Im Haus der Musik kann jede und jeder den Taktstock ergreifen und die Wiener Philharmoniker dirigieren - dem Virtuellen Dirigenten sei Dank. © Inge Prader

Einmal selbst den Taktstock schwingen ...

Sie sind das berühmteste Orchester der Welt: die Wiener Philharmoniker. Doch ihnen als LeiterIn vorzustehen, ist nur wenigen vorbehalten. Mit dem Virtuellen Dirigenten im Haus der Musik kann sich allerdings jede und jeder im Dirigieren versuchen.

Seit dem Jahr 2000 besteht das Haus der Musik in der Seilerstätte im ersten Bezirk. Schon genauso lange begeistert ein Highlight Besucherinnen und Besucher aller Altersgruppen: der Virtuelle Dirigent. Diese Installation ermöglicht es, sich ans DirigentInnenpult zu stellen, selbst den Taktstock zu ergreifen und keine Geringeren als die Wiener Philharmoniker zu leiten.

Dass dieses Erlebnis überhaupt möglich ist, ist einem Studienprojekt der Technischen Universitäten Darmstadt und Aachen zu verdanken. "Der Arbeitstitel lautete damals noch 'Personal Conductor', also 'persönlicher' oder 'privater Dirigent', in Anlehnung an den 'Personal Computer'", verrät Peter Wohlschlager, Marketingleiter des Hauses der Musik.

Video: Haus der Musik - Virtueller Dirigent

Das "Haus der Musik" bietet Klangerlebnis pur. Besucherinnen und Besucher können sogar ein Konzert dirigieren. Wir haben uns das vor Ort angesehen. © Stadt Wien/Bohmann Verlag

Technik als Betriebsgeheimnis

Die Idee in die Praxis umzusetzen, war anno 2000 für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine große Herausforderung. Schließlich war der Stand der Technik ein anderer als heute. Wohlschlager erklärt: "Damals waren einige Dinge noch sehr schwer umzusetzen. Zum Beispiel das sogenannte Time Stretching: Wenn das Orchester langsamer oder schneller spielen soll, dann darf sich natürlich auch die Tonhöhe nicht ändern. Das war zu diesem Zeitpunkt ein komplizierter Prozess. Heute würde man sich mit der entsprechenden Software leichter tun. Aber beim Start war das einzigartig."

Was den technischen Ablauf betrifft, so wird der Taktstock mittels Infrarotsender verfolgt. So wird registriert, wie heftig und in welchem Umfang er geschwungen wird. Gesteuert werden Dynamik und Lautstärke, zudem kann man ganze Instrumentengruppen hervorheben. "Wie's genau funktioniert, ist unser kleines Betriebsgeheimnis", schmunzelt Wohlschlager.

Sechs verschiedene Stücke stehen beim Virtuellen Dirigenten zur Verfügung. © Hanna Pribitzer

Vom "Donauwalzer" bis zum "Radetzky-Marsch"

Sechs Stücke lassen sich heute seit dem letzten Update von 2009 dirigieren: der "Donauwalzer", die "Annen-Polka" und die "Orpheus-Quadrille" von Johann Strauss II. "Eine kleine Nachtmusik" von Wolfgang Amadeus Mozart, Johannes Brahms' "Ungarischer Tanz Nr. 5" und der "Radetzky-Marsch" von Johann Strauss I. Die Auswahl wurde gemeinsam mit den Wiener Philharmonikern getroffen. Dabei mussten zwei Kriterien erfüllt werden, so Wohlschlager: "Es sollte ein Stück sein, das nicht zu lange dauert, also auch im Rahmen des Virtuellen Dirigenten funktioniert. Außerdem sollte es international einigermaßen bekannt sein, wie etwa die 'Kleine Nachtmusik' oder der 'Donauwalzer'. Den kennen Menschen aus aller Welt dank des Neujahrskonzerts."

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Um sich vor die Leinwand mit den Wiener Philharmonikern zu stellen und diese mit dem Taktstock leiten zu können, benötigt man keine Vorkenntnisse. "Es können Musikwissenschaftlerinnen und Musikwissenschaftler ebenso dirigieren wie Kindergartenkinder, die im Übrigen häufig bei uns zu Gast sind. Es reicht eigentlich die Einführung von Stardirigent und Ehrenpräsident Zubin Mehta. Er zeigt kurz, wie man dirigiert. Wenn man sich daran hält, dann kommt man meistens ganz gut durch", erklärt Peter Wohlschlager. An Maestro Mehtas Anweisungen sollte man sich allerdings wirklich halten und sich entsprechend Mühe geben. Ansonsten können die unzufriedenen Musiker nämlich mitunter recht unwirsch reagieren.

Kinder gehen das Dirigieren intuitiv an und sind dabei oft talentierter als Erwachsene. © Inge Prader

Kinder dirigieren besser

Der Unterhaltungswert des Virtuellen Dirigenten ist auf jeden Fall groß. Darüber hinaus verfolgt er natürlich auch einen pädagogischen Zweck, so Wohlschlager: "Wir wollen einen intuitiven, niederschwelligen Zugang zur Musik bieten. Dieser soll vordergründig spielerisch sein. Auf diese Weise kann man sich etwa dem Thema Notation nähern und zum Beispiel erfahren, wie Komponieren oder eben Dirigieren funktioniert." Vor allem für Kinder sind der Virtuelle Dirigent und andere Installationen im Haus der Musik spannend. Sie meistern den Umgang mit dem Dirigentenstab besonders gut. Das liegt Wohlschlager zufolge daran, dass sie intuitiv an die Sache herangehen. Erwachsene oder Leute, die sich viel mit Musik beschäftigen, denken hingegen oftmals einfach zu viel nach.

Bei Groß und Klein ist der Virtuelle Dirigent jedenfalls nach wie vor das Highlight im Haus der Musik. "Es ist der Inhalt, der im Vordergrund steht, nämlich dass man tatsächlich die Wiener Philharmoniker und kein x-beliebiges Orchester dirigiert. Das ist einzigartig, das kann man wirklich nur bei uns machen", so Wohlschlager.

Mit dem Virtuellen Agenten geht eine der erfolgreichsten Attraktionen im Haus der Musik auf Reisen. © Hanna Pribitzer

Es geht ein Dirigent auf Reisen

Dennoch gibt es den Virtuellen Dirigenten seit heuer auch in einer Reise-Version. Immer wieder gab es Anfragen, die Installation auf Messen und Events aller Art zeigen zu können. Der Virtuelle Dirigent wurde eins zu eins für die Reise adaptiert, ein Klon wurde erstellt. Dabei gibt es eine Komplettversion mit allem Drum und Dran wie Soundsystem, Beamer, digitalem Touch-Notenpult und verdunkelnden Vorhängen. Eine abgespeckte Variante ohne Vorhänge und speziellen Stauraum für die Technik wird für ohnehin schon entsprechend dunkle Räume angeboten.

Das Original bleibt selbstverständlich im Haus der Musik. Dort sollte jede und jeder in die Welt der Musik eintauchen und sich zumindest einmal ans DirigentInnenpult wagen.

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