Im Zentrum für Wirtschaftssprachen der Wirtschaftsuniversität können nun auch Nicht-Studierende Fremdsprachen lernen. © Stephan Huger

 

"¿Qué tal?" und "Come stai?" an WU und Co

Fremdsprachenkurse sind beliebt, aber oft teuer. Die WU hat ihre Sprachkurse nun für alle geöffnet. Ab sofort können hier auch Nicht-Studierende Französisch, Italienisch, Spanisch und Russisch lernen. CLUB WIEN hat sich das Programm angeschaut.

Im Urlaub wollen sich viele in der jeweiligen Landessprache verständlich machen. Mit der alleinigen Unterstützung von Wörterbuch oder App klappt das allerdings oft mehr schlecht als recht. Nicht zuletzt deshalb erfreuen sich Fremdsprachenkurse steter Beliebtheit. Was dabei weniger bekannt ist: Neben den - meist kostspieligen - Angeboten privater Sprachinstitute gibt es an den Wiener Hochschulen günstige Alternativen - auch für Nicht-Studierende. Jüngster Zuwachs ist die Wirtschaftsuniversität (WU). Sie hat den Zugang zum Business Language Center, dem Zentrum für Wirtschaftssprachen, mit dem aktuellen Sommersemester auch für alle geöffnet, die nicht an der WU eingeschrieben sind.

 

Dabei sind für die je zweistündigen Unterrichtseinheiten in Spanisch, Französisch, Italienisch, Russisch und Portugiesisch/Brasilianisch keinerlei Vorkenntnisse nötig. Begonnen wird schließlich mit dem Niveau der Grundausbildung in den diversen Sprachen, also A1 und A2. Englischunterricht ist am Business Language Center nicht vorgesehen: "Wir gehen davon aus, dass Grundkenntnisse in Englisch in der Schule erworben werden. Weiterführende Lehrveranstaltungen im Bereich Wirtschaftskommunikation können WU-Studierende dann im Studium belegen", erklärt Norbert Conti, Leiter des Business Language Center.

Im Restaurant bestellen können

Auch wenn keine sprachlichen Voraussetzungen mitgebracht werden müssen: Ein paar Stunden abseits des eigentlichen Unterrichts sollten unbedingt eingeplant werden. "Wer diesen Kurs besucht, sollte durchaus damit rechnen, dass sie oder er zusätzlich zu den zwei bis vier Stunden pro Woche auch Zeit für die Vorbereitung braucht", so Norbert Conti. "Es ist wichtig zu wissen, dass ich nicht einfach hingehe und mich zwei Mal zwei Stunden die Woche berieseln lasse. Ich muss aktiv noch etwas dazutun, dann wird sich der Lernfortschritt rasch einstellen."

Wer darüber hinaus Bedenken hat, dass der Unterricht zu wirtschaftsspezifisch ausfällt, sei beruhigt. "Wir haben zwar etwas mehr wirtschaftsbezogene Inhalte in unseren Kursen als ein allgemeiner Kurs, den ich nur mache, um auf Urlaub zu fahren und im Restaurant etwas zu bestellen", erläutert Conti, fügt aber hinzu: "Man kann natürlich trotzdem auf Urlaub fahren. Im Restaurant muss ich ja auch bestellen können, wenn ich als Geschäftsreisende oder Geschäftsreisender unterwegs bin oder ein Meeting mit Leuten habe."

Keine Angst vor Fehlern

Die meisten Kurse nehmen zwei Mal die Woche zwei Unterrichtsstunden in Anspruch und gehen über sechs Wochen. Dort läuft alles sehr kommunikativ ab, so Conti: "Wenn ich beispielsweise Spanisch gewählt habe, geht es darum, schon ab der ersten Stunde auch Spanisch zu sprechen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiten dabei viel in Gruppen und in Paaren. Die Lehrperson fungiert eher als Moderator und gibt Hilfestellungen." Selbstredend, dass die Kurse anders ablaufen als eine Schulstunde. Es geht uns nicht darum, Noten zu vergeben, sondern darum, dass man in der Fremdsprache kommunizieren kann", verrät Conti. "Es geht auch darum, dass man keine Angst vor Fehlern hat. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, der zum Lernprozess dazugehört. Uns ist es lieber, man sagt einen fehlerhaften Satz, als man sagt gar keinen Satz."

Die Kurse dauern immer ein halbes Semester. So können etwa Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Vorkenntnissen mitten im Halbjahr einsteigen, sind zeitlich flexibel und müssen nicht gleich ein ganzes Semester buchen. Die früheste Unterrichtseinheit geht von 8 bis 10 Uhr über die Bühne, die späteste von 19 bis 21 Uhr. Der nächste Sechswochenblock beginnt im Mai, anmelden können sich Interessierte von 1. bis 15. April 2019 online. Das Business Language Center befindet sich gemeinsam mit dem Raiffeisen Sprachlernzentrum im zweiten Stock des Gebäudes LC der WU. Für das Wintersemester sind neben den bereits angebotenen Sprachen Japanisch und Chinesisch geplant. Im Restaurant bestellen wird man nach absolviertem Kurs also in vielen unterschiedlichen Sprachen können.

Fremdsprachenkurse an der Hauptuni und in den VHS

Neben der WU gibt es noch andere Alternativen zu kommerziellen Sprachschulen. Fremdsprachen können etwa auch an der Hauptuni gelernt werden. Das Sprachenzentrum der Universität Wien bietet Kurse für alle Interessierten ab 16 Jahren an - nicht nur für Studierende und Universitätsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter. Das Angebot reicht hier von Albanisch, Farsi und Hebräisch über Französisch, Japanisch, Norwegisch bis hin zu Türkisch, Ukrainisch und Ungarisch. In Summe werden 30 Sprachen unterrichtet, darunter auch Englisch. Darüber hinaus kann auch die Österreichische Gebärdensprache erlernt werden.

Das größte Sprachkursangebot liefern die Wiener Volkshochschulen (VHS) - über 40 Fremdsprachen finden sich im Programm. Neben Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Japanisch und Russisch können Interessierte auch Ausgefalleneres wie Isländisch, Mongolisch und Suaheli lernen. Die Kurse und Workshops finden in unterschiedlichen Formaten und mit verschiedenen Schwerpunkten statt. Damit ist für alle etwas dabei - nicht nur für den nächsten Urlaub.