Neben dem Arbeiterstrandbad an der Alten Donau gibt es herrliche Naturbadeplätze. © Bohmann

Natürliches Badevergnügen

Es muss nicht immer ein Pool sein. In Wien gibt es viele schöne Naturbadeplätze, an denen es sich herrlich entspannen und abkühlen lässt. Aber auch in der Natur müssen einige Regeln beachtet werden.

Der Tag war stressig und vollgepackt mit Erledigungen? Das Thermometer zeigt auch um fünf Uhr nachmittags noch 32 Grad im Schatten? Jetzt wäre eine Abkühlung im Wasser genau das Richtige. Warum also nicht statt des kostenpflichtigen Schwimmbads einem Naturbadeplatz einen Besuch abstatten?

In Wien laden besonders die Alte und Neue Donau sowie die Gewässer in der Lobau wie Mühlwasser, Dechant- oder Panozzalacke, zu einem naturverbundenen Badeerlebnis ein. Damit dieses Vergnügen aber für alle Nutzerinnen und Nutzer dieser Plätze ein Genuss ist, gilt es, Sicherheitsmaßnahmen zu befolgen. Zur eigenen Sicherheit und zum Schutz der Natur. Wir haben dazu mit Alexander Pamer von der Wiener Wasserrettung und Thomas Kozuh-Schneeberger, dem Leiter der Gruppe Gewässerinformation, gesprochen.

Video: Naturbadeplätze in Wien

Wien bietet viele Möglichkeiten um den Sommer entspannt zu genießen. Zahlreiche Grünoasen und Naturbadeplätze versprechen an heißen Tagen Abkühlung. Wir waren plantschen. © Stadt Wien/Bohmann Verlag

Naturgewässer versus Schwimmbad

Bei beiden steht das erfrischende Nass im Mittelpunkt. Dennoch birgt das Baden in freier Natur ein erhöhtes Risiko. "Beim Baden in einem Naturgewässer muss man sich immer bewusst sein, dass man keinen Bademeister vor Ort hat. Man muss sich also vorher selbst darum kümmern, was man tut, wenn ein Notfall eintritt. Fragen wie 'Wen verständige ich?', 'Wer hat ein Handy dabei?' und 'Wer kann mir helfen?' müssen geklärt sein", so Alexander Pamer.

Tipp: Sollte wirklich einmal der Ernstfall eintreten und eine Person benötigt Hilfe im Wasser, empfiehlt sich, die Feuerwehr zur Unterstützung zu rufen. Traut man es sich als Badegast selbst zu, die verunglückte Person zu retten, sollte man zügig hinausschwimmen und ein T-Shirt mitnehmen. Dieses kann dann der oder dem sich in einer Notlage Befindlichen zugeworfen werden. So kann sich die Person festhalten und aus dem Wasser gezogen werden.

Lauernde Gefahren

Beim Baden in Naturgewässern muss man einige Sicherheitsregeln beachten. © Bohmann

"Eine der größten Gefahren beim Schwimmen in naturnahen Gewässern ist Selbstüberschätzung. Ist die gewählte Schwimmstrecke zu weit und die Kondition reicht nicht aus, kann man schnell ermüden", erklärt der Sicherheitsexperte. In den Hitzeperioden spielt auch der Alkoholkonsum eine besondere Rolle. Der Alkohol steigt schnell zu Kopf und kann ebenfalls zu Selbstüberschätzung führen. Viele Unfälle resultieren aus diesen Faktoren.

"Im Bereich der Alten und der Neuen Donau gibt es immer wieder Leute, die von den Brücken springen. Abgesehen davon, dass das verboten ist, wissen sie nicht, dass unter Wasser auch Gefahrgut wie etwa Rohrleitungen oder Müll lagern. Springt man darauf, kann man sich schlimm verletzen", warnt Alexander Pamer.

Ein weiterer Gefahrenpunkt ist, dass in einem Naturgewässer die Wassertemperatur nicht homogen ist. Es kann verschiedene Strömungen geben, die darauf Einfluss nehmen. "Oben ist das Wasser beispielsweise schön warm und unten, wo das Grundwasser einströmt, gibt es Temperaturunterschiede von zehn bis 15 Grad Celsius. Das kann Krämpfe auslösen oder auch Kreislaufprobleme verursachen", erklärt Thomas Kozuh-Schneeberger.

Beim Baden in Naturgewässern muss man natürlich auch auf die anderen Nutzerinnen und Nutzer achten. Man ist als Schwimmerin beziehungsweise Schwimmer das schwächste Glied in der Kette. "Es gibt Seglerinnen und Segler, Surferinnen und Surfer sowie andere Wassernutzerinnen und -nutzer. Man muss sich dessen bewusst sein, dass ein Segelboot nicht so schnell wie ein Auto plötzlich stehen bleiben kann. Als Schwimmerin oder Schwimmer muss man hier besondere Vorsicht walten lassen", so der Leiter der Gruppe Gewässerinformation.

Wiener Gewässer

"Sehr gefährliche im Wasser lebende Tiere gibt es bei uns nicht", erklärt Thomas Kozuh-Schneeberger. © Bohmann

Bei Naturgewässern sollte man sich zuerst damit vertraut machen, ob Baden überhaupt erlaubt ist. Dann sollte man über die Beschaffenheit des Gewässers Bescheid wissen. Im Schwimmbad sieht man, wie tief das Becken ist. Das ist bei einem Naturgewässer nicht so. Die Wassertiefe in solchen Gewässern kann man mit einem Bleigewicht an einer Schnur ermitteln. "Die Alte Donau beispielsweise ist maximal rund 6,5 Meter tief. Beim Schwimmen sollte die Tiefe aber keine Rolle spielen. Wichtig ist nur, nicht in zu flache Stellen zu springen", ergänzt Alexander Pamer.

Beim gemütlichen Planschen im Wasser kann es vor allem Kindern schon mal passieren, dass sie unabsichtlich Wasser schlucken. Kein Grund zur Panik für die Eltern. "Die Wasserqualität in den Wiener Gewässern ist wirklich hervorragend. Wenn man einen Schluck aus ihnen nimmt, besteht überhaupt keine Gefahr für Leib und Leben", hebt Thomas Kozuh-Schneeberger hervor. Nähere Informationen zur Badewasserqualität in Wien inklusive der aktuellen Messwerte finden Sie hier.

Tiere und Pflanzen

Grundsätzlich sind Fauna und Flora in unseren Breiten ungefährlich. Natürlich muss man in der Natur immer mit Insekten wie Wespen, Bienen oder Spinnen rechnen. Besonders gefährliche Fische oder andere im Wasser lebende Tiere findet man bei uns aber nicht.

"Die berühmten Schlingpflanzen sind keine Schlingpflanzen, denn sie schlingen nicht. Sie schweben im Wasser und haben eine wichtige Funktion. Sie filtern das Wasser und sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Wasserqualität so hoch ist. Schwimmt man in solche Wasserpflanzen hinein, muss man keine Panik bekommen. Die Pflanzen ziehen von sich aus niemanden nach unten", schmunzelt Thomas Kozuh-Schneeberger.

Schonender Umgang mit der Natur

Viele Naturbadeplätze in Wien haben eine gute Infrastruktur. © Bohmann

Die Natur wird am besten geschützt und geschont, wenn man den Mist, den man macht, fachgerecht entsorgt und nicht einfach auf der Wiese liegen lässt. Diese Regel gilt überall und nicht nur in Badebereichen. Auch das Hantieren mit offenem Feuer sollte man zum Schutz der Natur tunlichst unterlassen. Für eine Grillerei mit Freundinnen und Freunden gibt es in Wien mehrere offizielle Grillplätze.

"Die Vegetation muss ebenfalls geschützt werden. Das bedeutet, keine Äste von Bäumen oder Sträuchern abbrechen und keine Tiere stören. Das sind Grundregeln, die man einhalten muss", unterstreicht Thomas Kozuh-Schneeberger.

Bei den meisten Naturbadeplätzen im urbanen Bereich ist die Infrastruktur, wie Mistkübel, Trinkwasserversorgung und WC-Anlagen, vorhanden und gut gewartet. Man sollte diese Bereiche immer so verlassen, wie man sie vorgefunden hat. Aus Rücksicht auf die Natur und die nachfolgenden Besucherinnen und Besucher.

Gut betreut

Schilder weißen auf Infrastruktur und Sicherheitsmaßnahmen hin. © Bohmann

Generell werden die Naturbadebereiche in Wien direkt von der Stadt Wien betreut. Es kommt aber darauf an, wer wo Grundstückseigentümerin beziehungsweise Grundeigentümer ist. MA 42, MA 45 und MA 49 pflegen Gewässer und Gewässeruferbereiche in Wien.

Weitere Informationen zu den Regeln in Naturbadebereichen sowie zu den Gewässern und Flüssen in Wien findet man auf www.gewaesser.wien.at.

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