Martin Garand probt mit Johanna Baranyi, Herbert Holzapfel, Theresia Zörrer, Johann Horn und Helga Pudschedl (v. l.) © Bohmann/Bubu Dujmic

Absolut stimmig

Singen, im Takt mitschwingen, die gemeinsame Zeit genießen: Die rund 50 Mitglieder der "Klub-Singers" üben für ihr erstes gemeinsames Konzert im Juni.

"Wien, Wien, nur du allein", klingt es aus dem Pensionistenklub in der Schlagergasse 2 am Alsergrund. Fünf Seniorinnen und Senioren haben den großen Gemeinschaftsraum zur Probebühne gemacht und singen das Lied des österreichischen Komponisten Rudolf Sieczynski. Begleitet werden sie von Martin Garand am elektronischen Piano. "Martin ist unser kanadischer Kapellmeister", erklärt Johann Horn (73, 2. v. r.). Tatsächlich hat Garand einen leichten Akzent. Der gebürtige Kanadier ist Vollblutmusiker. Nach seiner Ausbildung als Sängerknabe hat er Komposition sowie Dirigieren studiert und war Mitglied des Arnold Schönberg Chores. Seit etwa einem Jahr leitet er nebenberuflich die "Klub-Singers", den Chor der Wiener Pensionistenklubs.

Die "Klub-Singers" Johanna Barranyi, Herbert Holzapfel, Theresia Zörrer und Helga Pudschedl (v. l.) singen am liebsten Wienerlieder, Wanderlieder und Schlager. © Bohmann/Bubu Dujmic

Der Spaß steht im Vodergrund

"Das Projekt hat klein angefangen. Ich wollte in einem der Klubs Gesang anbieten. Für den ersten Termin hatten wir sieben Liedermappen vorbereitet, rund 20 Leute wollten mitmachen", erinnert sich Garand (l.). Mit der Zeit kamen immer mehr Seniorinnen und Senioren dazu. Aktuell übt Garand an insgesamt vier Standorten – in der Leopoldstadt, der Brigittenau und am Alsergrund. Und das fast wöchentlich: Denn am 14. Juni wird der nunmehr rund 50-köpfige Chor seinen ersten großen gemeinsamen Auftritt haben.

Wienerlieder, Wanderlieder und Schlager umfasst das Repertoire. Geübt wird in kleineren Gruppen, wobei im 9. Bezirk oft bis zu 25 Mitglieder zum Singen zusammenkommen. "Immerhin sind wir hier in der Schlagergasse. Der Name ist Programm!", schmunzelt Herbert Holzapfel (66). Im Mittelpunkt steht immer der Spaß an der Sache. "Nicht jeder Ton muss sitzen. Solange die Stimmung passt, bin ich zufrieden", sagt Garand. Manche singen lautstark mit, andere hören lieber zu oder summen. Johann Horn etwa ist bei den Singstunden zuerst lesend mit einer Zeitung daneben gesessen. "Irgend- wann haben wir gehört, dass er mitsingt. Ohne die Zeitung wegzulegen, hat er mit eingestimmt und im Takt mit dem Fuß geklopft“, erzählt Herbert Holzapfel, der früher Klarinette gespielt hat.

Video: Singen hält fit

Singen hält fit. Das beweisen die Serniorinnen und Senioren in den Pensionistenklubs der Stadt Wien.

"Als ehemaliger Schlagzeuger konnte ich mich der flotten Melodie einfach nicht entziehen", fügt Johann Horn lachend hinzu. Die beiden Männer sind inzwischen gute Freunde geworden. Das gemeinsame Hobby verbindet aber nicht nur, es ist auch gut für die Gesundheit: Denn wer singt, atmet automatisch tief in den Bauch statt in die Brust ein und wieder aus. Das ist gut für die Lunge, das Herz, den Darm und die Verdauung. Durch die erhöhte Sauerstoffsättigung kommen zusätzlich der Kreislauf und der Stoffwechsel in Schwung. Sogar Gedächtnis und Konzentrationsfähigkeit werden verbessert. Garand bringt es auf den Punkt: "Singen trainiert nicht nur die Stimme, sondern regt auch den Körper und den Geist an und bringt die Menschen zusammen."

Martin Garand: "Singen trainiert nicht nur die Stimme, sondern regt auch Körper und Geist an und bringt Menschen zusammen." © Bohmann/Bubu Dujmic

Garand stimmt das nächste Lied an. Bei "O du lieber Augustin" singen alle kräftig und in derselben Tonlage mit. "Unisono, also einstimmig zu singen, klappt schon sehr gut. Nach dem ersten Konzert können wir es dann zweistimmig versuchen. Etwa, indem wir die Gruppe in Damen und Herren einteilen", so der Chorleiter nach der Darbietung. Die Seniorinnen und Senioren sind begeistert.

"Das können wir gemeinsam üben", freut sich Johanna Baranyi (66, Foto u., l.) und lächelt Herbert Holzapfel an. Vor sechs Jahren haben sich die beiden im Pensionistenklub Schlagergasse kennengelernt. Damals wurden noch keine Singstunden angeboten. Trotzdem hat die Musik das Paar zusammengebracht: beim Tanzen. "Das ist das Tolle an den Klubs. Oft heißt es ja, dass hier nur Karten gespielt wird. Das stimmt aber überhaupt nicht. Wer will, findet auch jede Menge Bewegungsangebote", betont Johanna Baranyi. "Und langweilig sind wir ganz bestimmt nicht." Wer sich davon überzeugen möchte, ist herzlich eingeladen: Bei den "Klub-Singers" ist noch Platz für Damen und Herren über 50 Jahre.

Singen mit den "Klub-Singers"

Vier Standorte: 2., Im Werd 17, Wehlistraße 164, 9., Schlagergasse 2, 20., Klosterneuburger Straße 118/19, Telefon 01/313 99-170138, www.pensionistenklubs.at

Konzert: 14. Juni, 15 Uhr, 2., Haus Augarten, Rauscherstraße 16, Eintritt frei,
Anmeldung unter Telefon 01/313 99-1090

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