Solaranlagen, wie diese Am Schöpfwerk, versorgen Wien mit umweltfreundlicher Energie. © PID/Christian Jobst

Mit der Kraft der Sonne

Die Stadtvermessung Wien informiert über das Solarpotenzial Wiens und verbessert den Informationsgehalt laufend. Das Projekt zeigt, wie gut Dachflächen für Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen geeignet sind. Die Ergebnisse sind öffentlich zugänglich.

Nachhaltige Energien für die Stadt der Zukunft. Wien setzt seit Jahren verstärkt auf das Energiepotenzial der Sonne. Wie gut die Voraussetzungen dafür sind, zeigt der Solarpotenzialkataster. Im Fokus stehen vor allem die Dächer der Stadt und die Frage, wie erfolgreich Anlagen zur Gewinnung von Wärme oder Strom auf diesen sein können.

Gestartet wurde das Projekt im Jahr 2010 von der Stadtvermessung (MA 41), der Umweltschutzabteilung (MA 22) sowie der Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle (MA 39). Die zum Teil aus Mitteln des Ökostromfonds für Wien geförderte Analyse steht seit März 2017 in einer aktualisierten Version zur Verfügung. Als fachlicher Ansprechpartner stand hierbei die Abteilung für Energieplanung (MA 20) unterstützend zur Seite. In der neuen Version können sogar die monatlichen Ertragswerte für Photovoltaik und Solarthermie abgefragt werden.

Voraussetzungen für Photovoltaik

"Damit ein Dach für die Nutzung der Sonnenenergie in Frage kommt, müssen einige Standortfaktoren positiv bewertet werden. Die Ausrichtung und die Neigung der Dachfläche sowie die Verschattung durch Vegetation, Gebäude oder die Geländebeschaffenheit sind die wesentlichen Faktoren, die über die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage entscheiden", sagt Stefan Dürauer, Fachbereichsleiter bei der Stadtvermessung. Idealerweise ist eine Dachfläche mit circa 30 Grad Neigungswinkel gegen Süden ausgerichtet und wird nicht durch Bäume oder Gebäudeteile beschattet. Aber auch Abweichungen in der Neigung und eine Ausrichtung gegen Westen oder Osten sind möglich - hier wird jedoch der Ertrag gemindert. "Auch bei Flachdächern ist durch die Aufständerung der Solarmodule eine sinnvolle Nutzung der Sonnenenergie möglich", so Dürauer.

Sind die genannten Voraussetzungen erfüllt, kann man theoretisch sowohl Solarthermie, also Wärme, als auch Photovoltaik, sprich Strom, gewinnen. Höhere Werte an nutzbarer Sonnenenergie können bewirken, dass der Klimawandel bekämpft wird, die Stadt lebenswert bleibt. Der Solarpotenzialkataster kann also einen gewichtigen Beitrag zu einer smarten Stadt leisten.

Luftaufnahmen von Wien bilden Grundlage

Doch wie werden die Daten eigentlich berechnet? "Die Luftbilder von Wien aus dem Jahr 2013 wurden verwendet, um ein digitales Oberflächenmodell in einer Rasterauflösung von 50 Zentimetern zu berechnen. Anhand der eintreffenden direkten und diffusen Sonnenstrahlung, welche über das Jahr berechnet und mit meteorologischen Messwerten geeicht wurde, und der Berücksichtigung der Standortfaktoren der Dachflächen ist eine Berechnung des theoretischen Solarpotenzials möglich", sagt Dürauer.

Das Ergebnis der Berechnung zeigt in einem Raster, welche Dachflächen für eine Anlage gut oder sehr gut geeignet sind. Gut ist ein Wert von 900 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, sehr gut wären 1.200 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.

Der Solarpotenzialkataster zeigt, dass knapp zwei Drittel aller Wiener Dachflächen theoretisch für solarenergetische Nutzung geeignet sind. Das entspricht einer Fläche von rund 34 Quadratkilometern, wovon 29 gut geeignet sind und fünf sehr gut. In der Photovoltaik ergibt sich ein theoretisches Potenzial von 4.000 Gigawattstunden im Sommerhalbjahr und in der Solarthermie sind theoretisch 20.800 Gigawattstunden im Sommerhalbjahr zu erreichen. Das Sommerhalbjahr bezeichnet die Monate von April bis September. Im Winterhalbjahr betragen die Werte rund ein Drittel des Sommerpotenzials. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher österreichischer Haushalt verbraucht rund 4.000 Kilowattstunden im Jahr.

Großes nachhaltiges Potenzial

"Würde das theoretische Photovoltaikpotenzial der Wiener Dächer vollständig ausgeschöpft werden, könnte der elektrische Energiebedarf pro Kopf zu 50 Prozent gedeckt werden. Natürlich ist eine hundertprozentige Quote nicht realistisch, aber es gibt noch viel Luft nach oben mit vielen Tausenden Quadratmetern Dachfläche, welche auf eine solare Nutzung warten", führt Dürauer aus.

Der Solarpotenzialkataster steht den Wienerinnen und Wienern in der Internet-Applikation "Wien Umweltgut" zur freien Verfügung, die neben vielen anderen interessanten Karten auch den Solarpotenzialkataster zeigt. Auf einen Blick sieht man dort, wie gut die Dachflächen geeignet sind. Gut geeignete Flächen sind orange zu sehen, sehr gute rot, nicht geeignete bleiben grau. Zusätzlich können in der App "Wien Umweltgut" auch die geförderten Photovoltaik- und Solarthermieanlagen visualisiert werden.

Das vorrangige Ziel des Solarpotenzialkatasters ist, das Bewusstsein für die Möglichkeiten der solaren Nutzung zu stärken. Die Bevölkerung kann sofort erkennen, wo es zielführend oder nicht sinnvoll ist, eine Solaranlage zu planen. Den für die Errichtung der Anlage zuständigen Fachleuten hilft der Solarpotenzialkataster bei einer Vorauswahl des Aufstellungsortes und eventuell auch bei den Festlegungen zur Ausführung der Anlage.

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