Buttersemmel ist das Lieblingsfrühstück der meisten Kinder im Kindergarten. © Bohmann/Bubu Dujmic

Gesund essen ist ein Kinderspiel

Bewusste Ernährung, aber auch Freude und Lust am Essen werden in den städtischen Kindergärten großgeschrieben. inwien hat einen Kindergarten besucht und in den Kochtopf geschaut.

9 Uhr im Kindergarten Mitterhofergasse 2 in Floridsdorf. Emina, 5, und ihre Freundin Jasride, 5, lassen sich das Gabelfrühstück schmecken. Heute gibt es Buttersemmel, das Lieblingsessen der meisten Kinder. Dazu werden Apfelspalten, Kohlrabi in Blumenform und Extrawurst angeboten. Kindergartenpädagogin Dagmar Ebner erzählt: "Das Frühstück wird - wie generell das Essen im Kindergarten - abwechslungsreich gestaltet. Es gibt verschiedene Brotarten, Semmel oder Gebäck, immer Obst und Gemüse, das wir oft ausstechen - wie heute die Kohlrabischeiben. Dann greifen die Kinder eher zu." Außerdem gibt es abwechselnd Käse, Wurst oder einen Aufstrich, der im Frühdienst frisch zubereitet wird. Für Abwechslung sorgt hin und wieder ein süßes Frühstück mit Marmelade, Honig oder Cerealien.

Ebner: "Gemeinsam mit den Kindern bereiten wir gerne ein Müsli mit Früchten vor." Als Getränke stehen Wasser, Tee und Milch bereit. "Wasser mit Geschmack ist bei den Kindern sehr beliebt. Wir geben etwa Kräuter wie Zitronenmelisse oder Apfelstückchen dazu", sagt die Pädagogin. Wasser gibt es nicht nur zu den Mahlzeiten, sondern steht den Kindern genauso wie Obst den ganzen Tag über zur Verfügung. Ebner erklärt: "Frühstück wie auch Nachmittagsjause werden auf das Mittagessen abgestimmt. Steht etwa ein Fleischgericht auf dem Speiseplan, gibt es zum Frühstück oder zur Jause Käse oder Aufstrich. Gibt es Gemüse oder eine süße Speise, wird den Kindern auch Wurst angeboten."

Getränke stehen den Kindern den ganzen Tag über zur Verfügung. © Bohmann/Bubu Dujmic

Während das Frühstück und die Jause im Kindergarten vorbereitet werden, kommt das Mittagessen von einer Zulieferfirma. Die Eltern können bei der Einschreibung zwischen einem gemischten Menü, einem Menü mit Geflügel und einem fleischlosen Menü wählen. Die Menüs werden nach den Empfehlungen der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung zusammengestellt. Es wird auf regionale Produkte Wert gelegt. So kommt beispielsweise im Frühling Bärlauch, im Sommer Marille, im Herbst Kürbis und im Winter Kraut auf den Tisch. Der Bioanteil der verwendeten Produkte liegt bei mindestens 50 Prozent. Der Kindergarten bekommt fertige Speisepläne mit Menüvorschlägen. Diese werden von den Pädagoginnen und Pädagogen kontrolliert und bei Bedarf können Änderungen vorgenommen werden. Je ein Mal pro Woche gibt es eine süße Speise und Fisch. Kindergartenleiterin Christine Jakob sagt: "Das süße Menü mögen die Kinder gern. Weiters sind auch Klassiker wie Spaghetti, Schnitzel und Erdäpfelpüree sehr beliebt."

Zwei Mal wöchentlich werden die Speisen in die Kindergärten geliefert. Jakob erklärt: "Es gibt strenge Hygieneauflagen. Beispielsweise muss die Kühlkette eingehalten werden. Das Mittagessen wird in Form eines Buffets angeboten. Die Kinder können sich selbst bedienen und auswählen, was und wie viel sie essen wollen." Ebner meint: "Im Kindergarten essen die Kinder meist mehr als zu Hause und sie probieren auch eher Neues. Da spielt natürlich die Gruppendynamik eine positive Rolle."

Unverträglichkeiten managen

Manche Kinder leiden an Unverträglichkeiten wie Histaminintoleranz oder Glutenunverträglichkeit und dürfen verschiedene Lebensmittel nicht essen. Ebner: "Wenn Kinder an Unverträglichkeiten leiden, ist eine oftmalige Absprache mit den Eltern nötig. Das funktioniert in der Regel sehr gut. Wir versuchen so weit wie möglich darauf einzugehen, für ein Kind bestellen wir etwa weizenfreies Brot bei der Bäckerei." Zusätzlich hängen im Essbereich für die betroffenen Kinder Listen, auf denen vermerkt ist, welche Produkte sie nicht essen dürfen beziehungsweise was zu beachten ist.

Gesunde Ernährung

"Im Kindergarten arbeiten wir viel mit der Ernährungspyramide", sagt Ebner, "ich erkläre den Kindern etwa, warum regelmäßig trinken wichtig ist und warum wir nicht täglich Süßes essen." Außerdem wird großer Wert darauf gelegt, dass die Kinder neue Lebensmittel und Gerichte kennenlernen. Ebner: "Viele Kinder sind von zu Hause Weißbrot beziehungsweise Weißmehl gewöhnt und kennen Vollwert- oder Vollkornprodukte weniger." Wenn Kinder Neues oftmals kosten, werden sie mit dem Geschmack erst vertraut. "Wir motivieren sie, zum Beispiel einen gesunden Topfenaufstrich zu kosten, indem sie mit Rohkost-Sticks oder Brotstangen dippen dürfen. Das macht ihnen Spaß und sie kosten gerne. Denn Essen soll für die Kinder eine lustvolle Erfahrung sein. Sie haben dafür viel Zeit, sie können gemütlich am Tisch sitzen und plaudern. Es herrscht eine entspannte Atmosphäre."

Kindergartenpädagogin Dagmar Ebner erklärt den Kindern anhand von Fotos das Rezept für die Kürbissuppe. © Bohmann/Bubu Dujmic

Kinder greifen gemeinsam zum Kochlöffel

Selbst gekocht schmeckt am besten. Das erfahren auch die Kinder im Kindergarten. Immer wieder einmal werden zum Beispiel Strudel, Kuchen, Aufstriche oder andere Gerichte gemeinsam gekocht. Im Rahmen des pädagogischen Kochens bereitet Ebner heute mit einigen Kindern eine Kürbiscremesuppe vor. Der Kürbis stammt aus dem Garten des Kindergartens und wurde im Frühjahr von den Kindern selbst gepflanzt. "Uns ist wichtig, dass die Kinder Nahrungsmittel wertschätzen lernen. Im Garten erleben sie den Prozess, also das Pflanzen, Wachsen und Ernten, mit und sie sehen auch, wie viel Pflege nötig ist, damit die Pflanzen gedeihen." Bevor es ans Kochen geht, erklärt Ebner den Kindern das Rezept Schritt für Schritt anhand von Fotos.

Gemeinsam wird die Suppe gekocht. © Bohmann/Bubu Dujmic

Anschließend werden Schneidebretter verteilt und die Kinder machen sich eifrig daran, das Gemüse aufzuschneiden und zu würfeln. Den Jüngeren steht die Pädagogin zur Seite. Während das Gemüse im Topf köchelt, bringt sie den Kindern Kürbisprodukte näher. Sie zeigt ihnen Kürbiskernöl in einer Schale, fragt in die Runde, wer sich grün-schwarzes Öl zu kosten traut, und hält den Mädchen und Buben Brotstückchen zum Tunken hin. Ein Mädchen traut sich und versucht. Als ihr Urteil "gut" lautet, greifen auch die anderen zu. Als Nächstes zaubert Ebner Kürbiskerne hervor. Diese treffen den Geschmack der Kinder nicht ganz. "Schmecken mir nicht", befindet etwa Emina. Sie erzählt: "Ich koche gerne, am liebsten esse ich grüne Erbsensuppe mit Karotten."

Selbst gekocht, schmeckt am besten. © Bohmann/Bubu Dujmic

Und schon ist die Suppe fertig gekocht. Clemens darf sie pürieren und dann teilt Ebner sie aus. Und wie schmeckt sie? "Gut!" Ebner lacht und sagt. "Wenn wir selbst etwas kochen, probieren es die Kinder lieber und es schmeckt auch immer."

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