"Das Geheimnis des Erfolgs liegt im Aufbau der speziellen Magnete", sagt Purns über seine Bauklötze. © Bohmann/ReneWallentin
Der studierte Maschinenbauer entwickelt auf seinem Computer. © Bohmann/ReneWallentin
Auch auf die richtige Verpackung seiner Steine hat Purns geachtet. © Bohmann/ReneWallentin
Bauanleitungen sind den Verpackungen beigelegt oder im Internet zum Herunterladen. © Bohmann/ReneWallentin

Ein Spielzeug aus dem Gemeindebau erobert die Welt

Sven Purns ist studierter Maschinenbauer. Er weiß um das Geheimnis, das in den Magnetklötzchen der geschützten Marke "AINSTEIN" steckt. Immerhin hat er sie entwickelt. Möglich wurde das auch durch die Unterstützung der Wirtschaftsagentur Wien.

Marie, Sven Purns' Tochter, ist AINSTEIN-Fan der ersten Stunde. © Brillid GmbH

Ein Blick zurück

Marie feiert ihren ersten Geburtstag. Mit Kuchen und Saft, mit Freundinnen und Freunden, mit lautem Happy Birthday und fröhlichem Lachen. Wie jedes Kind, sitzt auch sie schließlich vor einem kleinen Berg aus bunten Packerln, die ihre Augen zum Strahlen bringen. Dass sich unter den Geschenken auch ein ganz persönliches Spielzeug befindet, ist ihr heute noch nicht bewusst. Es ist etwas, das ihr Papa eigens für sie, und künftig natürlich auch für viele andere Kinder, entwickelt hat. Maries Vater, Sven Purns, ist studierter Maschinenbauer, der zusätzlich auch mit einer feinen Portion Kreativität ausgestattet ist. Er hat für seine Tochter die "AINSTEINs", spezielle Magnetbausteine, entworfen. Oder genauer: Er hat erste Prototypen in Form von bunten Würfeln und Prismen aus Kunststoff im 3-D-Drucker ausgedruckt und ihr Inneres mit mehreren Magneten ausgestattet. Das Besondere daran? Es gibt bei den Magnetbausteinen keinen Nord- oder Südpol. Man muss also nicht auf die Ausrichtung wie bei herkömmlichem Magnetspielzeug Rücksicht nehmen. Es kann daher auch nicht passieren, dass sich die Seiten zweier Klötze abstoßen. "Das Geheimnis liegt im Aufbau der speziellen Magnete. Der Rest ist unser Betriebsgeheimnis und Bestandteil der internationalen Patentanmeldung", sagt Purns.

Seinen Sitz hat Purns' Unternehmen in einem kleinen Döblinger Souterrain-Lokal auf 85 Quadratmetern. © Bohmann/ReneWallentin

Geschäftslokal im Gemeindebau

Seitdem sind zwei Jahre vergangen. Marie ist drei Jahre alt und hat ein Schwesterchen, Greta, bekommen. Auch AINSTEIN hat sich vermehrt. Aus der großen Spielzeugidee ist ein kleines Unternehmen geworden, das stetig wächst. Seinen Sitz hat es in einem kleinen Döblinger Souterrain-Lokal auf 85 Quadratmetern. Wer es betritt, schreitet gleichermaßen durch die Kreativwerkstatt von Sven Purns. Hell und sauber ist es, obwohl es sich im Untergeschoß befindet. Möbel und Wände strahlen in Weiß, was das Augenmerk besonders auf die vielen Schachteln mit sortierten Würfel- und Prisma-Hälften in vielen leuchtenden Farben lenkt. Außerdem entdeckt man mehrere futuristisch anmutende Maschinen, die Purns selbst gebaut hat. "Eine Firma damit zu beauftragen, hätte mein Budget gesprengt. Also dachte ich mir, ich gehe selbst ans Werk. Erfahrung hatte ich ja glücklicherweise in meinem letzten Job schon reichlich sammeln können", erzählt Purns.

Seine Maschinen hat Sven Purns selbst gebaut. © Bohmann/ReneWallentin

Mensch und Maschine

Mehrere Maschinen sind entstanden. Ein Apparat ist für das Zusammensetzen der Steinhälften zuständig, eine anderer für das Einsetzen der Magnete und noch einer für das Verschweißen der Gehäusehälften mittels Ultraschall. Den Menschen braucht es aber auch noch. Purns: "Zum Bedienen der Maschinen und Verpacken der fertigen Klötzchen. Momentan setzte ich noch rein auf Zeitarbeit. Wenn es aber so gut weiterläuft, ist geplant, bis zu vier fixe Kräfte einzustellen. Dann könnten wir 5.000 Steine pro Tag produzieren." In den ersten zehn Monaten seit Bestehen sind 50.000 Bausteine verkauft worden. Diesen Wert möchte Purns noch mit Ende des Jahres und dem Weihnachtsgeschäft verdoppeln. "Zwei Drittel des Umsatzes werden in Österreich gemacht. Wenn wir es schaffen, in Deutschland durchzustarten, wird es da sicher eine Verschiebung geben", sagt Purns.

Blaue Bausteinhälften, die auf ihr Zusammensetzen warten. © Bohmann/ReneWallentin

Probieren geht über Studieren

Bevor sich Purns für ein magnetisches Innenleben und eine Kunststoffhülle entschieden hat, hatte er jede Menge anderes ausprobiert. Holz als Werkstoff beispielsweise. Doch die Würfel schienen ihm zu schwer. Zudem hätten die Gehäusehälften verleimt werden müssen, was sich bei Feuchtigkeit durch das Quellverhalten des Holzes negativ auf die Qualität ausgewirkt hätte. Purns: "Eine weitere Idee, Bausteine beliebig miteinander verbinden zu können, sind Klettverschlüsse gewesen. Aber das sah nicht schön aus. Nach vielem Hin und Her war klar: Kunststoff und Magnete."

Momentan gibt es die Bausteine in rot, gelb, blau, grün, schwarz und weiß. © Brillid GmbH

A wie AINSTEIN

Was generell auffällt, ist, dass Purns kein Rosa oder Lila, also Farben, die man Mädchen gerne zuschreibt, in seinem Sortiment führt. Das ist jedoch nicht, weil er nicht auch gerne Mädchen ansprechen würde. "Ich habe die Steine auch für meine eigenen Kinder entwickelt. Und die sind ja auch zwei junge Damen", erzählt Purns. "Der Grund war, dass ich mich anfangs einfach für die Grundfarben entschieden hatte. Später kamen dann Weiß und Schwarz dazu. Aber da wird sich sicher die eine oder andere nette noch finden. Im RAL-Farbsystem sind 1.625 verschiedene. Jedoch muss jede neue Farbe und Form auch neu geprüft werden. Gerade weil auch Kleinere daran Nuckeln dürfen keinesfalls Schadstoffe enthalten sein, was auch regelmäßig durch den TÜV Austria geprüft wird. Wir empfehlen die Steine ja ohne Alterseinschränkungen." Auch bei den angebotenen Formen sieht der studierte Maschinenbauer noch kein Ende an Möglichkeiten. Ganz neu im AINSTEIN-Sortiment sind flache Bausteine in zwei Längen.
Der Markenname "AINSTEIN" hat übrigens nichts mit dem berühmten Physiker zu tun. Vielmehr entstand die Bezeichnung einfach in Anlehnung an die erste Form, die entwickelt wurde. Das war das gleichschenkelige Prisma, das aussieht wie ein "A".

Die Baustein-Sets lassen sich im Spielzeuggeschäft auf Magnetwänden präsentieren. © Bohmann/ReneWallentin

Keine Mogelpackung

Auch außen herum wollte Purns keine Mogelpackung anbieten. Nah am Produkt selbst, aber dennoch jung, frisch und ansprechend, sollte die Hülle für seine Kreation sein. So entstanden Verpackungen in Form gleichschenkeliger Prismen, die die jeweiligen Bausteinsets beherbergen. "Die kann man auch gut im Shop zeigen. Sie sind ja magnetisch durch den Inhalt und lassen sich auf Magnetwänden präsentieren. Damit verstehen Interessierte gleich, was sie da kaufen", so Purns.

Tochter Greta wird zu ihrem ersten Geburtstag ebenfalls ein besonderes Präsent von ihrem Papa bekommen. © Brillid GmbH

Standort Wien

Warum Purns in Wien produziert, hat mehrere Gründe. Dass er der Wirtschaft damit was Gutes tut, ist nur ein Teilaspekt. Vorranging war, dass der studierte Maschinenbauer nahe der Produktionsstätte wohnen wollte. So kann er in fünf Gehminuten seine Tochter vom Kindergarten abholen, in der Mittagspause mit dem Hund Gassi gehen und schnell zu Hause sein, wenn es nötig wäre. "Lange Anfahrtszeiten fallen komplett weg", sagt Purns. "Und das ist Gold wert." Finanziert hat Purns seinen Traum mit Rücklagen und einem kleinen Kredit. Zudem gab es auch seitens der Wirtschaftsagentur Wien eine Förderung. "Einerseits ging es da um einen Gründerbonus von 5.000 Euro, andererseits bekam ich bestimmte Investitionen und die Entwicklungskosten der Maschinen in der Höhe von 35 Prozent meiner Kosten gefördert", erzählt der Spielzeugentwickler. "Die Gesamtsumme der Förderung belief sich auf rund 23.000 Euro," so Judith Sandberger von der Wirtschaftsagentur Wien. Eine Unterstützung, die sich gelohnt hat. Denn der Jungunternehmer hat schon Pläne für morgen. Purns: "Meiner kleinen Tochter Greta möchte ich zum ersten Geburtstag ebenfalls eine besondere Überraschung machen. Was genau, ist noch in Planung, aber vermutlich wird sie mit neuen, vielleicht runden AINSTEINs zu tun haben."

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