Das Wasser der Therme Wien stammt aus der Oberlaaer Quelle und hat eine heilende Wirkung. © Cathrine Stukhard/Therme Wien

Elixier für Körper und Geist: das Thermalwasser der Therme Wien

Heilende Kräfte und wohltuende Dämpfe: Das Thermalwasser der Therme Wien sorgt nicht nur im Geist für Wohlbefinden, sondern verwöhnt den Körper auch mit seinen heilenden Kräften.

Die Therme Wien ist eine der größten Wellnessoasen der Welt. Sie wurde 2010 als Gemeinschaftsprojekt der Stadt Wien und VAMED eröffnet. Schon beim Betreten der großzügig angelegten Wasserlandschaft wird man von einer beruhigenden Wärme empfangen. Was nicht nur der angenehmen Wassertemperatur zu verdanken ist. Das Wasser stammt aus der Oberlaaer Quelle und füllt insgesamt 26 Becken. Seine schwefelhaltigen Inhaltsstoffe besitzen eine heilende Wirkung. Dank der U1-Verlängerung direkt nach Oberlaa ist die Therme Wien nun auch noch schneller zu erreichen. Der wohltuenden Auszeit steht damit nichts mehr im Wege.

Das Wasser der Thermalquelle Wien hat durch seinen hohen Schwefelanteil eine heilende Wirkung. © Cathrine Stukhard/Therme Wien

Thermalquelle als heilende Kraftquelle

In einer angenehmen Atmosphäre werden die Heilkräfte des Thermalwassers genutzt, um körperliche Beschwerden zu lindern und den Geist zu verwöhnen. Doch nicht jedes Quellwasser ist auch ein Thermalwasser und nicht jede Wellnessoase ist eine heilbringende Therme. Wie unterscheidet man zwischen entspannender Wellnessoase und heilender Therme?

Thermalwasser unterscheidet sich von herkömmlichem Quellwasser durch seine Inhaltsstoffe. Diese bestehen vorwiegend aus Schwefel, Kohlensäure und Radon. Je nach Herkunft können die Quellen unterschiedlich große Mengen der Inhaltsstoffe beinhalten. Das Thermalwasser der Therme Wien gehört zu den schwefelhaltigen Gewässern. Die Inhaltsstoffe werden vom Körper über die Haut aufgenommen. Das Heilwasser erzeugt auf der Hautoberfläche chemische und physikalische Reaktionen, wodurch die Heilung in Gang gesetzt wird. Damit das Heilwasser seine volle Wirkung erzielen kann, sollte die Behandlung häufig wiederholt werden. Das ist auch der Grund dafür, weshalb ein Kuraufenthalt in einer Therme bis zu drei Wochen andauern kann.

Die heilende Wirkung des Quellwassers wird durch die Kombination aus den Inhaltsstoffen, dem hydrostatischen Druck und der Temperatur des Wassers erzeugt. Der hydrostatische Druck sorgt zum Beispiel für eine Verbesserung der Venenfunktion sowie für eine Aktivierung des Stoffwechsels und der Nieren. Warmes Wasser entspannt die Muskeln, sorgt für eine Gelenksentlastung und reduziert Stress. Dadurch können eine Reihe von Erkrankungen behandelt werden, wie etwa Rheuma oder auch psychosomatische Erkrankungen. Die Inhaltsstoffe lindern je nach vorkommender Menge verschiedene Beschwerden wie beispielweise Arthrosen.

Das Thermalwasser der Oberlaaer Quelle füllt 26 Becken der Therme Wien. © Gerry Rohrmoser/Therme Wien

Das Wissen um das heilende Wiener Thermalwasser

Das Wiener Thermalwasser wurde erstmals vom Arzt Johann von Crantz im späten 18. Jahrhundert zur Zeit Kaiserin Maria Theresias analysiert. Mit seinem Werk "Gesundbrunnen der österreichischen Monarchie" wurde er der Begründer der österreichischen Balneologie. Dies ist die Lehre von der therapeutischen Anwendung natürlicher Heilquellen. Der Professor an der Wiener Medizinischen Fakultät empfahl das Thermalwasser zum Beispiel bei rheumatischen Zuständen und Hautkrankheiten. Er untersuchte 1777 auch die Laaer Quelle. Sie bot ein "saifenartiges Wasser mit einem phlogistischen, stinkenden Geist, reichen Eisenstof und eine Menge Bitter- und muriatisches Salz".

Tiefreichende Störungsquellen als Schlüssel zum Heilmittel

Heilendes Thermalwasser ist natürlich nicht überall auf der Erde zu finden. Vorwiegend Orte, an denen es zu vermehrten vulkanischen Aktivitäten kommt, weisen eine größere Anzahl an Thermalquellen auf. Solche Thermen gibt es zum Beispiel in Taiwan oder auf Island. Aber auch in Österreich gibt es viele heilende Quellen. Grund dafür sind tiefreichende Störungssysteme. Das Wasser zirkuliert bis in tiefe Bereiche der Erde und erwärmt sich dadurch entsprechend. Durch natürliche Austrittsorte oder durch künstliche Bohrungen kommt das wohltuende Wasser an die Oberfläche. Thermalwasserquellen werden als solche bezeichnet, wenn sie beim Austreten eine Wassertemperatur von über 20 Grad Celsius aufweisen. Die wärmste Quelle Europas ist in Bad Blumau mit einer Wassertemperatur von 107 Grad Celsius. Das Wasser der Laaer Quelle kommt auf 54 Grad Celsius. Ab einer Temperatur von 20 Grad Celsius entfaltet sich die heilende Wirkung.

Der Gang in die Sauna stärkt das Immunsystem und ist gut für das Wohlbefinden. © Catherine Stukhard/Therme Wien

Der Gang in die Sauna

Bei einem Besuch der Therme sollte auf jeden Fall auch der Saunabereich aufgesucht werden, denn der Gang in die Sauna stärkt das Immunsystem. Doch wie genau nimmt das Saunieren Einfluss auf unsere Gesundheit?

Der Begriff Sauna kommt aus dem Finnischen und wird übersetzt auch Schwitzbude oder finnisches Bad genannt. Mithilfe eines Saunaofens wird der Raum auf 70 bis 105 Grad Celsius erhitzt. Das Schwitzen in der Sauna soll die Gesundheit fördern und eine entspannende Wirkung erzeugen. In ganz Europa gibt es unterschiedliche Saunaarten.

Die Therme Wien bietet ihren Gästen ein Saunaerlebnis auf 3.000 Quadratmetern. Es gibt die klassische finnische Sauna, eine Biosauna sowie ein Dampfbad. Wem die finnische Sauna zu heiß ist, kann das Laconium, den trockenen Schwitzraum, besuchen oder im antiken römischen Bad Tepidarium seine Auszeit genießen.

Ein Gang in die Sauna ist ein gutes Training für das Herz-Kreislauf-System. © Cathrine Stukhard/Therme Wien

Saunieren statt Grippeviren

Der regelmäßige Gang in die Sauna dient vor allem der Abhärtung gegen Erkältungskrankheiten. Zudem kann der Saunabesuch auch bei einigen Erkrankungen als therapeutische Anwendung genutzt werden, beispielweise bei chronischen Rückenschmerzen.

Bei einem Saunagang wird die Körpertemperatur auf bis zu 39 Grad Celsius erwärmt. Es entsteht ein künstliches Fieber. Dieses hat im Körper dieselben Auswirkungen wie echtes Fieber, wodurch das Abwehrsystem aktiviert wird. Das heißt, der Körper beginnt sich selbst zu reinigen und schwitzt Schadstoffe einfach aus.

Nach dem anschließenden Kaltbad entspannt sich die Muskulatur. Außerdem werden der Stoffwechsel, der Kreislauf, das Immunsystem und die Atmung angeregt. Ein gutes Training für das Herz-Kreislauf-System. Obendrein wird eine wohltuende Wirkung auf das subjektive Wohlbefinden erzeugt. Ein Gang in die Sauna entspannt und macht glücklich. Einen weiteren positiven Effekt hat das Saunieren auf die Haut, denn durch die Hitze verlangsamt sich zum Beispiel die Hautalterung. Zudem kommt es durch die wiederholten Wasseranwendungen zu einer sehr gründlichen Reinigung der Hautoberfläche und der Poren. So sorgt das Saunieren für eine weiche und geschmeidige Haut.

Der Körper übt durch regelmäßige Saunagänge, seine Kerntemperatur zu halten, egal ob draußen Winter oder Hochsommer herrschen. Das bedeutet, wer oft in die Sauna geht, friert im Winter nicht so schnell und schwitzt selbst bei tropischen Temperaturen nur leicht. Ein Saunagang hat also positive Effekte auf die körperliche, aber auch auf die seelische Gesundheit.

Finnische Herrensauna in der Therme Wien. © Catherine Stukhard/Therme Wien

Wie die Sauna Europa eroberte

Entgegen vieler Erzählungen kommt die Sauna ursprünglich nicht aus Finnland. Ihre Geschichte reicht bis in die Steinzeit zurück. Schon damals wurden Steinhöhlen mit Erdlöchern gebaut, die mit heißen Steinen ausgelegt wurden. Über die erhitzten Steine wurde Wasser geschüttet, um Wasserdampf zu erzeugen. Es wird vermutet, dass diese ersten Schwitzbäder der Reinigung dienten.

Nach Finnland kam die Sauna erst viel später. Die Ureinwohnerinnen und -einwohner Finnlands stammen aus Asien und brachten ihr Kulturgut mit in die neue Heimat. Da der gefrorene Boden das Graben von Erdlöchern jedoch nicht erlaubte, wurden die bekannten Holzblockhütten entworfen. Die Tradition des Schwitzens ist seitdem tief in der finnischen Kultur verankert. In den restlichen westlichen Ländern wurden die traditionellen kleinen Dampfbäder weiterentwickelt. Im Römischen sowie im Osmanischen Reich gab es luxuriöse Badehäuser. In dieser Zeit entstand auch das türkische Dampfbad Hamam. Die warmen, dampfenden Quellen riefen jedoch schnell Infektionen hervor, weshalb die Dampfbäder aus gesundheitlichen, aber auch aus religiösen Gründen wieder abgeschafft wurden.

Während des Zweiten Weltkriegs kam die Sauna zurück nach Europa. Viele Soldaten lernten das Saunieren in den fremden Kulturen kennen. Nach ihrer Rückkehr eröffneten viele Veteranen die ersten öffentlichen Saunen. Auch die Olympischen Spiele 1936 trugen zur Verbreitung der Sauna bei. Die finnischen Sportler baten um den Bau einer kleinen Sauna, was bis dato völlig unbekannt war. Über den außergewöhnlichen Wunsch wurde in den Medien ausführlich berichtet. Das führte zu einer Wiederbelebung der Saunakultur in den westlichen Ländern.

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