Luftfeuchtigkeit und ausgewählte ätherische Öle haben auch eine gesundheitsförderliche Wirkung auf den Körper und die Seele. Beispielsweise wirkt Lavendel beruhigend, Orange belebend, Melisse krampflösend und Pfefferminze hilft bei trockenem Husten.

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