Milan Brantusa, Betreiber vom Hotel Psycho, und Michael Prohaska, Geschäftsführer der Prater Wien GmbH, freuen sich über die steigenden Besucherzahlen in den Wintermonaten. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Der Wiener Wurstelprater im Winter

Im Prater ist im Winter nichts los. Dieses Vorurteil ist veraltet. Seit einigen Jahren wird alles unternommen, um Wiens großen Vergnügungspark auch im Winter mit Leben zu erfüllen. Eine kleine Tour zeigt: Es tut sich einiges.

Skeptisch bis ablehnend. Michael Prohaska, Geschäftsführer der Prater Wien GmbH, erinnert sich noch gut. Als er den Betreiberinnen und Betreibern der Fahrgeschäfte eröffnete, dass der Wurstelprater schrittweise zum Ganzjahresvergnügen werden soll, waren nicht alle Feuer und Flamme. Heute, ein paar Jahre später, scheint klar zu sein: Prater im Winter, das funktioniert.

Der Erfolg bleibt nicht aus

"Seit wir vor drei bis vier Jahren begonnen haben, immer mehr im Winter anzubieten, haben sich die Besucherinnen- Besucherzahlen drastisch erhöht", erzählt Prohaska. Das liegt zum einen an den Aktionen, die man hat, vom Wintermarkt bis zum Faschingsumzug. "Letztes Jahr gab es hier den ersten Faschingsumzug und er war auf Anhieb der größte in ganz Wien", erinnert er sich. Heuer, am Faschingssamstag, geht es in die zweite Runde. "Im Vorjahr war das wirklich ein tolles Fest und auch heuer laden wir am 25. Februar alle herzlich zu unserem Umzug ein." Doch auch abseits der großen Events ist mehr und mehr los.

Von einer Winterflaute konnte Tino Pfeifer vom Rollercoaster Restaurant bislang nichts merken. Im Gegenteil: Der Jänner war ein hervorragender Monat. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Bei einem Spaziergang durch den Wurstelprater flaniert man an Spaziergängerinnen und Spaziergänger, Familien und vielen Touristinnen und Touristen vorbei. Die zahlreichen Hotels rund um den Prater profitieren bereits von der Erweiterung der Saison. "Von 31. Oktober bis 15. März läuft bei uns die Nebensaison", erklärt Prohaska. "Das heißt, alle, die technisch gesehen geöffnet haben können, sollen auch offen sein." Klar ist, dass Achterbahnen und Wasserrutschen technisch bedingt nicht öffnen können. Ende Jänner und im Februar ist auch immer mal wieder jemand auf Urlaub oder macht Sanierung. Die Marschrichtung ist aber fixiert. "Auch bei der Vergabe von Attraktionen und Fahrgeschäften ist für uns klar, dass Ganzjahrestauglichkeit ein Kriterium sein wird", stellt Prohaska klar.

Der Burger kommt mit der Achterbahn

Die These des verwaisten Praters lässt sich auch nach einem Besuch im Rollercoaster Restaurant nicht aufrechterhalten. "Die erste Jänner-Woche war die beste Woche seit Eröffnung", erzählt Tino Pfeifer vom Restaurant. "In der Wiener Restaurantszene ist die erste Woche des Jahres im Allgemeinen die schlechteste, aber davon war hier nichts zu spüren. Von einer Nebensaison kann man da kaum noch sprechen." Das Publikum war bunt gemischt. Neben vielen Touristinnen und Touristen, darunter zahlreiche Italienerinnen und Italiener, kamen auch viele Einheimische. Zu Silvester genoss man vom Restaurant aus das Feuerwerk im Wurstelprater. Das Restaurant kann mit modernem Konzept punkten. Die Speisen werden von einer Miniachterbahn an den Tisch gebracht. Zwei Roboter weisen das Essen zu und sind als Barkeeper die heimlichen Stars.

Der blanke Horror? Die Fotografien rund um das Hotel Psycho versprechen Schreckliches ... © Bohmann/Andrew Rinkhy

Gegruselt wird immer

Ein gravierender Einflussfaktor im Winter ist natürlich das Wetter. "Wenn es sehr trüb ist und wie heuer im Jänner extrem kalt, dann drückt das die Besucherinnen- und Besucherzahlen", weiß Prohaska. "Dennoch kann man das mit dem Prater vor zehn Jahren gar nicht vergleichen." Hilfreich ist natürlich auch, dass die junge Generation an Ausstellerinnen und Ausstellern zum großen Teil strategisch mit dem Ganzjahrescredo auf einer Linie ist. Doch nicht nur die ziehen mit. An diesem sonnigen Pratertag treffen wir auf Milan Brantusa, Betreiber des Hotels Psycho und Mitglied der legendären Calafati-Familie.

Auch er findet es gut, dass man die Saison ausweitet. "Momentan nutzen wir die Kälte, um ein paar Tage zu sanieren. Unsere Anlage ist aber für den Winterbetrieb ausgelegt. Außer die Temperaturen sinken zu stark", so Brantusa. Eine Frequenzsteigerung ist für ihn deutlich erkennbar. Und dass viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die längere Saison kürzere Arbeitslosigkeit durchleben müssen, empfindet er als positiv. Auch bei unserem Besuch drängt sich eine Gruppe von Freundinnen und Freunden aus Israel vor dem Hotel Psycho und lässt sich von Brantusa über die Gruselfahrt aufklären. Die modernste Geisterbahn im Prater gilt nicht zu Unrecht als ein Gruselkabinett. Auch der Chef ist sich sicher: Einen ordentlichen Schreck einjagen, das hat seine Geisterbahn drauf. Ob Sommer oder Winter ist dabei völlig egal. Schreckgespenster kennen keine Jahreszeiten.

Wie im freien Fall: Das Gefühl im Windkanal soll dem eines Fallschirmsprunges gleichkommen. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Im Windkanal den freien Fall erleben

Während Geisterbahnen zu den Dauerbrennern und Klassikern im Prater zählen, gibt es auch ganz neue Attraktionen. So etwa das Windobona. Hinter dem Namen steckt kein Fahrgeschäft im traditionellen Sinn, aber jene neue Generation der Wurstelprater-Unternehmungen, von der man gerne spricht. Ganzjährigkeit ist hier überhaupt kein Thema mehr und das Angebot ist absolut einmalig. Indoor-Skydiving wird hier angeboten. Das bedeutet so viel wie Fallschirmspringen ohne Fallschirm und ohne Sprung aus dem Flugzeug. Stattdessen steigt man in einen Windkanal, in dem Windgeschwindigkeiten von bis zu 280 Kilometern pro Stunde erreicht werden können. Je nach Körperhaltung kann man auf- oder absteigen, manövrieren oder Kunststücke machen.

"Unser Windkanal ist vergleichbar mit einem Fallschirmsprung aus 4.000 Metern", sagt Anna Bacik vom Windobona. "Wir als Sportstätte haben natürlich teilweise ein anderes Publikum als andere Anlagen. Viele unserer Kundinnen und Kunden kommen regelmäßig, um diesen Sport auszuüben." Spektakulär ist der Windkanal allemal. Die Figuren darin tänzeln in Ganzkörpermontur durch die Lüfte. Und wenn man sich das gesamte Drumherum wegdenkt, sieht es wirklich nach Fallschirmspringen aus. Doch nicht nur Sporttreibende sind hier richtig, alle zwischen acht und 88 Jahren können den Windkanal betreten. Wer aber gerne mal Skydiving auf höchstem Niveau erleben möchte, kann das hier im Windobona am 24. und 25. Februar tun. Dann steigen hier die Österreichischen Meisterschaften im Indoor-Skydiving 2017.

Der Wurstelprater soll ein ganzjähriger Vergnügungspark sein. Das ist die Mission von Geschäftsführer Michael Prohaska. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Der 15. März rückt näher

Die Marschrichtung im Prater ist klar: 365 Tage im Jahr offen. Das Angebot diesbezüglich ist in den letzten Jahren stark gewachsen und wird es weiterhin tun. Touristinnen und Touristen, Wienerinnen und Wiener, Ausflüglerinnen und Ausflügler sollen auch im Winter ein breites Angebot vorfinden und den Wurstelprater in den kalten Monaten zum Kochen bringen. Doch eines wird sich so schnell nicht ändern: der Saisonstart am 15. März. Dann sperrt nämlich das Schweizerhaus auf und das ist im Prater das wichtigste Datum des Jahres. "Das ist ein Teil der Tradition, die den Prater ausmacht und die er auch braucht", so Prohaska. Dass der Tag nicht mehr weit ist, spürt auch er schon. "Ich kenne viele Leute, die schon jetzt die Tage zählen, bis das Schweizerhaus aufsperrt", schmunzelt er. Schön, dass man sich auf manche Sachen immer verlassen kann.

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