Beim Lampenbau-Workshop erklärt Karin Gruber nicht nur wie man Lampen repariert. Auch Energieeffizienz ist ein zentrales Thema. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Craftistas: Wir machen es selbst

Die DIY-Bewegung ist auf dem Vormarsch. Nach dem Motto "Do it yourself" basteln, reparieren und recyceln immer mehr Menschen in Eigenregie. Der Verein Craftistas unterstützt Frauen in Wien beim Realisieren ihrer Projekte.

Traut euch drüber! Das ist bei den Craftistas die höchste Maxime. Der "Do it yourself"-Verein für Frauen bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Heimwerkerinnen-Natur zu entfalten. "Wir wollen Frauen die Ressourcen geben, um in dem Bereich tätig zu werden. Einzelne Frauen, die nicht in einer bestimmten Ausbildungsschiene sind, haben oft gar keinen Zugang zur Ausrüstung, die man braucht, um zum Beispiel zu schweißen, Polster zu reparieren oder zu vergolden", sagt Karin Gruber, Gründungsmitglied der Craftistas.

Die Leuchtkörper werden in recyceltes Material eingebaut. Diese Flasche etwa haben die Craftistas in zwei Teile geschnitten und anschließend wieder zusammengeklebt. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Selbst ist die Frau

Karin Gruber hat die perfekten Voraussetzungen zur Craftista. Sie ist Sozialarbeiterin, Elektrotechnikerin und Energieberaterin. Quasi ein Full House im DIY-Bereich. Die Craftistas bieten einerseits Workshops an. Die gehen meist über ein Wochenende und verbinden Theorie, Praxis und Kreativität. In den Reparaturcafés wiederum geht's primär ums Reparieren und Recyceln in Form von kürzeren Einheiten. Die offene Werkstatt stellt die Ausrüstung zur Verfügung und gibt den Freiraum, selbstständig zu arbeiten. In den Energiecafés dreht sich alles um die sinnvolle Nutzung von Energie, Beratung inklusive. "Zusätzlich realisieren wir spezielle Projekte, etwa Fahrrad-Workshops für Flüchtlingsfrauen. Dabei werden wir auch von der Stadt Wien mit Förderungen unterstützt."

Zu den Unterstützerinnen zählt die MA 57 – Frauenförderung und Koordination von Frauenangelegenheiten. „ Craftistas Wien ist eine Initiative von Frauen mit Fachkompetenz in unterschiedlichen technisch-handwerklichen Arbeitsfeldern mit ökologischem Schwerpunkt. Der Verein arbeitet für Geschlechtergerechtigkeit im Alltag und gesellschaftliche Teilhabe von Mädchen und Frauen in allen Berufs-und Arbeitsfeldern. Die MA57 unterstützte das Projekt „Offene Frauen*WERKstatt“ im Rahmen der Kleinprojekteförderung um einen Beitrag zu ökologisch sinnvollem Handeln und Wirtschaften zu leisten“, sagt Heidemarie Kargl, Leiterin der Förderstelle der MA 57.

Nicht nur technisches Know-how ist gefragt. Auch das Design der Lampen soll ansprechend sein. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Handwerk kennt kein Geschlecht

Die Arbeit der Craftistas zeigt auch auf, wie absurd die oftmals vorgelebte Geschlechtertrennung in der Werkstatt ist. Holz, Metall, Faden, Nadel, Kompressor oder Schablone: DIY-Fans brauchen jedes Material und jedes Werkzeug gleichermaßen. Bei einem Besuch im Lampenbau-Workshop kann man das aus erster Hand erleben. Neben dem technischen Know-how, etwa dem richtigen Einbau eines Schalters, ist auch Kreativität gefragt. Die Lichtobjekte werden aus recycelten Materialien, etwa Plexiglas, selbst gestaltet. Die Teilnehmerinnen schließen eigenständig Stecker an und lernen, wo und wie der Strom fließt.

"Drübertrauen ist wichtig. Strom ist oft angstbesetzt und Frauen wird eingetrichtert, dass sie davon die Finger lassen sollen. Diese Einstellung wollen wir loswerden, aber gleichzeitig Grenzen aufzeigen und vermitteln, wo es dann wirklich mal heikel werden kann." Wie man die Lampen mit LEDs energiesparend und umweltfreundlich einsetzt, wurde auch vermittelt.

Karin Gruber erklärt einer Teilnehmerin wie sich die Wahl einer LED-Leuchte auf die Lichtqualität auswirkt. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Am Ende des Workshops geht jede Dame mit einer selbst gebastelten Lampe nach Hause. Egal ob Mann oder Frau, der Stolz auf das selbst gebastelte Produkt ist universal. Craftistas will nicht nur DIY-Künste lehren. Geschlechterpolitische Anliegen wie die Gleichstellung von Frauen in Beruf und Freizeit sind zentrale Anliegen. "Es ist schon oft so, dass sich Frauen in Werkstätten nicht willkommen fühlen, gerade als Anfängerinnen. Dass man an solchen Orten mit der Frage 'Was wollt ihr denn hier?' empfangen wird, ist leider noch Realität", sagt Gruber. Darum bietet Craftistas allen eine Einstiegsmöglichkeit in die DIY-Welt, unabhängig von Vorkenntnissen. Auch Frauen, die noch nicht perfekt Deutsch sprechen, sind willkommen.

Mehr als nur ein Hobby

Basteln soll Spaß machen. Craftistas versteht sich aber nicht nur als Hobbywerkstatt. "Frauen, die wenig Geld haben, sind teilweise auch darauf angewiesen, Sachen selbst zu erledigen. Textilien oder Fahrräder zu reparieren, spart viel Geld. Genau darum legen wir auch Wert darauf, dass unsere Workshops leistbar sind." Die kreativen Einsatzmöglichkeiten der Craftistas sind schier endlos. Vom Kräuterzüchten in Flaschen und Gläsern über Naturkosmetik bis hin zum Siebdruck öffnen die Craftistas den Teilnehmerinnen die Tür in eine völlig neue und selbstbestimmte Welt. 

Das vollständige Programm der Craftistas finden Sie auf deren Homepage.

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