Der menschliche Körper besteht zu einem Großteil aus Wasser. © Getty Images

"Durstgefühl ist meist verlässlich"

Wasser ist absolut notwendig, um den Stoffwechsel des Körpers am Laufen zu halten. Wie viel es sein sollte, ist von Mensch zu Mensch verschieden.

"Verlässlicher als die Angabe einer Trinkmenge ist die Zahl der Toilettenbesuche", erklärt Internist Roland Edlinger aus dem Krankenhaus Hietzing. Er beantwortet Fragen zum Thema Wasserhaushalt und weiß über die Auswirkungen von Wassermangel auf den Körper Bescheid.

inwien.at: Wie viel Wasser braucht der Mensch am Tag wirklich?

Roland Edlinger: Das Durstgefühl ist sehr individuell. Und wie viel Wasser ein Körper braucht, um zu funktionieren, hängt auch von der Art der Ernährung ab. Wer viel Salz oder Eiweiß zu sich nimmt, hat zum Beispiel einen höheren Bedarf. Natürlich ist die benötigte Wassermenge auch beim Sport oder bei Hitze größer. Ausreichend Wasser zu trinken, ist wichtig, der Köper kommt aber – wenn er muss – auch mit Extremen zurecht. Die Nieren können nei normaler Kost mit einer Bandbreite von etwa einem halben Liter bis zu zehn Liter arbeiten. Sie haben die Aufgabe, Salze und Giftstoffe wieder aus dem Körper zu transportieren. Das funktioniert über den Harn, der dann entweder stärker konzentriert oder eben verdünnt ist.

Kann man denn auch zu viel trinken?

Ja, das ist tatsächlich möglich. Beim Münchner Oktoberfest zum Beispiel ist dieses Phänomen gelegentlich zu beobachten. Es gibt die sogenannte "Biertrinker-Hyponatriämie". Wenn man nur Bier trinkt und nichts dazu isst stimmt das Wasser-Salz-Verhältnis nicht mehr und bereits ab einer Trinkmenge von drei bis vier Litern kann es dann zum Absinken des Natriumspiegels im Blut kommen. Das führt zu Übelkeit, Müdigkeit, epileptischen Anfällen oder sogar zum Koma. Ähnliches kann bei exzessivem Sport passieren.

Wie macht sich Wassermangel bemerkbar?

Das Blutvolumen nimmt ab, die Haut und die Schleimhäute sind trocken, uns wird schwindlig, der Blutdruck sinkt und der Puls steigt. Dann ist ein Kreislaufkollaps möglich. Der Hautfaltentest an der Hand ist eher nur bei jungen Menschen aussagekräftig. Bei einem 70-Jährigen ist es meist normal, dass die Haut nicht sofort zurückfedert. Da würde ich mir eher die Mundschleimhaut ansehen. Auch sehr trockene Achseln sind ein Hinweis auf zu wenig Flüssigkeit im Körper.

Was wäre also die richtige Menge?

1,5 bis 2,5 Liter Wasser am Tag sind meist nicht falsch, bei schwerer Herz-, Nieren- oder Leberkranken müssen aber manchmal auch andere Empfehlungen gegeben werden. Zu bedenken ist auch, dass in den meisten Lebensmitteln Wasser enthalten ist. Vor allem in Obst und Gemüse, aber genauso in Käse, Fleisch oder Kartoffeln. Aussagekräftiger als die zu trinkende Wassermenge ist oft die Häufigkeit der Toilettenbesuche.

Was bedeutet das genau?

Wenn die Harnblase mit rund 300 bis 500 Millilitern gefüllt ist, fühlt sie sich voll an, wir müssen auf die Toilette.  Wer fünf Mal an Tag die Harnblase entleeren muss, hat meist ausreichend getrunken, eine entsprechende Harnmenge pro Entleerung vorausgesetzt. Und das gilt – im Gegensatz zur Menge des zu trinkenden Wassers – auch bei übergewichtigen Menschen, bei Sportlerinnen und Sportlern oder bei starkem Schwitzen.

Welche Tipps haben Sie, um nicht aufs Trinken zu vergessen?

Das ist vor allem bei älteren Menschen ein Problem. An sich ist auf das Durstgefühl schon Verlass, es gibt aber auch Leute, die einfach aus Gewohnheit wenig trinken. Denen rate ich, immer einen Krug Wasser in Griffweite zu haben – am Schreibtisch, neben dem Bett oder am Esstisch. So hat man auch einen guten Überblick über die getrunkene Wassermenge, wenn man darauf achtet wie oft man den Krug pro Tag auffüllt.

Gibt es einen gesundheitlichen Unterschied zwischen Saft, Mineralwasser oder Leitungswasser?

Ja, sogar einen großen. Bei Wasser wird man bemerken, dass es besonders schnell verwertet werden kann. Säfte enthalten viel Fruchtzucker – und der ist entgegen der oft vorgebrachten Meinung gar nicht gesund. Er fördert Diabetes, Übergewicht und die Bildung einer Fettleber. Das gilt für Apfelsaft genauso wie für künstliche Limonaden. Für Kinder ist es also besonders wichtig, dass sie es nicht anerzogen bekommen, ständig Saft zu trinken. Und wenn, dann nur stark verdünnt. Zum Glück haben wir in Wien unser exzellentes Hochquellwasser. Wer mag, kann natürlich auch zu Mineralwasser greifen. Es ist aber aus gesundheitlichen Gründen meistens nicht nötig, speziell mit Mineralstoffen angereichertes Wasser zu trinken. Wenn es nur um das sprudlige Gefühl der Kohlensäure geht, ist Tafelwasser eine Alternative.

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