Angelika Winkler von der MA 18, Referat Mobilitätsstrategien, sieht die Zukunft der Mobilität im Individualverkehr in Sharing-Projekten. © MA 18_Grünwald/Bohmann

Neue Herausforderungen: Mobilität 4.0

Die Zukunft der Mobilität beginnt jetzt! Veränderungen gehen immer schneller vonstatten. Wien entwickelt sich zügig in die verschiedensten Richtungen. Auch in puncto Mobilität. Was ist noch Zukunftsmusik und was bald Realität?

Wie können wir den Herausforderungen, die Entwicklungen mit sich bringen, begegnen? Welche Schritte müssen bedacht werden und wie lassen sich Veränderungen, die alle betreffen, konkret steuern? Das sind die wichtigsten Fragen beim Thema Mobilität. Wir haben dazu mit Angelika Winkler von der MA 18, Referat Mobilitätsstrategien der Stadt Wien gesprochen, um herauszufinden, ob wir für die mobile Zukunft gut gerüstet sind. 

inwien.at: Was kann man sich unter Mobilität 4.0 vorstellen?

Angelika Winkler: Die Mobilität der Zukunft liegt in der immer stärkeren Vernetzung von Menschen, Fahrzeugen und Services. Durch die Digitalisierung wird eine individuellere Ausrichtung des Angebots an den unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnissen möglich. Ich denke da an Mobilitätsplattformen, wie zum Beispiel "Smile", "qando" oder "A nach B", aber auch an Mobilitätsmanagement in neuen Stadtteilen, etwa durch die Einrichtung von sogenannten "Mobility Points".

Was bedeuten Entwicklungen wie das autonome Fahren für Wien?

Bereits heute schreitet die Autonomisierung in großen Schritten voran, in 15 bis 20 Jahren werden selbstfahrende Autos der Regelfall auf unseren Straßen sein. Angesichts dieser Entwicklungen ist es die Aufgabe der Stadtentwicklung, sich bereits heute mit den Auswirkungen der neuen Technologien zu beschäftigen. Wichtigstes Ziel der Stadt­planung ist, die hohe Lebensqualität in Wien auch zukünftig zu sichern. Davon ausgehend soll der bislang industrie- und technologiegetriebene Diskurs zu selbstfahrenden Fahrzeugen um eine öffentliche, dem Allgemein­wohl verpflichtete Perspektive ergänzt werden. Ziel ist, dass durch das autonome Fahren nicht mehr Autos unterwegs sind, sondern der Individualverkehr deutlich reduziert werden kann.

Immerhin besteht die Chance, bis zu 80 Prozent der innerstädtischen Parkplätze auf den Straßen Wiens anders zu nutzen, weil sie in Zukunft nicht mehr als Pkw-Abstellflächen benötigt werden. So erhalten wir mehr Platz für andere Nutzungen, beispielsweise im Bereich Freizeit und Erholung.

Öffentlichen Verkehr wird man in einer großen Stadt immer benötigen, in Zukunft wird es jedoch möglich sein, ihn unter anderem auch durch die Entwicklungen auf dem Sektor des autonomen Fahrens stärker auf individuelle Bedürfnisse abzustimmen. Das heißt, der öffentliche Verkehr wird "individueller", dafür wird der Individualverkehr "öffentlicher".

Wie geht die Stadt Wien mit dem Thema E-Mobilität um?

Hier gilt das Gleiche wie für das autonome Fahren. Neue Technologien, wenngleich umweltfreundlich, müssen auch "stadtverträglich" sein. Das Ersetzen von herkömmlich betriebenen Pkw durch E-Fahrzeuge alleine würde zu kurz greifen und zum Beispiel Probleme im Bereich Parken nicht lösen. Auch elektrisch betriebene Fahrzeuge brauchen Platz und verursachen Staus. Im Rahmen der E-Mobilitätsstrategie geht die Stadt Wien daher den Weg, E-Mobilität vor allem im Bereich des Wirtschaftsverkehrs beziehungsweise des öffentlichen Verkehrs zu forcieren.

Wo sehen Sie die Zukunft der Mobilität?

Wichtigstes Prinzip ist es, individuelle Mobilität zu ermöglichen, ohne dass der Besitz eines Pkw notwendig ist. Private Pkw stehen heute zu 98 Prozent ungenutzt herum und werden durchschnittlich nur eine Stunde am Tag wirklich benötigt. Das bedeutet einen enormen Platzbedarf im öffentlichen Raum, der besser für andere Zwecke genutzt werden könnte. Autonomes Fahren oder auch E-Mobilität alleine sind hier auch nicht das "Allheilmittel", sondern bedürfen ebenso einer Begleitung durch intelligente Strategien, vorrangig durch Sharing-Projekte. Ohne gemeinsam genutzte Fahrzeuge machen auch neue Technologien keinen Sinn.

In unserer Mobilitätsstrategie verfolgen wir daher ganz klar das Ziel, Sharing-Projekte zu forcieren und den Individualverkehr zu verringern, ohne dass die Menschen in ihren Mobilitätsbedürfnissen eingeschränkt sind. Durch die Kombination des öffentlichen Verkehrssystems mit neuen Technologien und der weiteren Attraktivierung des Angebots für Radfahrerinnen und Radfahrer sowie Fußgängerinnen und Fußgänger kann das Ziel der Wiener Mobilitätsstrategie erreicht werden. Ziel ist, dass 2025 80 Prozent der Wege im Umweltverbund und nur mehr 20 Prozent durch den Individualverkehr erfolgen. Aufgrund der enger werdenden budgetären Rahmenbedingungen wird dabei dem intelligenten Verkehrsmanagement eine noch größere Rolle als bisher zukommen.

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