Das Global Peter Drucker Forum ist eine der wichtigsten Managementveranstaltungen der Welt. Seit acht Jahren findet der Event in Wien, der Geburtsstadt Peter Druckers, statt. © Peter Drucker Society

Innovation als Herzstück der Wirtschaft

Am 17. und 18. November findet das Peter Drucker Forum zum achten Mal in Wien statt. Der Event ehrt einen der wichtigsten Managementdenker des 20. Jahrhunderts. inwien.at sprach mit dem Innovationsexperten Magnus Penker.

Von Wien aus in die Geschichtsbücher. Der gebürtige Grinzinger Peter Drucker revolutionierte, wie die Welt Management wahrnimmt. Bis heute sind seine Bücher Standardwerke für viele Wirtschaftswissenschafterinnen und -wissenschafter. Für viele ist er der Begründer des modernen Managements und Pionier etlicher Konzepte wie der Dezentralisation und der Bedeutung von Non-Profit-Organisationen. Sein Glaube, dass Marketing und Innovation wichtiger sind als simple Profitstreberei, war seiner Zeit voraus. Auch, dass die Managerin oder der Manager eine wichtige Rolle als Teil der Gesellschaft zu spielen hat, war eine Vision Druckers. Nach seiner Flucht vor dem NS-Regime in die USA veröffentlichte er dort seine wichtigsten Werke.

Livestream zum Forum

Das Global Peter Drucker Forum hält die Philosophie des Pioniers aufrecht und findet heuer in der Aula der Wissenschaften statt. Wer am Forum interessiert ist, kann diesem via Livestream beiwohnen. Expertinnen und Experten sprechen dort darüber, wie sich die Managementwelt wandelt und entwickelt.

Dieser Wandel ist das Geschäft von Magnus Penker. Businesstransformationen und Innovationen sind sein Spezialgebiet. Der schwedische Gründer der Innovation 360 Group ist ein international gefragter Sprecher und wird beim Peter Drucker Forum ein mit Spannung erwarteter Impulsgeber sein. inwien.at gab er vorab schon ein Interview, in dem er über Start-ups, die Rolle der Managerin beziehungsweise des Managers in der Gesellschaft und schwedische Eigenheiten spricht.

inwien.at: Sie werden dieses Jahr einer der Redner beim Drucker Forum sein. Wie würden Sie die Bedeutung des Forums einordnen?

Magnus Penker: Das ist ein sehr wichtiges Forum, da es internationale Vordenkerinnen und Vordenker sowie viele interessante Menschen, die daran arbeiten, sowohl eine Plattform für das zukünftige Unternehmertum in der Welt zu bauen als auch Verbesserungen zu finden, zusammenbringt. Das ist essenziell, denn auf dieser Plattform wird das nächste BIP gestaltet. Und so können wir auch die großen Herausforderungen der Welt angehen. Es dreht sich darum, das Unternehmertum zu nutzen um konstruktiv zu arbeiten und darum Innovation zum Herzstück dieser Arbeit zu machen.

Worüber werden Sie sprechen? Welche Managementthemen beschäftigen Sie momentan?

Viele Unternehmen wachsen und stecken dann fest. Ich bin auf diese "Grow-ups" spezialisiert und versuche sie zurück auf die unternehmerische Bühne zu führen. Ziel ist die Innovation auf dem ersten, zweiten und dritten Horizont, wie ich es nenne. Der erste Horizont ist das Hier und Jetzt. Es geht darum zu arbeiten und besser zu werden. Darin sind viele sehr gut. Der zweite Horizont ist jener der zukünftigen Möglichkeiten. Zum Beispiel ein Jahr in der Zukunft. Es geht darum zu planen, zu experimentieren, nach etwas zu streben, diese Punkte anzusprechen und die dafür nötigen Voraussetzungen zu schaffen. Das muss mit der allgemeinen Strategie und kulturellen Fragen der Führungsweise direkt verbunden sein. Der dritte Horizont hat auch die Zukunft, genauer gesagt das Ungewisse, zum Thema. Das gilt es zu erforschen. Und man muss in allen drei Horizonten gleichzeitig arbeiten. Heute, morgen und der Tag danach müssen immer ein Thema sein. Das macht es möglich, unternehmerisch zu agieren und die "Grow-ups" zu weiterer Entwicklung zu führen.

Orten Sie unternehmensphilosophische Unterschiede zwischen Ihrer schwedischen Heimat und Mitteleuropa?

Ja, es gibt Unterschiede. Die treibenden Kräfte in Schweden sind das Ingenieurswesen und das Design. Ich denke, Mitteleuropäerinnen und -europäer sind gegenüber strategischen Fragen, aber auch gegenüber einer gewissen Unsicherheit offener. Wir in Schweden sind es auch gewohnt, mit wenigen Ressourcen und auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern effizient zu arbeiten. Wir haben hohe Sicherheit in unserem Beschäftigungssystem und daher kann man bei der Gründung eines Unternehmens auch mehr Risiko eingehen. Es ist immer möglich zu scheitern und vom Sozialsystem unterstützt zu werden. Andererseits sind wir in Schweden nicht sehr strategisch veranlagt und Mitteleuropa hat in dem Punkt, vor allem bei Multi-Strategien, wesentlich mehr Erfahrung.

Start-ups werden in Wien stark unterstützt. Wie wichtig ist das?

Leider sehen wir überall auf der Welt, wie schwer sich große Firmen tun. Der zu erwartende Anstieg des BIP kommt von den "Grow-ups" und deren Innovation und Wachstum. Mittel- und langfristig sind aber Start-ups extrem wichtig. Sie inspirieren etablierte Unternehmen und man kann voneinander lernen. Das ist die Schlüsselbotschaft, die ich beim Drucker Forum übermitteln möchte. Große Unternehmen sind sehr stark in Sachen Strategie und Organisation, Start-ups geben ihren Führungskräften mehr Freiraum.

Unternehmensgründungen sind ein Risiko. Wie sieht die Beziehung zwischen Gründerinnen und Gründern sowie Finanzierin und Finanzier aus?

Ich denke, man sollte sich bewusst machen, dass man im selben Boot sitzt. Diesen Rat gebe ich jeder und jedem. Wenn man als ebenbürtige Partnerinnen und Partner arbeitet, ist man im Vorteil. Natürlich ist das eigentlich unmöglich, da die Finanzierin oder der Finanzier in Sachen Kapital viel stärker ist, während die Gründerin oder der Gründer unternehmerisch stärker ist. Sie brauchen also eine Beziehung, die auf gemeinsamen Agenden und Vertrauen aufbaut. Das ist immer das Beste.

Wie begutachten Topmanagerinnen und Topmanager den aktuellen Start-up-Hype?

Ich denke, die etablierten Managerinnen und Manager sind neugierig, aber das beruht auf Gegenseitigkeit. Start-ups zeigen, wie man auf neuen Wegen aufbaut, nicht mit Pyramiden und riesigen Organisationen, sondern schlank und effizient. Große Unternehmen können lernen: Wie kann man schnell arbeiten, wie lernt man schnell aus kleinen Experimenten, wie agiert man mit knappen Budgets und wie lässt man eine Führung mit unterschiedlichen Stilen zu.

Das Drucker Forum lässt immer die Frage nach der Rolle der Managerin beziehungsweise des Managers in der Gesellschaft aufkommen. Haben die Managerinnen und Manager immer noch einen schlechten Ruf? Was können sie dagegen tun?

Ja, ich denke schon. Das Establishment steht unter Druck und das soll auch so sein. Über die Jahre hat das Establishment verwerfliche Dinge getan, wie etwa die Umwelt zu verschmutzen oder ethisch fragwürdige Deals zu schließen. Ich denke, jede und jeder muss verstehen, dass wir in einer globalisierten Welt leben. Es ist besser, einen richtig großen Kuchen zu backen als ein paar Stücke unter wenigen aufzuteilen. Wir müssen verstehen, dass wir eine bessere Welt schaffen müssen, in der wir dann auch mehr Geschäft machen können. Die Erde zu zerstören, ist eine schlechte Idee. Diese Ideologie muss jede und jeder haben, von der Entrepreneurin und dem Entrepreneur bis zu etablierten Managerinnen und Managern sowie Unternehmen.

Es gibt laufend neue digitale Trends. Wie sehr wird sich die Managementwelt in den nächsten zehn Jahren verändern?

Aufgrund diverser Faktoren werden wir einen sehr großen Wandel erleben. Erstens sind die Kosten für Fremdkapital auf einem historischen Tief, daher ist es attraktiv, in Technologieprojekte zu investieren. Zweitens bauen wir auf bestehende Komponenten auf und um Schumpeter zu zitieren: "Innovation ist die kreative Zerstörung, in der Unternehmerinnen und Unternehmer bestehende Elemente in neuen Wegen kombinieren." Das ist genau das, was passiert. Wir kombinieren Dinge. Und es geht dank der niedrigen Zinsen sehr schnell. Zusätzlich leben wir im Zeitalter der Globalisierung. Und es ist einfach zu handeln, Vorräte zu finden. Und die Nachfrage ist hoch. Eine weitere treibende Kraft ist die weltweite Entwicklung von Wissen. Massive Onlinekurse von hochgeschätzten Universitäten spielen da etwa eine große Rolle.

Wir haben einen gut ausgebildeten Arbeitsmarkt, das Internet schafft Transparenz, niedrige Zinsen. Und all das schafft einen Zustand, den ich "Hyperchange" nennen würde. Wir müssen bereit sein. Und der einzige Weg ist, die Voraussetzungen für Innovation zu schaffen. Und damit muss das Unternehmertum sich selbst herausfordern und neu erfinden.

Vorteilspartner CLUB WIEN

Donau Touristik

Seniorenaktion: CLUB WIEN-Mitglieder ab 60 Jahren erhalten 20 Prozent Ermäßigung bei der Tagesfahrt in die Wachau mit der MS Kaiserin Elisabeth!

Erfahren Sie mehr 31044

Dritte Mann Museum

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten 20 Prozent Ermäßigung im Dritte Mann Museum!

Erfahren Sie mehr 31114

Stadtsaal

CLUB WIEN-Mitglieder können Karten bis zum Spieltag reservieren und erhalten am Spieltag den Vorverkaufspreis (10 Prozent Rabatt).

Erfahren Sie mehr 31169

Lateinamerika - Institut

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten 5 Euro Ermäßigung bei der Buchung eines Kurses im Lateinamerika-Institut!

Alle Vorteilspartner