Die neue E-Tankstelle im 20. Bezirk. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Tower of Power

Die neue E-Tankstelle "Tower of Power" im 20. Bezirk ist eine Ausbildungsstätte für moderne Berufe. inwien.at war bei einem Kurs des BFI Wien dabei.

"Das ist unsere Schnellladestation", erklärt Gerald Lippitsch an einer Säule. "Allerdings kann man nicht hergehen und jedes E-Auto mit 500 Volt bespannen." Der Trainer des BFI Wien erklärt den Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern der Elektrotechnik, wie der Ladevorgang beim Tanken mit verschiedenen Automarken funktioniert.

Die Schulungsgruppe sammelt Praxiserfahrung an einer besonderen E-Tankstelle. Der "Tower of Power" wurde von Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmern des Berufsausbildungszentrums (BAZ) des BFI Wien selbst errichtet. Die Geräte der E-Tankstelle etwa aus dem Bereich der Ladetechnologien stammen von namhaften Unternehmen. Jetzt versorgt der "Tower of Power" nicht nur Elektroautos und -fahrräder mit Strom, sondern fungiert gleichzeitig als Ausbildungsstätte für moderne Berufsfelder. Das AMS Wien finanziert das Projekt.

Die Schulungsteilnehmer des BFI-Wien sammeln Praxiserfahrungen. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Smart Grids, Green Jobs

Die E-Tankstelle ist für die angehenden Elektrotechnikerinnen und -techniker höchst interessant. Sie werden hier in der Wartung, Programmierung und im Aufbau von Smart-Grid-Systemen ausgebildet. Smart Grids sind intelligente Stromnetze, die Stromerzeuger, -speicher, elektrische Verbraucher sowie Netzbetriebsmittel in Energieübertragungs- und -verteilungsnetzen der Elektrizitätsversorgung kommunikativ vernetzen und steuern. Auch Green Jobs, also Arbeitsplätze in der Umweltwirtschaft, und der neue Ausbildungszweig Kfz-Mechatronik sowie Mechanik gehören zu den Berufsbereichen, die den "Tower of Power" nutzen.

Sulymko Vladyslav und Hanif Haidar messen nach, ob Energie auf den Chargern ist. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Die zukünftigen Elektrotechniker Sulymko Vladyslav und Hanif Haidar messen gerade mit einem speziellen Gerät nach, ob Energie auf den Chargern ist. "Das ist vor der Inbetriebnahme notwendig oder wenn ein Fehler auftritt", sagt Sulymko Vladyslav. Damit alles reibungslos läuft, kontrollieren die beiden alle Ladegeräte. Schließlich steht der "Tower of Power" allen Elektroautobesitzerinnen und -besitzern sowie E-Bike-Fahrerinnen und -Fahrern 24 Stunden lang an sieben Tagen pro Woche zur Verfügung. Nur bei Schulungen ist die Tankstelle in Revision und deshalb für Kundinnen und Kunden geschlossen.

Metallerin Melina Gerstenbauer hat bei der Verschalung des Dachs geholfen. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Harte Arbeit

Vier Jahre hat es gedauert, bis die E-Tankstelle eröffnen konnte. Hunderte Arbeitsstunden sowie mehr als 4.000 Einzelteile - von Solarpaneelen und Kabel bis zu Stahlbauteilen -, zwei Photovoltaik-Anlagen und eine adaptierbare Kleinwind-Testanlage stecken in beziehungsweise auf dem zukunftsweisenden Bau. Die Kleinwind-Testanlage ist eine sogenannte Windtulpe auf dem Dach der Tankstelle. Dank dieser Turbine können auch Themen wie Windkraftwartung bei den Schulungen behandelt werden.

Metallerin Melina Gerstenbauer hat beim Aufbau mitgearbeitet. "Ich habe bei der Verschalung des Dachs geholfen. Wir waren ein Team aus zehn Leuten und haben die Bleche angebracht", sagt sie. Maurer-, Stahlbau-, Spengler-, Mechatronik-, Elektroinstallationstechnikarbeiten mussten von den Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern erledigt werden.

Johann Gettinger ist der Leiter des Projektes. © Bohmann/Andrew Rinkhy

"Der Praxisbezug ist uns wichtig", sagt BFI-Projektleiter Johann Gettinger. "Es ist einfach, in einer Laborsituation Schrauben an der vorgegebenen Stelle zu montieren, aber wenn man hier oben auf dem Dach steht und die passende Stelle suchen muss, ist es etwas anderes."

Markus Wieshofer und Markus Spielvogel müssen die die Photovoltaik-Einspeisung umschalten. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Das Herz der E-Tankstelle

Mittlerweile sind die Elektrotechnik-Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer in das Herz der E-Tankstelle vorgedrungen. Es befindet sich im Untergeschoß des BFI-Schulungsgebäudes. In einem Kellerraum sind die Hauptverteilungsstelle und die komplette Steuerung untergebracht. Markus Wieshofer und Markus Spielvogel bekommen die Aufgabe, die Photovoltaik-Einspeisung umzuschalten. "Passt auf, da ist Spannung drinnen", erinnert Trainer Lippitsch.

Mit einer Riesenzange gehen die beiden ans Werk, schließlich muss hier nicht ein aus dem Haushalt bekanntes 220-Volt-Stromkabel durchtrennt werden.

Lehrgangsleiter Gerald Lippitsch und Schulungsteilnehmer Markus Wieshofer
Lehrgangsleiter Gerald Lippitsch und Schulungsteilnehmer Markus Wieshofer besprechen die Vorgangsweise. © Bohmann/Anderw Rinkhy

Dazwischen müssen sie den Plan der Steuerung studieren. "Eine der wichtigsten Tätigkeiten überhaupt", stellt Lippitsch klar.

Autarke Energieversorgung

Der "Tower of Power" ist energetisch autark. Das heißt, er versorgt sich selbst mit erneuerbarer Energie. Sie kommt über die Photovoltaik-Anlagen und der Kleinwind-Testanlage. Die E-Tankstelle ist auch direkt an das Wiener Stromnetz angebunden.

"Wenn wir einen Energieüberschuss produzieren, kommt dieses Plus direkt in das Netz", erklärt Gettinger. Solange die Energiebilanz des "Tower of Power" positiv ist, läuft das auch umgekehrt. Das heißt, bei Bedarf bezieht die E-Tankstelle Energie aus dem Stromnetz. "Es wird in Summe nicht mehr an Fahrräder und Autos abgegeben, als vom 'Tower of Power' selbst produziert wird." Wien Energie betreibt die E-Tankstelle, die auch architektonisch ins Auge sticht. Designt hat sie die göbl architektur ZT GmbH.  

Die Induktionsladestation der E-Tankstelle. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Wie eine elektrische Zahnbürste

Zurück an der E-Tankstelle erklärt Kursteilnehmer Markus Wieshofer, wie die Induktionsladung funktioniert. "Dabei ist es nicht notwendig, das Auto anzustecken. Es muss nur auf eine Platte fahren und so lässt sich das Auto laden. Wie eine elektronische Zahnbürste, die man auf die Ladestation stellt." Ein Vergleich, der überzeugt.

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