Egal ob Schinken, Ei oder doch etwas ganz anderes: Zu Ostern sollten nur frische Lebensmittel ins Nest wandern. © iStockphoto

Nur frische Lebensmittel im Osternest

Die Osterjause ist eine der traditionellsten Mahlzeiten des Jahres. Damit das Essen zum Genuss wird, sollten nur frische Lebensmittel zum Einsatz kommen. CLUB WIEN hat bei der MA 59 - Marktamt & Lebensmittelsicherheit Wien ein paar Tipps eingeholt.

Frische Lebensmittel sind das tägliche Brot der MA 59 - Marktamt & Lebensmittelsicherheit. Das Team kontrolliert jeden Tag, nicht nur auf Märkten, sondern überall, wo Lebensmittel verkauft werden. Wie ist das vor Ostern? "Jede Saison spielt bei den Kontrollen eine Rolle, Ostern natürlich auch", sagt Alexander Hengl von der MA 59. "Wir haben einen fixen Probenplan, der angibt, welche Probenzahl von welchen Produkten verlangt wird. Natürlich ist das saisonal geprägt. Vor Weihnachten prüfen wir Glühwein und Co, vor Ostern Eier, Lamm, Spinat oder Osterpinzen. Wir sind bis jetzt sehr zufrieden mit dem Verlauf der Kontrollen."

Ostereier im Fokus

Das wichtigste Lebensmittel zu Ostern sind ohne Frage die Eier. Wie kann man beim Kauf von Rohware auf Nummer sicher gehen? "Bei rohen Eiern kann man die Ware schütteln. Wenn Sie dabei hören, wie es im Inneren ein feuchtes Geräusch macht, ist die Luftblase schon recht groß und das Ei nicht mehr so frisch", sagt Hengl. Die Profis von der MA 59 durchleuchten das Ei mit der Taschenlampe. So sieht man gleich, wie groß die Luftkammer ist. Auf jeden Fall sollte man die Stempelung auf dem Ei im Auge haben. Bei Bioprodukten steht bei der Nummer eine 0 ganz vorne, bei Freilandeiern die 1, bei Bodenhaltung die 2 und bei Käfigeiern die 3. Auch das Herkunftsland ist vermerkt. Bei Österreich steht AT auf dem Ei.

Animation: Kennzeichnung von Eiern

Schwieriger ist es bei bunt gefärbten Ostereiern. "Da muss man auf die Verpackung schauen und unseren Kontrollen vertrauen. Wir schauen sie uns ganz genau an, dass da nichts erfunden oder gefälscht wird." Einen Tipp hat Hengl noch: "Man sollte bei bunt gefärbten Eiern auf die Lagerbedingungen schauen. Es gibt welche, die als 'kühl lagern' gekennzeichnet sind. Und wir hatten schon Fälle, wo diese im Supermarkt nicht im Kühlbereich standen und wir einschreiten mussten."

Schinken, Pinze und Schokohase

Beim Osterschinken kann man nur auf die Farbe schauen. Daran zu riechen, ist bei abgepackten Produkten meist nicht möglich. Die Farbe ist ein Indikator der Frische. Jedwede Verfärbung ist nicht okay. "Was man bei der verpackten Ware machen kann, ist draufzudrücken. Wenn man auf Fleisch drückt, dann sollte die Delle wieder normalisiert werden." Bei Osterpinzen gibt es wenig zu sagen; schimmelfrei und nicht steinhart sollten sie sein.

Unbesorgt zugreifen kann man bei den Schokohasen. Allerdings hatte das Marktamt auch da schon einen kuriosen Einsatz: "Wenn man den Schokohasen auspackt und es kommt ein Nikolo zum Vorschein, dann ist es wohl ein älteres Produkt. Das gab es tatsächlich schon einmal. Da hat sich jemand die Mühe gemacht, die Nikolo auszupacken und als Hasen wieder zu verpacken. Davon kann ich aber nur dringend abraten: Wir kommen drauf", sagt Hengl.

Die Sache mit dem Spinat

Beim Gemüse zur Jause gibt es ein paar Dinge, auf die man achten kann. "Blattgemüse vertrocknet bei den jetzigen Temperaturen ziemlich schnell", sagt Hengl. "Man muss auf ausgeblichene Ränder achten. Das weist auf Erfrierungen hin und der Geschmack ist dahin." Beim Spinat, der jetzt Saison hat, gibt es den Mythos, dass er nicht noch einmal aufgewärmt werden darf, weil dann der Nitratgehalt steigt. "Dabei geht es gar nicht um das Aufwärmen, es geht um eine rasche Abkühlung vorher. Die Abkühlphase nach dem ersten Kochen kann diesen Effekt haben, weil die Leute oft sehr lange warten, bevor sie den Spinat in den Kühlschrank stellen. Durch die lange Abkühlphase kann sich eine Art Gift bilden. Darum sollte man Spinat in der Tat eher nicht noch einmal aufwärmen."

Augen auf beim Lammkauf

Bei manchen Familien darf zu Ostern das traditionelle Lamm nicht fehlen. In Österreich kommt Lamm in der Küche aber doch nicht so oft zum Einsatz und ist vielen Hobbyköchinnen und -köchen nicht vertraut. "Lamm ist ein heikles Produkt weil es oft einen ganz starken und durchdringenden Geschmack hat", sagt Hengl. Im Volksmund kennt man das als 'lampeln', obwohl der Ausdruck nicht sehr zutreffend ist. "Lamm muss immer ein ganz junges Tier sein, das sieht man aber beim Kauf natürlich nicht, man kann es aber sehr wohl riechen, oft sogar durch die Verpackung. Und es sollte zartrosa sein, je dünkler das Fleisch ist, desto älter ist es."