Sensoren nehmen die Impulse auf, die vom Untergrund reflektiert werden. © Wien Energie/FOTObyHofer

Energie aus der Tiefe

GeoTief ist ein Energie-Forschungsprojekt von Wien Energie und Partnern. Dabei geht es um die Vermessung der Bodenbeschaffenheit im östlichen Raum Wiens. Wir haben mit Peter Seifert dem Vorsitzendem des Projektbeirats über die Hintergründe gesprochen.

Ziel der Messungen ist es, eventuelle Heißwasservorkommen im Boden zu eruieren und diese dann effizient in Form von grüner Wärme durch Geothermie zu nutzen. Peter Seifert ist Direktor der Geologischen Bundesanstalt. Er erklärt, wie so eine Messung abläuft und warum Geothermie zukünftig eine noch bedeutendere Rolle bei der Energieumwandlung spielt.

Details zum Projekt

Der erste Teil der Messungen, die 2D-Seismik, ist nun abgeschlossen. Forscherinnen und Forscher haben einen Monat lang die Durchführung der Messungen und Datenqualität begleitet und bewertet. Insgesamt wurden 1,2 Terabyte seismische Rohdaten gesammelt. Das entspricht einer Datenmenge von 240 HD-Videos in Spielfilmlänge. Diese Daten werden Mitte 2017 von den Geologinnen und Geologen und den Expertinnen und Experten des Forschungsprojekts ausgewertet. Die Kosten für die Untersuchungen belaufen sich bis zum Projektende in rund zwei Jahren auf fünf Millionen Euro.

Insgesamt wurde auf zwei Strecken mit insgesamt 26 Kilometern Länge zwischen der Donaustadt und Groß-Enzersdorf beziehungsweise Raasdorf gemessen. "An den Messlinien wurden 2.600 Messgeräte, sogenannte Geophone oder Erdmikrophone, ausgelegt. 60 Kilometer Kabel sind ausgerollt worden. Die Impulsfahrzeuge haben in 24 Tagen insgesamt 1.600 Einzelmessungen durchgeführt. Während der Dauer der Messungen waren ständig drei bis vier Impulsfahrzeuge im Einsatz", so Peter Seifert.

Im Konvoi geht es von Messpunkt zu Messpunkt. © Wien Energie/FOTObyHofer

Ablauf einer Messung

Zuerst einmal werden die Anrainerinnen und Anrainer sowie die Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer, auf deren Grund gemessen werden soll, informiert. Zum Projektstart markiert das GeoTief-Wien-Team das Gelände. "Danach werden sehr empfindliche Mikrophone, Sensoren, ausgelegt. Diese sind mit Kabeln untereinander sowie einer mobilen Registriereinheit verbunden, die die im Untergrund reflektierten Signale aufzeichnet", erklärt Peter Seifert.

Video: Wie funktioniert eine seismische Messung?

Die Kabel werden zumeist an Wegen und Straßenrändern entlang der Messlinie ausgelegt. Ist dies alles geschehen, zieht ein kleiner Konvoi aus Impulsfahrzeugen durch das Messgebiet. "Er hält circa alle zehn bis 20 Meter an und erzeugt durch Rüttelplatten kurze Impulse und Vibrationen. Die Sensoren nehmen die vom Untergrund in den verschiedenen Erdschichten reflektierten Impulse auf. Gemessen wird in über 3.000 Metern Tiefe. Die Impulsfahrzeuge agieren dabei von der Erdoberfläche aus wie ein Echolot." Nach Abschluss der Messungen werden die Markierungen, Kabel und Sensoren wieder entfernt.

Um Impulse zu setzen und eine definierbare Bodenpressung zu erzielen, wird die Platte in der Mitte des Fahrzeugs nach unten auf die Erdoberfläche abgesenkt, wodurch das Fahrzeug leicht angehoben wird. © Wien Energie/FOTObyHofer

Sammlung der Daten

Gesammelt werden die reflektierten Impulse in den verschiedenen Erdschichten. Die Impulse und Vibrationen werden von den Impulsfahrzeugen erzeugt und von den Sensoren aufgenommen. Die ausgewerteten Ergebnisse der Messungen werden geophysikalisch bearbeitet und geologisch interpretiert. Ziel ist die Erstellung von geologischen als Abbild des Aufbaus des Untergrunds und deren Analyse. Sprich der Lage, Ausbreitung und Mächtigkeit der potenziell wasserführenden Schichten. "Man wird dann wissen, ob es im östlichen Wiener Raum echte Potenziale für grüne Wärme aus Geothermie gibt und kann auf dieser gesicherten Basis entscheiden, ob künftige Investitionen in eine geothermische Erschließung im Sinne der nachhaltigen Wärmeversorgung Wiens ratsam sind."

Weitere Messungen sind im Winter 2017/2018 geplant. Es werden 3D-Seismik-Messungen durchgeführt, die noch genauere Ergebnisse bringen sollen. "Voraussichtlich erstreckt sich diese zweite Untersuchung ebenfalls über den östlichen Raum Wiens."

Effiziente Nutzung der Energie

Laut Projektbetreiber Wien Energie ist es wichtig für die Wiener Bevölkerung, zu wissen, ob es Heißwasservorkommen gibt. Das bestehende Fernwärmenetz in Wien könnte damit noch effizienter und nachhaltiger werden. Ziel dabei ist es, den Anteil an erneuerbarer Energie in der Fernwärmeversorgung zu erhöhen. Die Geothermie als grundlegende Energieform könnte dabei eine wesentliche Rolle spielen. Durch die Geothermie könnte die Abhängigkeit der Stadt Wien von fossilen Energien verringert und die Versorgungssicherheit erhöht werden.

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