Die Schnecke macht den Strom

Die Neue Donau schützt Wien nicht nur vor Hochwasser. Wien Energie errichtet dort ein Kraftwerk, um nachhaltig Strom zu erzeugen. Im Mai 2017 soll das Projekt in Betrieb gehen und viele Jahrzehnte lang ohne großen Wartungsaufwand laufen.

Wiens Stromversorgung steht auf sicheren Beinen. Ein Grund dafür sind nachhaltige und kostengünstige Projekte von Wien Energie. Dazu zählt die Wasserkraftschnecke, die aktuell in Kooperation mit der MA 45 - Wiener Gewässer an der Neuen Donau entsteht. Auf einem Wehr direkt gegenüber des Wakeboardlifts wird schon nächstes Jahr mit Überschusswasser aus der Neuen Donau Strom erzeugt. Wie das funktioniert, erklärt Josef Gradl, Projektleiter von Wien Energie.

Stromgewinnung dank Wasserkraftschnecke

"Wir errichten hier eine Wasserkraftschecke nach dem Prinzip einer sogenannten archimedischen Schraube", so Gradl. Die Anlage erinnert von der Form her an ein Schneckenhaus. Die Schnecke ist unter der Erde, schräg liegend in einem Winkel von 30 Grad, geplant. Durch den Höhenunterschied an der Neuen Donau wird die Schnecke vom durchströmenden Wasser in eine Drehbewegung versetzt. Bis dato wurde dieses brach liegende Energiepotenzial nicht genutzt. Die Drehbewegung der Wasserkraftschnecke wird in einem Generator in Wechselstrom umgewandelt und dieser ins Wiener Netz eingeleitet. 

Die Wasserkraftschnecke ist 15 Meter lang. Der Durchmesser beträgt drei Meter und 20 Zentimeter. Im Betrieb bewegt sich die Anlage mit 25 Umdrehungen pro Minute.

Lange Laufzeit bei geringem Aufwand

"Die Neue Donau funktioniert wie ein Hochwasserentlastungsbauwerk. Es gibt hier zwei Wehranlagen mit je circa vier Meter Höhenunterschied, die dazu dienen, den Wasserspiegel auf einem bestimmten Niveau konstant zu halten. Dadurch steht im Hochwasserfall sozusagen Speichervolumen als Puffer zur Verfügung. Nun ist es so, dass durch die 'nicht ganz dichte' Donauinsel Wasser von der höher liegenden regulierten Donau in die Neue Donau sickert", geht Josef Gradl ins Detail. "Bei diesem innovativen Wasserkraftprojekt schaltet sich nun die Schnecke bei einem definierten Wasserspiegel in der Neuen Donau ein und dieses Sickerwasser kann in wertvollen Ökostrom umgewandelt werden. Die Anlage ist äußerst robust, kostengünstig und nachhaltig. Wir rechnen mit einer Laufzeit von bis zu 100 Jahren."

Josef Gradl, Projektleiter seitens Wiener Energie, ist mit bisherigen Bauverlauf mehr als zufrieden. Für den Einbau der Schnecke Anfang 2017 ist fast alles bereit. © Bohmann/Bubu Dujmic

Nächsten Frühling abgeschlossen

Wesentliche Vorteile der sehr robusten Wasserkraftschnecke sind die geringen Wartungsarbeiten und der einfache Betrieb. Die Anlage weist eine Leistung von rund 100 Kilowatt auf und produziert 400.000 Kilowattstunden Strom. Damit können rund 120 Wiener Haushalte mit Ökostrom versorgt werden. In der Errichtungsphase werden zwei Baugruben ausgehoben, in denen der Einlauf, das Krafthaus und der Auslauf getrennt voneinander errichtet werden. Verbunden werden die beiden Baugruben mit einem 1,4 Meter starken und 60 Meter langen Rohr, durch das "Antriebswasser" fließt. Bei der Anbindung an die Neue Donau musste man durch die bis zu fünf Meter dicke Ufermauer schneiden. Dieser Bauschritt ist bereits abgeschlossen. Die Schnecke wird im Jänner 2017 geliefert und eingesetzt, die Inbetriebsetzung wird für März erwartet. Nach einer Testphase soll im Mai der Planbetrieb starten.

Nach Fertigstellung wird außer einem kleinen Betonhäuschen, in dem sich die Steuerung der Wasserkraftschnecke befindet, nichts mehr von der Anlage zu sehen sein. Das Kleinwasserkraftwerk fügt sich nahtlos in das Areal ein und beeinträchtigt die Umwelt in keiner Weise. Fische, die sich bei Hochwasser in die abgesperrte Neue Donau verirren, profitieren sogar von der Wasserkraftschnecke. Denn anstatt über die Wehranlage einem unangenehmen Aufprall entgegenzustürzen, können sie sanft durch die Schnecke hinabschwimmen.

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