Flanieren, entspannen und genießen auf Wiens Straßen. © Christian Fürthner / MA18

Wien ist für Menschen geplant

Wien wird immer attraktiver: Bis 2029 soll es rund zwei Millionen EinwohnerInnen haben. Alexandra Madreiter erzählt, wie sich die Magistratsabteilung 21 für kurze Wege, belebte Erdgeschoßzonen und einen bunten Nutzungsmix einsetzt.

Wohnen, arbeiten, einkaufen und entspannen im Grätzel. In der Stadt der Zukunft sollte jede und jeder ein gemischtes Angebot vorfinden. Unabhängig davon, ob sich der jeweilige Wohnort im Zentrum oder am Stadtrand befindet. Dabei ist der kurze Weg das Ziel. Von der Haustür zum Kindergarten, zur Schule oder zum Ausbildungsplatz gehen. Von der Arbeit bequem zu Geschäften und Kulturangeboten kommen. Und nach Feierabend gemütlich im Restaurant oder Park entspannen. Städte haben vieles zu bieten und eröffnen Chancen. Das macht sie immer attraktiver. Bis 2050 werden zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben. Bis 2029 soll die Wiener Bevölkerung die Zwei-Millionen-Marke erreichen. Die Magistratsabteilung 21 – Stadtteilplanung und Flächennutzung sorgt dafür, dass die Vorteile der Stadt weiter ausgebaut und auch bei starkem Wachstum erhalten bleiben.

Stadtteilplanung kann im freien Feld beginnen. So war es etwa bei der aspern Seestadt. Sie kann aber auch vor der Herausforderung stehen, einen Stadtteil im Herzen Wiens völlig neu zu gestalten, wie beim Stadtentwicklungsgebiet Nordbahnhof. Alexandra Madreiter, Dezernatsleiterin in der Magistratsabteilung 21 - Stadtteilplanung und Flächennutzung erklärt: "Projekte, die auf der grünen Wiese entstehen, müssen besonders genau geplant sein. Es gibt zwar mehr Platz für Innovationen, aber kaum Anknüpfungspunkte. Projekte wie das Stadtentwicklungsgebiet Nordbahnhof bieten hingegen die Möglichkeit, an Vorhandenes anzuknüpfen und auf Bedürfnisse der Bevölkerung einzugehen. Beides hat seinen Reiz." 

Alexandra Madreiter, Dezernatsleiterin in der Magistratsabteilung 21 - Stadtteilplanung und Flächennutzung, bei einer Veranstaltung zur Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern. © Christian Fürthner/MA21

Smart City Wien

Wie plant man also eine Stadt? Gewisse Zielsetzungen sind in der "Smart City Rahmenstrategie 2050 - Smart City Wien" vorgegeben. Dazu gehören die Reduktion der Kohlenstoffdioxid-Emissionen, die Senkung des Energieverbrauchs der Gebäude und der Erhalt des Grünanteils, der rund die Hälfte der Stadtfläche ausmacht. Das sind Zielsetzungen, die Wien auch in Zukunft lebenswert und liebenswert machen. Doch für deren Umsetzung gibt es keine vorgefertigten Lösungen. Am Anfang aller Überlegungen stehen die Fragen: Wie können diese Vorgaben an einem konkreten Ort und unter konkreten Bedingungen umgesetzt werden? Und wie stellt man einen möglichst guten Nutzungsmix sicher? "Letztlich kann man keine Stadt planen. Man kann nur Rahmenbedingungen schaffen, die es den Menschen ermöglichen, die Stadt für sich zu erobern und so zu beleben", erklärt Madreiter.

Eine Sitzgelegenheit im Grünen ist sehr verlockend. © Christian Fürthner/MA18

Platz für Menschen

Menschen brauchen Platz, um sich wohlzufühlen. Das wird bei der Stadtteilplanung berücksichtigt. Und es werden Plätze in das dichte Netz von Straßen und Kreuzungen eingeplant. "Ein alltagstauglicher Platz bietet Sonne, Schatten, Sitzgelegenheiten, Bäume Spielangebote und vieles mehr. Es ist eine Aufweitung im Straßenraster, wo Menschen einander treffen, rasten und durchatmen können", so Madreiter. Plätze sind Treffpunkte für alle Menschen in der Stadt. Hier können sie unabhängig von Alter oder sozialem Status verweilen. So ein Platz bietet sich auch hervorragend als lokales Zentrum für unterschiedlichste Angebote an. Geschäfte, Cafés zum Entspannen, aber auch soziale Infrastruktur wie Kindergärten und Ausbildungsstätten sowie Informationsangebote sind die optimale Ergänzung eines jeden Platzes. Madreiter: "So einen Platz braucht jeder größere Stadtteil und jedes Grätzel, damit sich die Menschen mit ihm identifizieren können." Wichtig ist, dass dieser vielseitig genutzte Treffpunkt gut erreichbar ist.

Wien-Mitte ist ein Verkehrsknotenpunkt, an dem Mobilitätsangebote wie S-Bahn, U-Bahn, Bus auf das Konzept der Begegnungszone trifft. © Christian Fürthner

Alle Wege nutzen

Ob zu Fuß, per Rad, mit den Öffis oder auch dem Auto, ein lokales Zentrum muss gut erreichbar sein. Dabei muss das Angebot den vielen unterschiedlichen Bedürfnissen der Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner gerecht werden. "Es gibt Wege, die können gut zu Fuß oder mit dem Rad erledigt werden. Für andere braucht man einfach die Öffis oder ein Auto", so Madreiter. Damit die Infrastruktur aber mit den Zielen der Reduktion der Kohlenstoffdioxid-Emissionen und der Senkung des motorisierten Individualverkehrs zusammenpasst, werden neue Lösungen gesucht. Etwa sogenannte Mobility Points, die neben der Anbindung an Öffis auch lokale Car- und Bikesharing-Modelle umfassen. "Gut gestaltete und leicht erreichbare Standorte werden von den Menschen gerne mit Leben erfüllt." Das Konzept der Begegnungszone gibt den Menschen, vor allem den Fußgängerinnen und Fußgängern die Möglichkeit, die Straße zurückzuerobern. Das sorgt für mehr Sicherheit, saubere Luft und weniger Verkehrslärm, was noch mehr Menschen zur Nutzung des öffentlichen Raums animiert.

Die Mariahilfer Straße ist Einkaufsparadies und Flaniermeile zugleich. © Christian Fürthner / MA28

Die Erdgeschoßzone

Die Erdgeschoßzone ist die Visitenkarte eines Stadtteils. "Beim Spaziergang durch ein Viertel wird die Erdgeschoßzone zuerst wahrgenommen", so Madreiter. Das gilt vor allem für die Stadtteilzentren. "Eine bunte und belebte Erdgeschoßzone zeigt an, dass man im Herzen eines Grätzels angekommen ist. Viele Menschen kommen hierher, um ihre täglichen Angelegenheiten zu erledigen oder um ihre Freizeit zu genießen." Eine attraktive Erdgeschoßzone zieht Unternehmerinnen und Unternehmer an, die hier gerne ihr Geschäft, Café oder Restaurant eröffnen. Das wiederum zieht Laufkundschaft an. Madreiter ist überzeugt: "Menschen gehen gerne durch eine schöne Gegend mit vielen Angeboten spazieren. Unattraktive Gegenden will man hingegen rasch hinter sich lassen."

Wenn die Parameter passen, kann eine Immobilie sowohl für das Wohnen als auch als Arbeitsstätte genutzt werden. © Christian Fürthner / MA18

Flexible Nutzung

Zu den Aufgaben der Magistratsabteilung 21 - Stadtteilplanung und Flächennutzung gehört, die Voraussetzungen für eine möglichst anziehende Erdgeschoßzone zu schaffen. Ob sich ein Geschäft, Lokal oder Büro im Erdgeschoß einer Immobilie überhaupt ansiedeln kann, hängt von einigen Parametern ab. "Wir können die Mindestraumhöhen einer Erdgeschoßzone vorgeben. Bei entsprechender Wahl der Tragstruktur kann das Gebäude in den kommenden Jahrzehnten gut auf verschiedene Nutzungsanforderungen reagieren", so Madreiter. Zum Wohnen sind Räume mit einer Raumhöhe von zweieinhalb Metern geeignet. Für Arbeitsräume hingegen benötigt man größere Raumhöhen. "Optimal ist natürlich, wenn ein Raum flexibel nutzbar ist, also sowohl zum Wohnen als auch als Arbeitsstätte geeignet ist", so Madreiter. Ebenso wichtig ist auch die Trakttiefe eines Gebäudes. Der Begriff bezeichnet den waagrechten Abstand von der Straßenfassade bis zur Hoffassade. Also die Breite des Gebäudes. Ein schmales Haus ist optimal zum Wohnen. Eine Trakttiefe von etwa zwölf Metern ermöglicht eine gute Belichtung und die Orientierung einer Wohnung nach beiden Seiten. Ein Büro hingegen braucht mehr Platz für Besprechungszonen und Infrastruktur, die auch in weniger gut belichteten Bereichen situiert sein können. Am wichtigsten für eine vielseitige Nutzung ist aber das statische System einer Immobilie. Es sollte verschiedene Grundrisskonfigurationen und das einfache Verschieben von Zwischenwänden ermöglichen.

Wienerinnen und Wiener diskutieren über die Neugestaltung des Nordbahnviertels. © Christian Fürthner / MA21

Infos und Mitbestimmung

Stadtteilplanung passiert im Dialog mit der Bevölkerung und unterschiedlichen Stellen. "Es ist nicht sinnvoll, dass eine einzige Person oder Stelle der Stadt ihren Stempel für die nächsten 50 Jahre aufdrückt", so Madreiter. Deswegen ist die Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung für die Magistratsabteilung 21 - Stadtteilplanung und Flächennutzung ein großes Thema. Wienerinnen und Wiener werden nicht nur über den Planungsprozess informiert. Die MA 21 - Stadtteilplanung und Flächennutzung führt etwa Befragungen durch, um die Bedürfnisse der Wienerinnen und Wiener abzufragen oder um Feedback zu geplanten Projekten einzuholen. Bei einer frühzeitigen Einbindung der Bürgerinnen und Bürger ist deren lokale Expertise für die weitere Projektentwicklung sehr hilfreich. Das erleichtert es den Menschen sehr, sich die nicht nur für sie, sondern auch mit ihnen geplanten Stadtgebiete rasch anzueignen.

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