Soziale Berufe, zum Beispiel die Arbeit mit älteren Menschen, sollen in den nächsten Jahren hohe Zuwächse verzeichnen und sichere Arbeit bieten. © Fonds Soziales Wien

Soziale Berufe und sichere Jobs

Wie wird die Zukunft des Arbeitsmarktes aussehen? In einem sind sich die ExpertInnen einig: Soziale Berufe werden boomen. Christian Hennefeind, Leiter der Stabsstelle Personalmanagement beim Fonds Soziales Wien, gab inwien.at ein Interview dazu.

inwien.at: Eine aktuelle Studie legt nahe, dass der soziale Bereich in Zukunft ein boomender und sicherer Arbeitsmarkt sein wird. Sehen Sie das auch so? Was sind Ihrer Ansicht nach die Gründe dafür?

Christian Hennefeind: Ja, das liegt auf der Hand. Denn wir werden immer älter. Mit der steigenden Lebenserwartung wird auch der Zeitraum, in dem wir Unterstützung, Betreuung und Pflege benötigen, länger. Gleichzeitig geht die Pflege innerhalb der Familie zurück. Das bedeutet, dass in Zukunft mehr Menschen soziale Dienstleistungen in Anspruch nehmen werden.

Welche Sektoren werden Ihrer Meinung nach verstärkt wachsen?

Wir gehen von einem Wachstum der gesamten Branche aus. Wobei der Bereich der mobilen Dienste, also der Betreuung zu Hause, am stärksten wachsen wird. Ältere Menschen sind heute viel selbstbewusster und schätzen ihre Eigenständigkeit und Unabhängigkeit. Darauf reagiert die Stadt Wien mit neuen Angeboten in der Pflege und Betreuung. Dauerhafte Aufenthalte im Pflegewohnhaus wird es in Zukunft weniger geben. Stattdessen wird die Selbstständigkeit von älteren Personen stärker gefördert. Nach einem Krankenhausaufenthalt kann es zum Beispiel hilfreich sein, vorübergehend Unterstützung beim Einkaufen, der Haushaltsführung oder beim Wäschewaschen in Anspruch zu nehmen. Mit einer großen Fülle an Angeboten ist es möglich, in der eigenen Wohnung zu leben, auch wenn man nicht alles alleine erledigen kann.

Wie sieht der aktuelle Markt aus? Braucht man zusätzliches Personal? Und wenn ja, gibt es überhaupt qualifiziertes Personal auf dem Arbeitsmarkt?

In einigen Berufsgruppen gibt es aktuell einen Mangel an Fachkräften. Das gilt ganz besonders für diplomiertes Krankenpflegepersonal im mobilen Bereich, also für die Betreuung zu Hause, und für Sozialarbeiterinnen beziehungsweise Sozialarbeiter. Zu berücksichtigen ist, dass der Markt aus mehreren Gründen im Umbruch ist. Dazu zählen grundlegende gesetzliche Änderungen in der Ausbildung, zum Beispiel die neue Pflegeassistenz-Ausbildung. Veränderungen in den Tätigkeiten gibt es außerdem durch die Tendenz zur Betreuung zu Hause. Generell sind die Berufsbilder des Pflege- und Betreuungsbereichs im Allgemeinen bei jungen Menschen oft nicht bekannt. Das muss sich ändern.

Wie sehen die Ausbildungsmöglichkeiten in Wien aus?

In Wien gibt es diverse Ausbildungseinrichtungen mit breit gefächertem Angebot, etwa die FH Campus Wien. Mit der AWZ Soziales Wien GmbH betreibt auch die FSW-Unternehmensgruppe ein Aus- und Weiterbildungszentrum. Dort bekommen interessierte Menschen eine hervorragende Ausbildung, und zwar ganz gezielt in jenen Bereichen, für die in Zukunft mehr Personal benötigt wird. Das ermöglicht den Schülerinnen und Schülern sowie Absolventinnen und Absolventen die besten Jobchancen. Auf die Novellierung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes, die seit September 2016 in Kraft ist, hat die AWZ rasch reagiert: Seit November 2016 bietet sie Pflegeassistenz-Ausbildungen an. Weiters wird die AWZ im kommenden Jahr Aufschulungen zur Pflegeassistenz und Pflegefachassistenz durchführen. Wann immer sich Anforderungen an Berufsgruppen ändern, bietet die AWZ maßgeschneiderte Weiterbildungen an. Einen neuen Weg im Gesundheits- und Sozialbereich geht die FSW-Unternehmensgruppe mit Trainee-Programmen, die bislang nur im privatwirtschaftlichen Bereich gängig waren. Das Trainee-Programm für Soziale Arbeit, in dem ausgebildete Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger ein Jahr lang ihr theoretisches Wissen in der Praxis einsetzen, vertiefen und erweitern können, hat sich sehr bewährt. Daher geht 2017 ein weiteres Trainee-Programm für diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen in der mobilen Pflege an den Start.

Wie sucht der Fonds Soziales Wien sein Personal aus?

Wir suchen Menschen, die gerne im Sozialbereich tätig sind und die notwendigen Anforderungen auch erfüllen! Bei der Personalsuche legen wir großen Wert auf einen respektvollen Umgang mit unseren Bewerberinnen und Bewerbern. Diesen respektvollen Umgang erwarten wir schließlich von unseren künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch im Umgang mit unseren Kundinnen und Kunden. Zudem ist natürlich auch wichtig, dass die Bewerberinnen und Bewerber rasch von uns hören.

Dass wir mit diesem Zugang auf dem richtigen Weg sind, wurde uns diesen Herbst bestätigt. Der FSW holte den zweiten Platz bei Best Recruiter 2016 im Gesundheits- und Sozialbereich. Und es hat sich herumgesprochen: Wir können derzeit aus rund 8.000 Bewerbungen pro Jahr auswählen.

Was kennzeichnet den Fonds Soziales Wien als Arbeitgeber?

Als Arbeitgeber schaffen wir die notwendigen Rahmenbedingungen, damit unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre wichtigen Leistungen für die Wienerinnen und Wiener gut erbringen können. Zu diesen Bedingungen zählen etwa flexible Arbeitszeitmodelle, leistungsgerechte Entlohnung und gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Aufgrund der Größe der FSW-Unternehmensgruppe - hier arbeiten insgesamt etwa 25 Berufsgruppen miteinander - gibt es außerdem eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten und Tätigkeiten. Sehr wichtig sind uns auch die gezielte Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Möglichkeit zur Weiterentwicklung, kontinuierliche Gesundheitsförderung und besondere Unterstützung für ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Haben Sie eine Empfehlung für jemanden, der daran denkt, in einen sozialen Beruf zu starten?

Wichtig ist, sich sicher zu sein, dass man in diesem anspruchsvollen Bereich arbeiten will. Denn der Gesundheits- und Sozialbereich bietet spannende, aber auch herausfordernde Tätigkeiten. Die Möglichkeiten sind vielfältig, sei es in der Betreuung und Pflege von älteren oder in der Arbeit mit behinderten oder obdachlosen Menschen. Nutzen Sie jedenfalls die Möglichkeit, sich vorab einen Eindruck zu verschaffen. Sie können sich bei der AWZ oder direkt beim FSW informieren. Und bedenken Sie bitte auch, dass es für die Arbeit in den sozialen Berufsfeldern immer eine dementsprechende Qualifizierung braucht.

Christian Hennefeind, Leiter Stabsstelle Personalmanagement Fonds Soziales Wien, kennt die Arbeitsmarktlage bei sozialen Berufen. © FSW

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