Vitaminreich und schmackhaft, Gemüse ist oft der Hauptbestandteil von Fastenkuren. Ob als Salat, Smoothie, Saft oder auch gekocht. ©iStockphoto

Gesund und fit im Frühling

Seit "Detox" ist das Fasten zu jeder Jahreszeit in. Doch wie sinnvoll ist der Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel? CLUB WIEN hat mit einer Diätologin über Sinn und Unsinn bei der Ernährung gesprochen.

Eine ganze Branche lebt davon: vom Streben nach körperlicher Fitness. Für viele Menschen führt dieser Weg über die Ernährung. Dabei steht der Trend "Detox" momentan ganz hoch im Kurs. Streng genommen bedeutet das nichts anderes, als zu fasten. Unzählige Unternehmen vermarkten unzählige Bücher, Produkte und Kurse zu dem Thema. Doch wie sinnvoll ist der völlige oder teilweise Verzicht auf bestimmte Lebensmittel? Kann uns "Detox" wirklich fit für den Frühling machen? Das haben wir Martina Leising, Diätologin im Sozialmedizinischen Zentrum Floridsdorf, gefragt.

CLUB WIEN: Der Begriff "Detox" steht für Detoxication, also Entgiftung. In den vergangenen Jahren hat sich daraus ein Trend entwickelt. Er geht davon aus, dass sich Schlacken im menschlichen Körper ansammeln, von denen man sich befreien sollte. Stimmt das?

Martina Leising: Der Körper erledigt das von selbst, etwa über Niere, Leber, Haut und Atmung. So etwas wie ein Depot aus Rückständen, aus Giftstoffen, sogenannte Schlacken, gibt es nicht. Was der Körper nicht verwerten kann, scheidet er über die Nieren und den Darm aus. Man muss auch keine Angst haben, sich durch Nahrung zu übersäuern. Auch das kompensiert der Körper. Verändert sich der ph-Wert im Blut nur minimal auf oder ab, würde man auf der Intensivstation landen.

Hat es trotzdem Sinn, ein paar Wochen auf bestimmte Nahrungsmittel zu verzichten, etwa um den Körper zu entlasten?

Falls man nicht nur den Körper, sondern auch den Geist reinigen will, also generell etwas an seiner Lebensart ändern möchte, kann es sinnvoll sein. Wenn man bereit ist, sich zu fragen, was einen sonst noch schädigt oder was einem nicht gut tut im eigenen Leben. Wenn man zur Ruhe kommen will, man den Verzicht ganzheitlich sieht, also quasi als Psychohygiene, und es zum Anlass nimmt, um sich mit sich selbst zu beschäftigen.

Kann man während des Verzichts normal weiterarbeiten?

Nur mit Tee, Gemüsesäften oder klarer Suppe auszukommen, ist anstrengend. Man wird an Konzentration verlieren. Wenn kein Eiweiß zugeführt wird, fehlt es den Muskeln und sie bauen ab. Wenn man hier nicht gegensteuert, fühlt man sich körperlich erst recht schlapp und schlaff. Begleitend sollte man also auf jeden Fall regelmäßig moderate Bewegung einplanen, leichte Wanderungen, spazieren gehen, walken, schwimmen.

Bewegung bleibt also wichtig. Kann "Detoxing" alleine beim Abnehmen helfen?

Durch die starke Reduktion der Energiezufuhr nimmt der Körper zwar relativ schnell ein paar Kilo ab, aber Radikalkuren haben so gut wie nie eine bleibende Wirkung. Im Gegenteil, der Jo-Jo-Effekt ist fast vorprogrammiert.

Wann hat das dann überhaupt Sinn?

Für Menschen, die generell bewusster und gesünder leben wollen und einen speziellen Verzicht als Auftakt zu einer Umstellung im Alltag sehen. Drei Wochen nur Flüssigkeit zu sich zu nehmen, ist aber nur Gesunden zu empfehlen. Bei verschiedenen Erkrankungen, wie Diabetes oder Krebs, sollte nicht gefastet werden. Selbst bei Gesunden kann durch den großen Eiweißabbau, den der Körper vielleicht nicht bewältigen kann, ein Gichtanfall ausgelöst werden. Am besten man berät sich mit einer Internistin oder einem Internisten über das Vorhaben.

Oder man lässt eine Gesundenuntersuchung durchführen und bringt es dort zur Sprache. Wenn man es ernst meint, fällt es manchen vielleicht nach einem kurzzeitigen Verzicht, wie beim Fasten, leichter, langfristig auf eine gesunde, abwechslungsreiche und maßvolle Ernährung umzusteigen. Schließlich erlebt man, dass es angenehm ist, kein Völlegefühl oder Sodbrennen zu haben, sich agil zu fühlen, einen guten Stuhlgang zu haben. Das kann auch motivieren.

Manche verpflichten sich ja auch zu einer einseitigen Abstinenz, etwa vier Wochen keinen Alkohol zu trinken oder nichts Süßes zu essen.

Ich habe das Gefühl, dass das oft eine rein kosmetische Maßnahme ist, um das schlechte Gewissen zu beruhigen. Wenn Sie danach genauso weitervöllern oder dann am Karsamstag zum Osterfleisch ein paar Flaschen Bier trinken, hat das ganze Kasteien keinen Sinn gehabt. Dann pendeln Sie nur von einem Extrem ins andere. Wenn Sie die Zeit aber nützen, etwa als Schoko-Junkie, um sich besser kennenzulernen, ist das sicherlich sinnvoller. Sie können sich selbst fragen, warum Sie ständig Lust auf Süßes haben. Etwa aus Frust? Zur Belohnung? Oder ist es nur eine Gewohnheit, wie etwa der Schokoriegel zum Kaffee? Dann können Sie die Psyche mittelfristig überlisten und alte Gewohnheiten aufgeben sowie neue, gesündere entwickeln. Der Mensch braucht Regelmäßigkeit. Um an der gesunden Lebensweise dauerhaft dranzubleiben, kann also auch das Ritual eines wöchentlichen Fastentags helfen.

Tipps für gesundes, alltagstaugliches Essen:

  • Anstatt Pommes frites, Kroketten oder Reis öfter mal Gemüse oder Salat als Beilage wählen.
  • Den kleinen Hunger zwischendurch statt mit Süßem besser mit Magerjoghurt, Buttermilch, Hüttenkäse, Rohkost oder einem Stück Obst stillen. Köstlich sind auch Gemüse-Sticks, etwa von Karotten oder Paprika, mit einem Joghurt-Kräuter-Dip. Eine Handvoll Mandeln, Walnüsse oder Cashewkerne sind ein tolles Futter für die kleinen grauen Zellen!
  • Brot, Reis und Nudeln vorzugsweise in vollwertiger Variante essen: Vollkornbrot, brauner Reis und Vollkorn-Nudeln sättigen länger und enthalten mehr Vitamine und Mineralstoffe. Ihre Ballaststoffe sorgen für eine gute Verdauung.
  • Mindestens 1,5 Liter Wasser oder ungesüßten Tee trinken, stark verdünnte Frucht- oder Gemüsesäfte sehr selten.
  • Ersetzen Sie Fleisch- öfter durch Fischgerichte. Sie strotzen vor Omega-3-Fettsäuren. Wem Fisch nicht schmeckt, der sollte verstärkt zu Rapsöl, Walnüssen und grünem Gemüse wie Kohl greifen.
  • Verbieten Sie sich Süßes nicht völlig, dann gewinnt es nur an Reiz. Bei einer ansonsten vielseitigen Kost ist ab und zu eine hochwertige Kleinigkeit erlaubt. Genießen Sie dann etwa ein Stück Bitterschokolade oder ein kleines Stück Apfel- oder Topfenstrudel. Alternativ können Sie es mit einer Banane, ein wenig Dörrobst oder Magerjoghurt mit frischen Früchten und Süßstoff probieren.

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