Mit ein paar Tricks können Sie gleichermaßen Energiesparen und für ein gutes Raumklima sorgen. © Getty Images

Gesundes Wohnen in der kalten Jahreszeit

Nicht nur richtiges Heizen und Lüften tragen zu einem gesunden Raumklima im Winter bei. Auch die Anordnung der Möbel hat Einfluss darauf. Warum und wie viel weiß Andreas Hudecek von Wien Energie.

Mit dichten, modernen Fenstern schafft man es, seine Energiekosten zu minimieren, da die Wärme nicht nach außen ins Freie abgegeben wird. Doch ganz ohne Luftaustausch geht es dennoch nicht. Andreas Hudecek ist seit 1988 in der Energieberatung von Wien Energie tätig, die seit 2015 in der Wien Energie-Welt Spittelau ansässig ist. Er sagt, worauf es beim Thema Energieeffizienz ankommt.

Andreas Hudecek weiß, worauf es beim Thema Energieeffizienz ankommt. © Bohmann/Stefan Fürtbauer

Gesetze des Winters

"Der Winter hat seine ganz eigenen Gesetze, die müssen zu Hause im alltäglichen Leben beherzigt werden", so der Energieexperte von Wien Energie. "Einen Fehler, den viele begehen, ist, zu wenig zu lüften. Eben, weil es draußen grau und kalt ist. Doch das kann Folgen haben, die bis zu Schimmelbildung reichen. Vor allem dann, wenn die Wohnung mit Fenstern der neuesten Generation ausgestattet ist und Bewohnerin oder Bewohner nicht gut instruiert wurden, wie sie mit ihnen umzugehen haben", sagt Hudecek. Durch die völlige Abdichtung nach außen kann die Raumfeuchtigkeit, die beim Kochen oder Duschen entsteht, nicht mehr durch Fugen entweichen. Sie setzt sich bevorzugt in Raumecken, im Bad an den Fugen oder in rissigen Fliesen ab. Passiert das über einen längeren Zeitraum, bildet sich an diesen Stellen Schimmel. Auch Tapetenkleister ist ein guter Nährboden für den unwillkommenen Gast.

Feuchtigkeit, die sich an Spiegeln absetzt, ist gut erkennbar. © Getty Images

Sauerstoff für offenes Feuer

Die Lösung: In Nassräumen große Feuchtigkeitsreste regelmäßig mit einem Lappen wegwischen und die Lüftung nach dem Duschen einschalten, wenn der Raum kein Fenster hat. Hat er eines, dieses für mehrere Minuten ganz öffnen, aber nicht über mehrere Stunden hinweg. Das würde bewirkten, dass nicht nur die Raumluft auskühlt, sondern auch Möbel und Wände, was wiederum die Energiekosten in die Höhe treibt. Regelmäßiges Stoß- oder noch besser Querlüften mit Fenstern, die durch ihre Lage einen Durchzug begünstigen, sind die richtigen Antworten. "Am besten ist, ich mache unter der Woche, wenn ich nach Hause komme, als Allererstes mehrere Fenster in meiner Wohnung für rund zehn Minuten weit auf und wiederhole das alle drei bis vier Stunden, bis ich schlafen gehe", erklärt Hudecek.

Je kälter es draußen ist, desto kürzer kann gelüftet werden. In großen Büroräumen dagegen kann sich die Zeit auch um einige Zeit erhöhen. "Frischluft ist darüber hinaus auch in Bezug auf das körperliche Wohlempfinden und unsere Konzentrationsfähigkeit wichtig, braucht das Hirn doch Sauerstoff, um gut zu funktionieren. Und wer einen offenen Ofen oder eine alte Gastherme besitzt, sollte berücksichtigen, dass diese ausreichend O2 im Raum brauchen, um gut verbrennen zu können", ergänzt Hudecek.

Thermostatventile montieren

Glühbirnen, Kochstellen, laufende Computer oder eine warme Kaminmauer: Eine zu hohe Zimmertemperatur ist nicht immer nur auf die eigentliche Heizung zurückzuführen. Sogar die Anzahl der Personen im Raum hat Einfluss darauf. Praktisch sind daher sogenannte Thermostatventile, die, anstelle des Handrads am Radiator montiert, sofort auf zusätzliche Hitzequellen zielgerichtet reagieren und die Heizleistung entsprechend anpassen, sie also runter- oder rauffahren.

"Oft können Heizkörper, die über keine Thermostatventile verfügen, kostengünstig und einfach mit diesen Ventilen nachgerüstet werden. Der Effekt ist groß: Man spart Geld für Heizenergie und wird darüber hinaus mit einer konstanten und komfortablen Zimmertemperatur belohnt", sagt Hudecek. Um sie lange funktionsfähig zu erhalten, sollten sie auch im Sommer geöffnet bleiben. In wärmegedämmten Wohnhäusern liegen die angenehmen Zimmertemperaturen im Wohnraum meist zwischen 20 Grad und 22 Grad, im Schlafzimmer bei 18 Grad, im Bad bei 23 Grad, in der Küche bei rund 19 Grad und untertags im Kinderzimmer bei 23 Grad Celsius. In schlecht gedämmten Häusern sind oft höhere Temperaturen notwendig, um sich wohlzufühlen.

Stellen Sie Kästen und Schrankwände nicht zu knapp an Außenmauern. © Getty Images

Tipps gegen Schimmelbildung

Ungenutzte Räume gar nicht zu beheizen, hat nichts mit Energiesparen zu tun. Denn in diesen Räumen kondensiert warme Luft, die beim Betreten oder durch die nicht ganz dicht schließende Tür eindringt, an den Wänden. Auch hier wäre es nur eine Frage der Zeit, wann es zu Schimmelbildung kommt. In Räumen wie diesen lässt man auch ganz gerne jene Pflanzen überwintern, die es gerne etwas kühler haben, was für nur noch mehr Feuchtigkeit sorgt. Die Temperaturen der einzelnen Räume innerhalb einer Wohnung sollten möglichst nicht mehr als fünf Grad auseinanderliegen. Außerdem sollten auch ungenutzte Zimmer regelmäßig gelüftet werden.

Hudecek: "Beginnen Wäsche in Schränken, Sofabezüge oder gar ganze Räume zu muffeln, kann man fix davon ausgehen, dass es bereits eine befallene Stelle gibt. Spätestens dann sollte man rasch handeln." Ebenfalls empfehlenswert ist es, Kästen oder gar große Schrankwände nicht ganz knapp an Außenwände zu stellen. Das gilt auch für Möbelstücke, die breitflächig auf dem Boden aufliegen. Dahinter beziehungsweise darunter kann die Luft nicht zirkulieren, dafür wären rund vier bis fünf Zentimeter Abstand notwendig. Die Konsequenz: leider wieder Schimmel. Übrigens können mitunter auch Baumängel wie unzureichend gedichtete Bodenplatten oder Flachdächer mit mangelhaftem Feuchtigkeitsschutz schuld an Schimmel sein.

Sonne als Heizquelle

"Machen Sie sich den Treibhauseffekt zunutze", empfiehlt Hudecek. Sonne, die ungehemmt in die Räume scheinen kann, erhöht die Raumtemperatur auf natürliche Weise. Wichtig ist es daher, Rollos aufzurollen und Vorhänge aufzuziehen. Im Unterschied zum Sommer, wenn wir die heißen Strahlen lieber nicht reinlassen möchten und die Fenster verdecken. Apropos Vorhänge: Die sind womöglich wunderschön, wenn sie jedoch über die Radiatoren hängen ungünstig. Genauso wie Couchgarnituren oder andere massive Möbel, die vor Heizkörpern stehen. "Die Heizleistung verpufft quasi in Sofa & Co und Thermostatventile werden in ihrer Funktion beeinträchtigt. Und das ist ja nicht der Sinn", erklärt Hudecek.

Wartung von Therme und Heizung

Für absolut unverzichtbar hält Hudecek, dass vor der eigentlichen Heizperiode beginnend mit September die Gastherme von Fachpersonal gewartet wird. "Vor allem bei älteren Modellen ist das jährlich empfehlenswert", sagt Hudecek. Im Schnitt sind Heizungen rund 15 Jahre einwandfrei im Einsatz. Spätestens dann sollte, schon aufgrund einer besseren Abgas- und Sicherheitstechnik, über einen Austausch nachgedacht werden. Meist mit Oktober starten die meisten Wiener Haushalte dann mit dem Einheizen. Wenn die bereits heißen Radiatoren glucksende Geräusche von sich geben, ist das kein Drama, sondern ein Zeichen dafür, dass sie entlüftet gehören, da die eingeschlossene Luft sonst die Wärmeabgabe blockiert. Hudecek: "Mit einem vierkantigen Heizkörperentlüftungsschlüssel, den ich bei jedem Installationsgeschäft bekomme, öffne ich kurz das Entlüftungsventil am Heizkörperzulauf und schließe es, sobald mir ein durchgehender dünner Wasserstrahl entgegenkommt."

Förderungen der Stadt

Ob auf dem Gebiet der Förderungen seitens der Stadt Geld einzusparen sei, hinge laut Hudecek vor allem davon ab, worum es sich exakt handelt. Hudecek kann nur empfehlen, dass sich jede und jeder vor der Anschaffung von vermeintlich geförderten Türen oder Fenstern bei der Magistratsabteilung 25 - Stadterneuerung und Prüfstelle für Wohnhäuser oder der Magistratsabteilung 50 - Wohnbauförderung und Schlichtungsstelle für wohnrechtliche Angelegenheiten beraten lasse. Hudecek: "Oder Sie kommen mit Ihren Fragen zur Wien Energie-Energieberatung. Wir helfen gerne oder vermitteln gegebenenfalls an die richtigen Stellen weiter."

Video: Richtig heizen und lüften

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