Karl Kociper leitet die Beratungsstelle checkit! © Marie Bleyer

Vorsicht, hoch dosiert!

Auf ihrer Website veröffentlicht die Drogenberatungsstelle checkit!, welche gefährlichen Substanzen derzeit im Umlauf sind. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Unterstützung der Jugendlichen, damit sie sich beim Drogenkonsum nicht großen Risiken aussetzen.

Vor fast 20 Jahren rückte das Team von checkit! das erste Mal aus, um Jugendliche bei einem Rave rund ums Thema Drogenkonsum zu beraten. Die Teenager konnten die Substanzen, die sie zum Beispiel in einem Club oder auf einer Party einnehmen wollten, vorab auf deren Inhaltsstoffe prüfen lassen. Die Analyse der psychoaktiven Substanzen sowie Info- und Beratungsgespräche sind anonym, kostenlos und vertraulich. Mit dem Analyseangebot wird auch ein wichtiger Beitrag zur wissenschaftlichen Betrachtung des Drogenmarktes geleistet.

Darüber reden hilft

"Dieser Check von sogenannten 'Freizeitdrogen', wie zum Beispiel Ecstasy oder Speed, ist für uns nach wie vor ein idealer Einstieg in ein Gespräch mit den jungen Leuten. Sie vertrauen uns und können dadurch auch andere Angebote leichter nutzen", sagt Karl Kociper, Leiter von checkit!. Dieser Substanzencheck hilft mit, das Risiko beim Drogenkonsum so gering wie möglich zu halten. "Sicher kann der Konsum aber niemals sein. Jeder Konsum von psychoaktiven Substanzen, auch Alkohol, birgt gewisse Risiken in sich. Zudem ändern sich die Inhaltsstoffe ständig und Wechselwirkungen mit Streckmitteln sind möglich", sagt Kociper.

Eine Auflistung der aktuell im Umlauf befindlichen Substanzen gibt es auf der Website von checkit!. "Menschen gehen Risiken ein, vor allem in der Jugend werden Grenzen ausgelotet. Das kann zum Beispiel auch Extremsport oder ein riskantes Sexualverhalten sein", so Kociper. Ziel der Beratungen ist, problematischen Konsum oder Abhängigkeit zu verhindern. Denn auch das aktuelle Wiener Suchtmittelmonitoring zeigt: Der Konsum von Drogen beschränkt sich meist auf eine sehr kurze Lebensphase. Natürlich kann regelmäßiger Konsum auch zu Kontrollverlust oder langfristig sogar zu Sucht führen.

Video: Drogenanalyse bei checkit!

Akzeptieren statt verurteilen

checkit! begegnet den Konsumentinnen und Konsumenten mit einer akzeptierenden Haltung und bewertet ihr Verhalten nicht. Kociper: "Jede und jeder trifft die Entscheidung, Drogen zu nehmen oder nicht, ganz für sich selbst. Wir verhalten uns neutral, reflektieren mit den Jugendlichen ihr Konsumverhalten, machen in Gesprächen auf mögliche Risiken des Substanzkonsums aufmerksam und fördern damit eine drogenkonsumkritische Haltung." Droht durch eine Substanz aufgrund des Analyseergebnisses aber eine unmittelbare Gefahr, wird vom Konsum eindringlich abgeraten.

Was ist drin?

Analysiert werden die Proben entweder im checkit!-eigenen Labor im AKH Wien oder im mobilen Labor direkt vor Ort auf Festivals. "Oft ist in den Proben etwas anderes enthalten, als die Leute erwarten", sagt Kociper. Als Streckmittel bei Kokain wird zum Beispiel Levamisol eingesetzt, das in der Tiermedizin bei Wurmbefall verwendet wird. Lidocain ist ein Lokalbetäubungsmittel, das zum Beispiel zusammen mit Kokain zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen kann. Andere Substanzen wie MPHP oder 3-MeO-PCP sind noch zu wenig erforscht, um Aussagen über ihre Risiken und Langzeitfolgen treffen zu können. Ein erhöhtes Konsumrisiko kann aber auch in sehr hohen Dosierungen liegen oder in der Wechselwirkung mit Alkohol und anderen Substanzen.

Fakten über Drogenkonsum

Das Wiener Suchtmittelmonitoring untersucht im Abstand von zwei Jahren die aktuellen Trends zu den Themen Alkohol, Tabak, Psychopharmaka und illegale Suchtmittel. Die aktuelle Studie aus dem Jahr 2015 zeigt, dass vor allem Alkohol für Suchtprobleme verantwortlich ist. Gut zwei Drittel der Wienerinnen und Wiener trinken zumindest zwei bis drei Mal pro Woche Alkohol. Drei von zehn Menschen rauchen täglich. Bei den illegalen Substanzen ist Cannabis am verbreitetsten. Rund vier Prozent der Befragten gaben an, in den vergangenen 30 Tagen Cannabisprodukte konsumiert zu haben. Jede fünfte Wienerin beziehungsweise jeder fünfte Wiener gibt an, irgendwann im Leben schon Cannabisprodukte konsumiert zu haben. Ecstasy haben schon sechs Prozent ausprobiert, mit Amphetaminen und Speed haben rund vier Prozent Erfahrung. Mit Fragen zu all diesen Substanzen, ihren Wirkungen und Nebenwirkungen kommen die Leute auch zu checkit!.

Gut informiert

Wer gut informiert ist, kann das Risiko beim Drogenkonsum reduzieren und auch anderen dadurch helfen. Wie wirken unterschiedliche Substanzen? Was passiert beim Konsum im Körper? Welche unerwünschten Wirkungen und Langzeitfolgen können auftreten? Wie kann ich einer Freundin oder einem Freund helfen? checkit! bietet Informationen zu all diesen Fragen. Um Wechselwirkungen und ein daraus entstehendes erhöhtes Konsumrisiko zu vermeiden, sollten unterschiedliche Substanzen nicht gemischt werden – das gilt auch für Alkohol. Konsumieren die Freundinnen und Freunde Drogen, ist es sinnvoll, diese im Auge zu behalten, um gegebenenfalls für sie da sein zu können.

Und Karl Kociper weiß: "Auch zwei Tabletten, die gleich aussehen, können unterschiedliche Substanzen enthalten. Die Wirkung ist außerdem auch immer von den körperlichen und psychischen Voraussetzungen des einzelnen Menschen abhängig und wird zusätzlich von der Konsumsituation beeinflusst."

Wo: checkit!-Homebase, 6., Gumpendorfer Straße 8
Wann: telefonische Beratung am Montag, Dienstag und Freitag von 10 bis 13 Uhr, Mittwoch und Donnerstag von 15 bis 18 Uhr, persönlich ohne Termin Mittwoch und Donnerstag von 15 bis 18 Uhr
Öffis: U2 bis Museumsquartier
Kontakt: Telefon 01 4000-53650
Infos: www.checkyourdrugs.at

Vorteilspartner CLUB WIEN

Restaurant Five Senses

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten ein Glas Prosecco zu jedem Abend- und Mittagessen

Erfahren Sie mehr 30842

Sigmund Freud Museum

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten ermäßigten Eintritt im Sigmund Freud Museum!

Erfahren Sie mehr 31106

Volkskundemuseum Wien

Mit der CLUB WIEN-Vorteilskarte erhalten Mitglieder 2 Euro Ermäßigung auf den Kartenpreis für Erwachsene.

Erfahren Sie mehr 31122

WERK X

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten ermäßigten Eintritt an beiden Spielorten von WERK X!

Alle Vorteilspartner