Familienhebamme Uli Heil bietet Schwangeren- wie auch Rückbildungsgymnastik an. © Bohmann/Katrin Bruder

Stark durch die Schwangerschaft

Sport und Bewegung verringern Schwangerschaftsbeschwerden und bereiten optimal auf die Geburt und das Tragen des Babys vor. inwien.at hat mit Familienhebamme Ulli Heil gesprochen.

Sport und Bewegung sind gesund. Das gilt auch in der Schwangerschaft. "Schwangerschaftsgymnastik empfehle ich daher jeder Frau", erklärt Ulli Heil. Die Familienhebamme arbeitet bei der MA 15 - Gesundheitsdienst der Stadt Wien, betreut und berät schwangere Frauen. Darüber hinaus bietet sie Geburtsvorbereitungskurse, Babytreffs und Schwangeren- beziehungsweise Rückbildungsgymnastik sowie Stillvorbereitung und Stillberatung an. Jede Schwangere in Wien kann das Angebot kostenlos in Anspruch nehmen.

Gymnastik tut Körper und Seele gut

Schwangerschaftsgymnastik ist eine gute Vorbereitung auf die Geburt. Heil sagt: "Es ist wichtig, dass die Frauen vor der Entbindung ein gutes Körpergefühl entwickeln. Dann kommen sie besser mit den Wehen zurecht. Sie können die Kraft des Körpers besser nützen und mitarbeiten. Gleichzeitig fällt es ihnen leichter, sich zwischen den Wehen zu entspannen." In den Gymnastikeinheiten lernen die Frauen richtig zu atmen, sich zu entspannen und stärken ihren Rücken. Grundsätzlich verläuft die Schwangerschaft bei jeder Frau anders. "Manchen Frauen geht es körperlich sehr gut, sie haben kaum Beschwerden, dafür sind sie psychisch belastet", erklärt Ulli Heil. Schwangerschaftsgymnastik tut auch der Psyche gut. 

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"Die Frauen treffen andere werdende Mütter, können sich austauschen und sehen, dass auch andere Schwangere Sorgen und Ängste haben und es da und dort zwickt. Das kann tröstlich und unterstützend sein." Einem Kaiserschnitt beugt Bewegung allerdings nicht vor. "Ein Kaiserschnitt hat in den allermeisten Fällen nichts mit der körperlichen Verfassung der Mutter zu tun, sondern wird durchgeführt, weil Gefahr für das Kind besteht, etwa wenn die Herztöne schwächer werden." 

Warum sich bewegen?

Bewegung und Sport beugen den Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft vor. "Gymnastik, aber auch Spazierengehen sind zum Beispiel gut für die Durchblutung der Beine. Die Blutmenge nimmt bis zu 30 Prozent zu und belastet die Venen. Außerdem erhöhen die vergrößerte Gebärmutter und das Baby den Druck auf die Gefäße und belasten die Venen stark. Die Folgen sind Krampfadern", erklärt Heil. Auch Rückenschmerzen kennen viele Schwangere und junge Mütter. Denn mit fortschreitender Schwangerschaft wird der ganze Körper instabiler. Starke Rückenmuskeln können hier ausgleichen. Und auch das ständige Heben und Tragen des Babys fallen mit kräftigen Rückenmuskeln leichter. Ob Gymnastik auch Dehnungsstreifen vorbeugen hilft, ist umstritten. Expertin Heil meint: "Als Vorsorge ist Bewegung neben Eincremen, Zupfmassage und gesunder Ernährung empfehlenswert. Ob Schwangerschaftsstreifen auftreten, ist aber auch von den Genen und der Gewichtszunahme abhängig." 

Wie viel Sport in der Schwangerschaft?

Die Frage, wie viel Bewegung sinnvoll ist, lässt sich schwer beantworten, weil dies von Frau zu Frau individuell verschieden ist. "Gesunde Frauen, die mehrmals pro Woche Sport gemacht haben, werden das auch in der Schwangerschaft fortführen. Frauen, die nie Sport gemacht haben, empfinden es bereits als 'viel', wenn sie ein Mal pro Woche Gymnastik machen oder eine Stunde spazieren gehen", weiß Heil.

"In der Schwangerschaft sollte auf ruckartige Bewegungen beziehungsweise auf Sportarten, die zu Stürzen führen können, verzichtet werden", so Heil und erinnert sich schmunzelnd an eine Frau, die sie gefragt hat, ob sie weiter Kickboxen kann. Wer immer schon viel Rad gefahren ist, kann es weitermachen. Montainbiken ist hingegen nicht empfehlenswert. Die Hebamme meint: "Schwangere Frauen können ihr normales Leben - bis auf kleine Einschränkungen - weiterführen und merken selbst, was ihnen gut tut oder eben nicht." Als Beispiel führt Heil Joggen an. "Geübte Läuferinnen können weiter joggen. Überanstrengung, Wettkämpfe und Marathons sind zu vermeiden. Auch Waldläufe sind nicht ideal, da es Stolperfallen in Form von Wurzeln und Ästen gibt. Solange die Frau sich wohlfühlt, passt es. Wichtig ist, dass die Frauen auf ihren Körper hören."

Generell ist Hochleistungssport nicht sinnvoll. Eine optimale Sportart für Schwangere ist hingegen das Schwimmen. "Im Wasser spüren die Frauen ihr Gewicht nicht. Sie können entspannen und beugen gleichzeitig Verspannungen im Rücken vor." In Acht nehmen sollten sich Frauen lediglich vor Pilzerkrankungen, denn Schwangere sind anfällig dafür. Deshalb empfiehlt Heil das Schwimmen in Naturgewässern, da Chlorwasser Pilzerkrankungen fördert. Frauen, die gerne schwimmen, sollten wegen einer möglichen Vorsorge am besten mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sprechen.

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