Erneuerbare Energie wird in Wien unter anderem im Kleinnwasserkraftwerk Nußdorf gewonnen. © Bohmann/Bubu Dujmic

Sieben auf einen Streich

Sonne, Wasser, Wind und mehr: Zur Energieerzeugung greift die Stadt Wien auf erneuerbare Energiequellen zurück. Zudem bietet sie diverse Förderungen an, damit auch jede und jeder Einzelne einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten kann.

Wir stellen sieben Energiequellen vor, die alle etwas gemein haben. Zum einen gelten sie als Alternative zu fossilen Brennstoffen. Zum anderen werden diese erneuerbaren Energieträger allesamt von der Stadt Wien in Anspruch genommen. Sonne, Wind und Wasser als Energieerzeuger sind dabei naheliegend. Darüber hinaus gibt es aber auch andere, vielleicht weniger bekannte Möglichkeiten, Strom und Wärme zu erzeugen.

Heizen mit Biomasse

Dazu gehört etwa Biomasse. Sie ist eine der bedeutendsten und am meisten verwendeten Energiequellen. Zur Gewinnung von Heizenergie oder - seltener - Strom werden organische Materialien wie Holzpellets, Stroh, Getreide oder Altholz herangezogen und verbrannt. Klimafreundlich ist dieses Verfahren deshalb, weil bei der Verbrennung nicht mehr CO2 freigesetzt wird, als Pflanzen durch Photosynthese aufnehmen können. Österreichs größtes Biomassekraftwerk befindet sich in Simmering und wird von Wien Energie betrieben.

Vom Wald zum Watt: So lautet das Motto im Biomassekraftwerk Simmering. Hier werden aus Resten der Holzverarbeitung Strom und Wärme produziert. Das haben wir uns vor Ort genauer angesehen. © Stadt Wien/Bohmann Verlag

Doppelte Energienutzung dank Kraft-Wärme-Kopplung

Damit verbunden ist die Kraft-Wärme-Kopplung. Sie steigert die Effizienz von Wärmekraftwerken von rund 40 auf bis zu 86 Prozent und nutzt, wie der Name verrät, Energie doppelt. Mittels spezieller Gasturbinen wird dank Verbrennungswärme nicht nur Strom, sondern auch Fernwärme erzeugt. Betrieben werden diese Turbinen dabei mit umweltfreundlichem Erdgas. Die dadurch gewonnene Energieersparnis kommt Umwelt und Geldbeutel zugute. Dieses Verfahren wird in Wien in der Donaustadt und in Simmering angewendet.

Saubere Sonne

Die sauberste und gleichzeitig innovativste Form der Energiegewinnung ist die Solarenergie. Die Vorteile liegen auf der Hand. Die Energiequelle, unsere Sonne, steht praktisch unbegrenzt zur Verfügung, sie produziert keinen Abfall, verunreinigt die Luft nicht und ist darüber hinaus völlig geräuschfrei. Dabei kann sie auf zwei Arten genutzt werden: entweder als Wärmespender über Sonnenkollektoren oder als Stromlieferant über Solarzellen. Das wird als Photovoltaik bezeichnet und ist auch für Privathaushalte oder öffentliche Institutionen wie die Volksschule Speising interessant. Denn so können Energiekosten erheblich gesenkt werden.

Mit 52 Modulen produziert die Anlage den jährlichen Energiebedarf von sechs durchschnittlichen Haushalten und kann so ein Drittel des Strombedarfs der Schule decken. Wir haben die Kinder gefragt, wie sie das denn finden. © Stadt Wien/Bohmann Verlag

20 Jahre Windkraft in Wien

Auf Energie aus Windkraft setzt Wien seit 20 Jahren. Diese ist zu 100 Prozent sauber und stellt keinerlei Belastung für die Umwelt dar. Ähnlich einem Fahrrad-Dynamo entnimmt der durch Wind angetriebene Rotor des jeweiligen Windrades Energie und übersetzt diese in Strom. Im Optimalfall weht der Wind dabei annähernd gleichmäßig mit rund 20 Stundenkilometern. Das älteste Windkraftwerk auf Wiener Stadtgebiet ist das seit 1997 Dienst versehende Windrad auf der Donauinsel. Zudem gibt es in Unterlaa in Favoriten den leistungsstärksten Windpark Wiens. Denn hier ist es besonders windig und das Umspannwerk Südost befindet sich in unmittelbarer Nähe. Dort lässt sich der Strom dann einfach ins Netz einspeisen.

In Unterlaa in Favoriten befindet sich der leistungsstärkste Windpark Wiens. Die Rotoren der Windräder funktionieren ähnlich wie Fahrrad-Dynamos. © Wien Energie/Ian Ehm

Versteckte Wasserkraftwerke

Auch besonders klimafreundlich ist die Energiegewinnung aus Wasserkraft. Denn hier wird keinerlei CO2 freigesetzt. Herzstück zur Energieumwandlung ist ebenfalls eine Turbine. Wien gilt dabei als Vorreiter in mehrerlei Hinsicht: Bereits ab 1912 wurden kleine Wasserkraftwerke gebaut. Mit dem Wasserkraftwerk Freudenau wurde 1998 das erste große Flusskraftwerk in einer Millionenstadt eröffnet. Ungefähr die Hälfte aller rund 840.000 Wiener Privathaushalte kann so mit Strom versorgt werden. Doch auch kleinere Wasserkraftwerke erzeugen elektrische Energie. Das gut versteckte Kleinwasserkraftwerk Nussdorf kann rund 10.000 Haushalte mit Strom beliefern. Und seit 2016 können immerhin 130 Haushalte ihren Strombedarf dank eines Kleinkraftwerks bei der Donauinsel decken.

Bei der Donauinsel befindet sich ein Kleinwasserkraftwerk. Es versorgt rund 130 Haushalte mit Strom. Wir haben einen Blick hinter die Kulissen geworfen. © Stadt Wien/Bohmann Verlag

Müllverbrennungsanlage als Wiener Wahrzeichen

Auch bei der Müllverbrennung geht es darum, die Umwelt zu schonen. Und das gelingt, schließlich hat Österreich die EU-weit strengsten Umweltgesetze. Allein in der Müllverbrennungsanlage Pfaffenau in Simmering werden die Staubemissionswerte um 90 Prozent unterschritten, die Schwefeldioxidwerte gar um 95 Prozent. Die aufgrund ihrer Optik auffälligste Müllverbrennungsanlage ist die vor 30 Jahren von Friedensreich Hundertwasser nach einem Brand neu gestaltete Anlage in Spittelau. Der hier verbrannte Abfall beheizt via Fernwärme etwa 60.000 Haushalte und versorgt weitere 50.000 mit Strom. Auch hier wird auf Kraft-Wärme-Kopplung gesetzt. Darüber hinaus ist die Müllverbrennungsanlage Spittelau längst zu einem Wiener Wahrzeichen geworden.

Die Verbrennungsanlage Spittelau wurde vor 30 Jahren von Friedensreich Hundertwasser gestaltet. Hier wird knapp die Hälfte der jährlich 500.000 Tonnen Wiener Abfall verwertet. © Stadt Wien/Bohmann Verlag

Gase bringen's

Ein Multitalent ist Erdgas. Nicht nur zum Kochen, Heizen und zur Warmwasseraufbereitung, auch zur Stromerzeugung wird es herangezogen. Bei der Kraft-Wärme-Kopplung treibt nämlich Erdgas die involvierten Turbinen an. Noch nachhaltiger erweist sich der Einsatz von Biogas, das aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais oder Zuckerrüben hergestellt wird. In Simmering befindet sich außerdem eine Aufbereitungsanlage, die aus 22.000 Tonnen Küchenabfällen Bio-Erdgas für 900 Wiener Haushalte erzeugt. Auch Klärgas, ein aus Abwässern durch biologische Umwandlung entstehendes Gas, findet in Wien Verwendung. Es wird in der Hauptkläranlage Wiens in den Entsorgungsbetrieben Simmering gewonnen.

In Wiens Hauptkläranlage in Simmerung wird auch Klärgas gewonnen. © PID/Christian Fürthner

Förderungen nach Maß

Dass in der Stadt Wien generell weniger Energie verbraucht wird, dafür wird mit zahlreichen Förderungen gesorgt. Dabei werden Ökostrom- und Photovoltaik-Anlagen ebenso berücksichtigt wie Solarspeicher oder Systeme zur Nutzung erneuerbarer Wärme wie etwa Wärmespeicher oder Wärmepumpen. Auch bei Neubauten oder Altbausanierungen kann um Energieförderungen angesucht werden. Die jeweiligen Fristen sollten allerdings unbedingt eingehalten werden: Der Antrag auf finanzielle Unterstützung kann nur in einem zeitlich begrenzten Rahmen gestellt werden. So können alle Wienerinnen und Wiener einen Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit den wertvollen Energieressourcen leisten.

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