Markus Mondré (rechts) vom GB*Stadtteilbüro für die Bezirke 6, 12, 13, 14, 15 und 23. zeigt, wie man die Erde lockert. © Bohmann/Andrew Rinkhy

 

Die Baumscheibe wird zum Grätzel-Hotspot

Garten ist da, wo man liebevoll pflanzt. Das kann auf dem eigenen Balkon oder im Hinterhof sein, aber auch auf der Baumscheibe im Grätzel. Mit dem Projekt "Garteln ums Eck" bringt die Gebietsbetreuung Stadterneuerung Farbe auf Wiens Gehsteige.

Die ersten Pflanzen sind schon kurz davor zu erblühen. Die frühen Tulpen wachsen eifrig und sind drauf und dran, noch im März den Blumenreigen zu eröffnen. Direkt daneben wächst der Rosmarin wild drauflos. Schon jetzt gibt es genug, um damit kiloweise Pasta zu würzen. Die Baumscheibe in der Theobaldgasse ist eine der schönsten und größten in Wien. Sie ist ein lieb gewonnenes Nachbarschaftsprojekt, mit dem Hobbygärtnerinnen und -gärtner aller Altersschichten einen Hauch Natur ins Grätzel bringen.

Gemeinsam im Grätzel garteln

Einer freut sich darüber besonders: Markus Mondré vom GB*Stadtteilbüro für die Bezirke 6, 12, 13, 14, 15 und 23. Die Gebietsbetreuung Stadterneuerung hat das Projekt "Garteln ums Eck" ins Leben gerufen, um Hauseigentümerinnen und -eigentümer ebenso wie Bewohnerinnen und Bewohner bei der Begrünung von Baumscheiben und Mikrogrünflächen zu beraten, informieren und unterstützen. Im Rahmen der GB*-Initiative "Garteln ums Eck" können Bewohnerinnen und Bewohner Wiens eigenverantwortlich kleine Flächen begrünen. Die Initiative wird in Kooperation mit der MA 42 und dem Bezirk umgesetzt.

 

"Das 'Garteln ums Eck' ist ein ganz sympathisches Projekt, das es mittlerweile seit rund sieben Jahren gibt. Anrainerinnen und Anrainer können eine Baumscheibe der Stadt Wien gratis mieten und gestalten", sagt Mondré. "Das ist eine tolle Art, auch als Mensch ohne Garten oder Balkon seinem Hobby, der Gärtnerei, zu frönen. Es geht dabei nicht nur ums Garteln, es geht auch darum, den nachbarschaftlichen Aspekt in den Vordergrund zu rücken."

Theobaldgasse ist Vorzeigeprojekt

Wer gerne eine Baumscheibe bepflanzen möchte, sollte nicht zögern. "Knapp vor dem Frühling ist der ideale Zeitpunkt durchzustarten. Interessierte müssen sich nur an die jeweilige Gebietsbetreuung Stadterneuerung wenden. Dann bekommt man eine Gestaltungsvereinbarung, die vom Magistrat genehmigt wird, und dann kann man auch schon loslegen", sagt Mondré.

Eine besonders schöne Baumscheibe befindet sich in der Theobaldgasse in Mariahilf. Mondré zeigt, dass hier schon fleißig gearbeitet wird. Der Rosmarin sprießt eifrig und ist bereit, die Mahlzeiten der Gärtnerinnen und Gärtner zu würzen. Auch die Blumen recken sich schön langsam gen Mariahilfer Himmel. Die Tulpen und die Märzenbecher treiben ordentlich aus.

"Jetzt ist die Zeit, das Beet herzurichten und den Boden zu lockern. Auch die ersten Blumenzwiebeln kann man jetzt setzen", sagt Mondré und zeigt das gleich mit seiner Harke vor. Danach fischt er eine Tulpenzwiebel aus dem Rucksack und setzt sie behutsam in die Erde ein. "Ideal ist zwar, die Zwiebeln im Oktober oder November zu setzen, aber es sollte jetzt auch noch klappen und man dürfte bald Resultate sehen."

Gebietsbetreuung ist Drehscheibe

Der Kreativität der Anrainerinnen und Anrainer sind eigentlich keine Grenzen gesetzt. Die beliebtesten Pflanzen sind die Frühlingsblüher wie Tulpen, Märzenbecher oder Krokusse. Auch Kräuter wie Rosmarin sind sehr beliebt. Von Gemüse ist hier neben der Straße aufgrund der Abgase eher abzuraten. Dass die Baumscheibe ein Grätzeltreffpunkt gerade für die Familien ist, zeigen die vielen Bilder, die hier aufgehängt wurden. Alle wurden von Kindern der Nachbarschaft gezeichnet.

Für Mondré ist das der Erfolg, den er sich wünscht. Menschen kommen zusammen, gestalten ihr Grätzel und werden eine Gemeinschaft. Die Gebietsbetreuung Stadterneuerung ist immer bereit, Ideen und Projekte zu besprechen. "Wir machen nicht nur Wohnrechts- und Mietrechtsberatung, Beteiligungsprozesse im öffentlichen Raum. Wir sind auch eine Drehscheibe zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und der Politik und versuchen auch mit den Bezirksvorsteherinnen und Bezirksvorstehern eng zusammenzuarbeiten."

Wenn diese Vermittlung so schöne Triebe hervorbringt wie hier in der Theobaldgasse, dann haben alle gewonnen.

Termine der Gebietsbetreuung

Sie wollen mehr über urbane Gartenarbeit wissen? Stadtteilexpertinnen und -experten der GB* beraten an diesen Terminen von 14 bis 17 Uhr zum Gärtnern in der Stadt.

  • Dienstag, 16. 4. 2019, Kurt-Pint-Platz, 1060 Wien
  • Mittwoch, 17. 4. 2019, Simmeringer Platz, 1110 Wien
  • Dienstag, 23. 4. 2019, Karmeliterkirche, 1020 Wien
  • Dienstag, 7. 5. 2019, Karl-Kantner-Park, 1160 Wien