Computerlinguistin Stephanie Gross mit dem Roboter Pepper. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Digitale Helfer auf dem Vormarsch

Eine App, die SeniorInnen bei der Kontaktpflege hilft, und ein Roboter, der sprechen lernt. Das sind nur zwei Beispiele, die zeigen, dass neue Technologien zunehmend alltagstauglich werden.

Noch ist die App in der Entwicklungsphase. Maria Chladil, 66-jährige Pensionistin aus Favoriten, freundet sich aber schon mit der neuen Technologie an. Vor allem der Routenplaner interessiert sie. "Und dass es eine Verbindung zu einem Blutdruckmesser und einer Waage geben soll." Fix ist das allerdings noch nicht. "Wir testen erst ab, was sinnvoll und machbar ist", erklärt Projektleiterin Julia Sauskojus von Urban Innovation Vienna, einem Unternehmen der Wien Holding.

Maria Chladil hat sich die neue App schon vorab angeschaut. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Testregion Wien

"Ältere Menschen stehen einer Digitalisierung eher skeptisch gegenüber. Man kann sie aber dafür begeistern, wenn alle Funktionen ohne Vorkenntnisse einfach zu bedienen sind. Wir müssen nur herausfinden, welche Bedürfnisse, Anforderungen und Ansprüche sie an digitale Services haben." Genau das soll mit dem Forschungsprojekt WAALTeR (Wiener Active and Assisted Living Testregion) herausgefunden werden. "Wir installieren in Wien so etwas wie eine Testregion für aktives und betreutes Leben", sagt Sauskojus. Los geht es im kommenden Jahr, die Testphase beträgt 18 Monate.

Ein Tablet für alle Funktionen

Herzstück des Projekts ist ein Tablet, auf dem einzelne, bereits vorhandene Apps wie Mailprogramm, Routenplaner, Blutdruckmesser, Notrufsystem und Sturzerkennung zu einer einzigen Anwendung zusammengefügt werden. Das soll die Hemmschwelle reduzieren und vor allem die Pflege sozialer Kontakte vereinfachen. Angehörige und Freundinnen und Freunde, die nicht in der Nähe wohnen, werden einfach mit Textnachrichten und Fotos auf dem Laufenden gehalten. Über eine integrierte Vernetzungsplattform können Aktivitäten in der Nachbarschaft organisiert werden. Blutdruck- oder Blutzuckerwerte lassen sich, wenn gewünscht, via Bluetooth an die Hausärztin oder an den Hausarzt übertragen. Und wenn jemand in der Wohnung stürzt, wird automatisch ein Notruf abgesetzt.

83 Haushalte ab 2018

"Das Projekt zeigt, dass die ältere Generation sehr wohl von moderner Technik profitieren kann", sagt Sauskojus. "Es soll helfen, Seniorinnen und Senioren eine hohe Lebensqualität zu erhalten und gleichzeitig eine optimale und leistbare Gesundheitsversorgung zu bieten."

Ab Anfang 2018 werden 83 Testhaushalte in Wien mit den Technologien ausgestattet. 35 haushalte werden als Kontrollhaushalte beobachtet. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden regelmäßig zu Mobilitätsverhalten, sozialer Integration sowie Gesundheits- und Sicherheitsempfinden befragt. Das Ergebnis soll zeigen, welchen Einfluss die WAALTeR-Technologie auf die Lebensqualität hat. Den Prototyp können Interessierte bereits ab Herbst in sogenannten WAALTeR Info-Cafés ausprobieren.

Roboter als perfekte Begleiter

Mensch und Maschine ist auch Arbeitsschwerpunkt von Computerlinguistin Stephanie Gross. Seit 2009 erforscht sie am Österreichischen Forschungsinstitut für Artificial Intelligence (OFAI) die dafür erforderlichen Voraussetzungen. Ihr Ansatz: Nicht der Mensch soll sich eine künstliche Sprache aneignen, sondern die Maschine soll vom Menschen lernen.

In ihrem vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds geförderten Projekt untersucht Gross die Rolle von Sprache, Gestik und anderen visuellen Kommunikationsmerkmalen beim Lernen von Aufgaben. "Menschen vermitteln sehr viel nonverbal. Wenn zum Beispiel eine Person einer anderen eine kurze Aufgabe erklärt und gleichzeitig vorzeigt, was zu machen ist, ist sehr wenig Information in der Sprache selbst enthalten", erklärt sie."Es gibt Korrekturen, Unterbrechungen, oft werden ähnliche odre allgemeine Begriffe wie das Ding, das Teil, das Ganze verwendet. Menschen können damit umgehen, weil sie wissen, was gemeint ist. Eine künstliche Intelligenz nicht."

Weil Roboter künftig aber in der Lage sein müssen, laufend neue Aufgaben zu übernehmen, müssen sie lernen, Objekte, Aktionen, Personen, Gesten und Worte zu erkennen und zu interpretieren. Nur dann können sie optimal in Haushalt, Pflege und Industrie eingesetzt werden. "Ein computer kann nicht intuitiv reagieren. Er trifft nur Entscheidungen, die bereits in seiner Entwicklung berücksichtigt wurden. Man kann sie aber nicht von vornhinein programmieren. Sie müssen sich Fähigkeiten aneignen."

Soll ein Roboter zum Beispiel etwas greifen, beobachtet er zunächst den Menschen bei der Ausführung dieser einfachen Aktion. Dann identifiziert er die dazugehörigen Bewegungen und Gegenstände. Gleichzeitig analysiert er die entsprechende sprachliche Äußerung, die diese Aktion beschreibt. Über diese Verben und ihre Argumentationsstrukturen erlernt er dann die gesamte Aktion. Und wird so künftig zum perfekten Begleiter im Alltag.

 

 

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