Jogi Neufeld ist Chef des "Subotron" und kennt sich in der Gaming-Szene bestens aus. © Bohmann

Vielfalt heißt der Gaming-Trend

Ende September feiert die Game City im Wiener Rathaus ihr zehnjähriges Bestehen. Wir haben dazu mit Game-Shop-Inhaber und Szenekenner Jogi Neufeld gesprochen.

Für uns lässt Jogi Neufeld, Chef des "Subotron" im MuseumsQuartier, anlässlich des Jubiläums der Game City die Entwicklungen der virtuellen Spielewelt Revue passieren. Was lag vor zehn Jahren im Trend und wie hat sich die Spielewelt in der Zwischenzeit gewandelt? Der Experte verrät es.

Games waren immer schon ein Motor für technologische Innovationen. Neben den neuen Generationen von Konsolen, die alle paar Jahre rauskommen, ist die große Neuerung im Spielesektor die Demokratisierung der Produktionsmittel. Das bedeutet laut Jogi Neufeld: gratis Software, billige Software, verschiedene Game Skills, die man sich leicht selber beibringen kann. Im Prinzip kann heutzutage jede und jeder Game-Designerin beziehungsweise Game-Designer werden.

Durch diese Demokratisierung und die Tatsache, dass es um ein Vielfaches einfacher geworden ist, selbst Games zu designen, ist auch das inhaltliche Themenspektrum in den letzten Jahren enorm gewachsen. In den 1980er-Jahren waren Spiele aus den Kategorien Schießen, Sport und Jump and Run vorherrschend. Heutzutage lassen sich Games nicht mehr so genau einteilen. Mittlerweile gibt es Spiele, die sich beispielsweise mit dem speziellen Thema "Wie gehe ich mit meiner Transsexualität um?" beschäftigen. Mit dem Medium "Spiel" können ganz individuelle Befindlichkeiten ausgedrückt werden. Genauso wie es Bücher und Filme über alles gibt, gibt es nun auch Games zu allen möglichen Themen.

Eines der älteren Modelle einer Virtual-Reality-Brille steht im Subotron.©Bohmann

inwien.at: Gibt es irgendeine Videospiel-Ära, zu der Sie besondere Zuneigung hegen? 

Jogi Neufeld: Als ich meinen Game-Shop im MuseumsQuartier eröffnete, war es schon so ein bisschen die Nostalgie, die es mir angetan hat in Sachen Spiele. Es war Anfang der 1980er-Jahre faszinierend für mich, das erste Mal auf einem Spielautomaten Pacman zu spielen. Seitdem hat mich das Gaming-Fieber gepackt. Inzwischen interessiert mich aber immer das Neueste. Das bedeutet nicht immer die neueste Playstation, sondern vielmehr die neueste Hardware, die aus der "Makerszene" kommt. 

Wo liegen die Spiel-Trends derzeit? 

Das Feld wird immer offener. Es gibt ein breiteres Spektrum an Inhalten. Die große "neue Welt" ist natürlich die virtuelle Welt. Im Oktober kommt beispielsweise die erste Virtual-Reality-Brille raus, die massentauglich sein wird. Da stehen wir aber noch relativ am Anfang. Der Ansporn für diese neue Technologie, Virtual Reality oder Augmented Reality, wird nicht nur in der Gaming-Szene genutzt. Der erste spielerische Zugang zu dieser neuen Technologie passierte aber im Games-Umfeld und deshalb sind hier auch die Innovationen zu Hause.

Heuer war es beispielsweise der Sommer von Pokémon Go. Ein ganz niederschwelliges Spiel, das kein großes Game-Verständnis benötigt, um Spaß damit zu haben. Dieser Hype wird meiner Meinung nach wieder abebben. Einen eindeutigen Trend zu einer bestimmten Spielart gibt es derzeit aber nicht. Die Virtual Reality wird bestimmt noch in anderen Bereichen wie Medizin oder Architektur ihre Verwendung finden und kein reiner Game-Trend bleiben.

Im Subotron gibt es nicht nur Spiele. Auch Masken und anderes Zubehör lassen die Herzen der Game-Fans höher schlagen.©Bohmann

Welche Spiele-Neuheiten gibt es? Welche sind besonders erwähnenswert? 

Bei der Game City im Rathaus werden die neuesten Spiele von den großen Publishern vorgestellt. Es wird eine Indy-Ecke geben, einen wissenschaftlichen Bereich, den Bereich von wienXtra mit E-Sport-Events und vieles mehr. Da die Interessen der Menschen verschieden sind, so ist auch das Programm und Angebot vielfältig.

Welche Spiele würden Sie für welche Altersgruppe empfehlen? 

Es gibt Games, die alles abdecken, so wie es das auch im klassischen Brettspielbereich gibt. "Mensch ärgere Dich nicht" zum Beispiel. Ich rate Erziehungsberechtigten, generell den Medien- und Spielekonsum ihrer Kinder zu begleiten und natürlich bei Bedarf auch einzuschreiten. Das Interesse und im besten Fall das Mitspielen ist das Um und Auf! Wie die Wii aufgekommen ist, hat sich auch das Spielinteresse der älteren Generation gewandelt. Die sogenannten "Silver Gamer" bowlen zum Beispiel ganz begeistert virtuell im Altersheim.

Der Nimbus der Games als reines Kinderspielzeug ist lang vorbei. Er ist zwar in den Köpfen vieler noch so präsent, die Statistiken generieren aber eindeutig ein anderes Bild. Die durchschnittliche Spielerin beziehungsweise der durchschnittliche Spieler ist laut Erhebungen 35 Jahre alt. Geschlechtermäßig gleicht es sich aus. Zu einer speziellen sozialen Schicht lässt sich die typische Spielerin oder der typische Spieler nicht zuordnen.

Wie könnte Ihrer Meinung nach die Zukunft der Games aussehen?

Das kann ich leider nicht sagen. Für mich wichtig ist, immer vorn dabei zu sein, wenn sich etwas Neues in der Gaming-Szene tut. Der Reiz der Vielfalt und Veränderung ist das, was mich interessiert.

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