Im Juni schließt Lisa Höfler ihre Ausbildung zur Fach-Sozialbetreuerin Altenarbeit ab. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Der Mensch im Mittelpunkt

Die Ausbildungen in den Bereichen Behindertenarbeit, Behindertenbegleitung, Altenarbeit, Pflegeassistenz oder Heimhilfe haben eines gemeinsam: Im Mittelpunkt steht immer der Mensch. Rund 600 WienerInnen haben diese Ausbildungen letztes Jahr absolviert.

"Eigentlich dachte ich, ich hätte keine Geduld im Umgang mit Seniorinnen und Senioren. Aber bei einem Kurs für Gedächtnistraining, den ich als Freiwillige beim Wiener Hilfswerk geleitet habe, wurde ich eines Besseren belehrt", erzählt Lisa Höfler. In der Arbeit mit älteren Menschen hat sie ihren Traumjob gefunden. Eigentlich hat die junge Frau Tourismus studiert und dann in der Event-Organisation gearbeitet. Der Job war ihr aber nicht genug. Sie wollte mehr Sinn in dem sehen, was sie jeden Tag tut. "Also begann ich zu recherchieren und wurde fündig. Als Fach-Sozialbetreuerin im Bereich der Altenarbeit kann ich endlich etwas bewegen." Die zweijährige Ausbildung wird vom Aus- und Weiterbildungszentrum Soziales Wien GmbH angeboten – schon im Juni wird Lisa Höfler ihren Abschluss machen. 

Julian Vilem, stellvertretender Schuldirektor der Wiener Schule für Sozialberufe an der AWZ Soziales Wien GmbH, bespricht mit Lisa Höfler, wie ältere Menschen durch Aktivität und Beratung in ihrer Eigenständigkeit unterstützt werden können. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Lebensqualität erhalten

Bereits beim umfangreichen Praktikum im Rahmen der Ausbildung hatte die angehende Fach-Sozialbetreuerin die Gelegenheit, das Leben der älteren Menschen positiv zu beeinflussen. "Oft sind es Kleinigkeiten, die den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern", freut sie sich. Ihre organisatorischen Talente werden Lisa Höfler zum Beispiel in einem Tageszentrum oder in einem Pflegewohnhaus sehr zu Gute kommen. Dort geht es nämlich nicht nur um die körperlichen Bedürfnisse. "Zu unserer Arbeit gehört unter anderem, Aktivitäten wie Bewegungstrainings, Chorstunden oder Ausflüge zu organisieren. Wir geben den Menschen eine Tagesstruktur und können so dazu beitragen, dass sie aktiv bleiben. Das hilft dabei, ihre Lebensqualität zu steigern", freut sich Höfler auf ihre zukünftige Aufgabe.

"Der Mensch steht bei dieser Arbeit immer im Mittelpunkt", bestätigt Julian Vilem, der stellvertretende Schuldirektor der Wiener Schule für Sozialberufe an der AWZ Soziales Wien GmbH. Er hat viele Jahre als Gesundheits- und Krankenpfleger gearbeitet, bevor er als Lehrer anfing. "Ich versuche den Schülerinnen und Schülern auch kritisches Denken mit auf den Weg zu geben. Denn oft ist die Kluft zwischen Theorie und Praxis in diesem Beruf groß." Was auf jeden Fall dazugehört: ein empathischer Zugang zu den Menschen.

"Eine solide Ausbildung mit Praxisbezug ist die Basis für Sozial- und Gesundheitsberufe", sagt AWZ-Geschäftsführerin Vera Em. © Bohmann/Andrew Rinkhy

"Wissen stärkt"

Soziale Kompetenz, Offenheit und Lernbereitschaft zählen für AWZ-Geschäftsführerin Vera Em zu den wichtigsten Eigenschaften, um eine Ausbildung zu absolvieren und auch einen Beruf im Sozialbereich ausüben zu können. "Unsere Schülerinnen und Schüler haben ein umfassendes Lernspektrum zu bewältigen – bei der Ausbildung zur Pflegeassistenz beispielsweise Grundzüge der professionellen Pflege, Anatomie, Gerontologie und Kommunikation, um nur einige Beispiele zu nennen." Besonders wichtig ist ihr auch die Praxisnähe der Ausbildung: "Rund die Hälfte der Ausbildung passiert in Praktika", sagt Em. Aber sie bestätigt auch: "Wissen stärkt. Es ist die Basis, um beruflich am Ball zu bleiben." Die AWZ Soziales Wien bietet neben der Altenarbeit zum Beispiel auch Ausbildungen in der Behindertenbegleitung, Behindertenarbeit sowie zur Heimhilfe oder Pflegeassistenz und zukünftig Pflegefachassistenz an.

Ein Großteil der Schülerinnen und Schüler bekommt vom AMS oder vom waff eine Förderung. "Viele sind berufliche Umsteigerinnen und Umsteiger", so Em. Denn die Berufe haben Zukunft. Der Bedarf im Bereich Pflege und Betreuung steigt. Und viele Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen eines Praktikums in einer Einrichtung wie zum Beispiel des Kuratoriums Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP) oder in einer anderen anerkannten Einrichtung des Fonds Soziales Wien ihr Praktikum absolvieren, werden quasi vom Fleck weg engagiert. Darum ist auch das Interesse an den Ausbildungen groß. "Auf 30 Ausbildungsplätze kommen rund 100 Bewerberinnen und Bewerber", so Em. Ihre Tipps für die Bewerbung: "Sei, wie du bist!" Wer sich bei den Gesprächen im Rahmen des dreistufigen Auswahlverfahrens nicht authentisch zeigt, wird später sicher keinen Spaß am Beruf haben.

Die angehende Pflegeassistentin Valentina Kolokow beim Lernen für ihre Lehrgangsprüfung. Weil sie ihre Ausbildung im Ausland absolviert hatte, wurde diese in Österreich nur teilweise anerkannt. © Bohmann/Andrew Rinkhy

"Der wichtigste Beruf der Welt"

Freude am Beruf hat Valentina Kolokolow jede Menge. Sie absolviert zurzeit einen Nostrifikationslehrgang, um zukünftig als Pflegeassistentin in Wien arbeiten zu können. In ihrer Heimat, der Ukraine, hat sie als Gesundheits- und Krankenschwester gearbeitet – ihre Ausbildung wurde in Österreich aber nur zum Teil anerkannt. "Meinen Mann habe ich bei einem Urlaub in Kroatien kennengelernt und ich lebe jetzt seit drei Jahren hier. Meine Familie daheim ist mir sehr wichtig, sie steht für meine Geschichte. Trotzdem habe ich den Mut gefunden, in Wien ein neues Leben zu beginnen – und dazu gehört auch der Beruf, den ich so liebe." In der Pflege zu arbeiten, ist für sie eine Berufung. "Für mich ist das der wichtigste Beruf der Welt. Von der Geburt über Krankheit bis zu den letzten Tagen unseres Lebens sind wir auf die liebevolle und professionelle Unterstützung durch Pflege angewiesen", erklärt sie. Die Nostrifikation zur Pflegeassistenz wird Valentina Kolokolow in nur drei Monaten abgeschlossen haben.

Iris Fidi wollte schon als kleines Mädchen Krankenschwester werden. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Wiedereinstieg

Iris Fidi hat bereits vor einigen Jahren mit der Ausbildung zur Diplomierten Gesundheits- und Krankenschwester begonnen. Dann wurde sie schwanger. "Jetzt ist mein Bub sechs Jahre alt und ich kann noch einmal neu durchstarten", freut sich die junge Frau. Die Ausbildung zur Pflegeassistenz ist zeitintensiv – aber mit Unterstützung der Familie schafft die junge Mutter das. Sie möchte sich auf den Bereich Altenpflege spezialisieren. Oder vielleicht doch Emergency-Room-Luft schnuppern und in einer Unfallchirurgie anfangen. "Meine Oma und meine Tante haben in der Krankenpflege gearbeitet, ich wollte schon als kleines Mädchen Krankenschwester werden", erzählt sie. Geduld und Offenheit bringt sie mit, dazu eine große Portion Lernbereitschaft und Ruhe. Bisher läuft alles nach Plan: "Ich bin aus jedem Praktikum mit einem Jobangebot rausgegangen", freut sich Fidi.

AWZ Soziales Wien GmbH
Wo: 3., Schlachthausgasse 37
Öffis: U3 bis Schlachthausgasse
Kontakt: Telefon 01 891 34
Infos: www.awz-wien.at

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