Ricarda Götz
Ricarda Götz blüht in ihrer Arbeit auf. Ihr großer Wunsch ist es, nach der Zeit als Karenzvertretung einen fixen Arbeitsvertrag bei der MA 57 zu bekommen. © Bohmann/Andrew Rinkhy © Bohmann/Andrew Rinkhy

Frauen eine Stimme geben

Ricarda Götz hat ihren Traumjob gefunden. Als Mitarbeiterin der Magistratsabteilung 57 - Frauenförderung und Koordinierung von Frauenangelegenheiten steht sie Mädchen und Frauen bestmöglich zur Seite.

Vorsichtig streicht Ricarda Götz über die spiegelglatte Oberfläche. Sie prüft die Verarbeitung einer überdimensionalen Metallplatte. Darauf wurde erst kürzlich eine Folie mit Bildern und Infos der Ärztin und Nationalsozialismus-Gegnerin Ella Lingens gezogen. Auch weitere Tafeln mit Porträts starker österreichischer Frauen müssen Götz' strengem Qualitäts-Check standhalten. Sie befinden sich alle zurzeit noch in den Druckereiräumlichkeiten im Rathaus. Auf den Tafeln sind unter anderen Olga Ehrenhaft-Steindler, Physikerin und Pionierin der Mädchenbildung, oder Margarete Schütte-Lihotzky zu entdecken. Letztere hat als erste Frau in Österreich ein Architekturstudium abgeschlossen. Zu sehen sind die insgesamt 16 Frauenporträts demnächst im Rahmen der Schau "Wien. Stadt der Großen Töchter". Sie findet auch heuer ab dem Frauentag am 8. März für einige Wochen im Arkadenhof des Wiener Rathauses statt. 

Schautafel
Die erste Frau, die in Österreich ein Architekturstudium abschließen durfte, war Margarete Schütte-Lihotzky. Sie wird neben 15 anderen Persönlichkeiten auf großen Platten für die Schau "Wien. Stadt der Großen Töchter" porträtiert. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Als Mitarbeiterin der MA 57 - Frauenförderung und Koordinierung von Frauenangelegenheiten im Referat Grundlagenarbeit war es Götz' Auftrag, die letztjährige Ausstellung um zwei Damen zu erweitern und die allgemeinen Infotafeln zu aktualisieren. Die 27-Jährige lächelt und ist sichtlich zufrieden. Alle Platten sind in Ordnung. Dieses Projekt scheint abgeschlossen.

"Am Anfang, vor etwa drei Monaten, stand eine aufwendige Recherche. Dieser folgte die Erstellung einer Liste voller starker Frauen und die schlussendlich komplexe Entscheidung, welche zwei zusätzlich vorgestellt werden sollten", erzählt Ricarda. Danach hieß es, an Textentwürfen zu feilen, Porträtbilder der Frauen auszuwählen, Bildrechte zu recherchieren und mit der Grafikerin im Team Designentscheidungen zu treffen. "Eine spannende, produktive Arbeit, die sehr viel Spaß gemacht hat." 

Ricarda Götz am Schreibtisch
Bei ihrer Arbeit hat Götz einerseits viel am Bildschirm zu tun, andererseits hat sie auch viel direkten Kontakt mit Menschen. Diese Mischung ist für die Politikwissenschafterin ideal. © Bohmann/Andrew Rinkhy

"Wiener Gleichstellungsmonitor"

Nachdem sie die Platten für die Schau freigegeben hat, begibt sich Götz auf den Weg zurück ins Büro. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe des Rathauses. Dort macht sich die studierte Politikwissenschafterin ans nächste Tageswerk. Es gilt, die Zahlen des "Wiener Gleichstellungsmonitors" von 2013 mit den aktuellen Zahlen vergleichbar zu machen. Was der "Wiener Gleichstellungsmonitor" ist, erklärt Götz: "Darin werden Männer und Frauen statistisch in zwölf Themen, etwa Einkommen, Bildung oder Gesundheit, gegenübergestellt. So können wir in speziellen Bereichen besser auf Ungleichheiten aufmerksam machen. Und durch den Vergleich mit 2013 zu künftigen Entwicklungen Schlüsse ziehen." Um Daten von gestern mit jenen von heute in Verbindung zu bringen, muss Götz eine Menge Quellen anzapfen. Das heißt, interne Daten werden ausgeforscht und externe Informationsquellen, wie die Statistik Austria, herangezogen.

Ricarda Götz
Kommunikation und Vernetzung sind das A und O für Götz: Nur so komme es zu den bestmöglichen Ergebnissen im Sinne von Frauenförderung. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Intensiver Austausch

Drei weitere Kolleginnen arbeiten wie Götz im Referat Grundlagenarbeit an unterschiedlichsten Projekten. Ihr gemeinsames Ziel ist es, Frauen und Mädchen auf allen Ebenen zu fördern und zu unterstützen. Dafür, dass das unter besten Bedingungen passiert, bedarf es auch eines regen Austausches zwischen den Mitarbeiterinnen und der Referatsleiterin. "Jede von uns weiß die Expertise der anderen zu schätzen. Wir arbeiten stets nach dem Mehraugenprinzip und reflektieren unser Tun so gut es geht", sagt Götz. Der wöchentliche Jour fixe zur Kommunikation sei entscheidend, um die anderen am Laufenden zu halten und neuen Input zu erlangen.

Überhaupt setze man sich immer gerne für Besprechungen zusammen. Vor allem dann, wenn beispielsweise ein Workshop für Schulen oder private Mädchengruppen anstünden. Auch das gehört zu den vielschichtigen Aufgaben. Derzeit gibt es drei Workshops. Götz leitet diese mit einer Kollegin. "Darin geht es um die Stärkung der eigenen Identität, die Erklärung von Begriffen wie Sexismus oder Feminismus und Selbstwahrnehmung. Aber nicht als Frontalunterricht. Wir arbeiten aktiv mit den Jugendlichen. Wir bemühen uns, die Inhalte immer etwas humorvoll rüberzubringen. Dann werden sie besser aufgenommen".

Büchlein "Mädchen im Netz"
Erst kürzlich hat Götz das kleine Büchlein "Mädchen im Netz" in Zusammenarbeit mit ihrer Kollegin Claudia Throm fertiggestellt. Es ist in der Sprache der Zielgruppe geschrieben und hat ansprechende Grafiken. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Büchlein "Mädchen im Netz"

Mitunter ist Götz auch außerhalb ihres Büros dienstlich unterwegs. Wie auch am Frauentag. Dort steht sie den Besucherinnen beratend zur Seite. Oder dann, wenn ihre Fachmeinung von einer anderen Abteilung der Stadt angefordert wird. "Es kann aber auch vorkommen, dass direkt in bestimmten Einrichtungen recherchiert wird. So wie kürzlich im Zuge eines Projekts, in dem wir an dem kleinen Büchlein 'Mädchen im Netz' gearbeitet haben", erzählt Götz. Es ginge in diesem Fall darum, die richtige Sprache, eine moderne, attraktive Optik und die passenden Inhalte zu finden. Da sei der direkte Kontakt mit jenen, die man ansprechen möchte, unumgänglich. Ebenfalls wichtig: Vernetzung zu Expertinnen oder Experten und Kompetenzstellen rund um die jeweilige Zielgruppe, wie etwa "Safer Internet".

Werkzeugkasten
Am Töchtertag gibt es für die Mädchen auch immer witzige Goodies, wie vor einigen Jahren etwa den kleinen Werkzeugkasten. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Starkes Team aus Frauen

Das Team der MA 57 besteht ausschließlich aus Frauen. Außerdem wird darauf geachtet, dass Aufträge primär an Frauen vergeben werden. Dabei sollen Grafikerinnen, Fotografinnen oder Wissenschafterinnen bestmöglich gefördert werden. "Wir möchten nicht nur predigen, sondern beispielgebend vorleben", sagt Götz. Nach der aktiven Projektarbeit schließt sie ihr Tun gerne mit dem Protokollieren des Tagesgeschehens ab. Und sie freut sich auf einen ruhigen Feierabend. Dort findet Götz, die sich selbst als Feministin sieht, Unterstützung bei ihrem Partner, der sie stets bestärkt, ihrer Familie und ihrem befreundeten Umfeld. "Ich lebe eine wunderbare Vielfalt in meiner Arbeitswelt. Ich habe Berührung mit unterschiedlichen Kulturen, unterschiedlichen Altersklassen, unterschiedlichen Tätigkeiten. Die Herausforderung, Frauen zu protegieren, ist bereichernd und sinnierend". Kraft tankt Götz gerne beim Sporteln und in der Natur. "In meiner Arbeit habe ich auch mit weniger schönen Dingen zu tun. Da sind das Abschalten im Grünen und das ordentlich Auspowern bedeutend." 

 

 

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